
Heute wollen wir uns das Quellgebiet des Silver Rivers, der nach gut sieben Kilometern in den großen Ocklawaha River fließt, angucken. Allein in Florida gibt es mehr als 600 Quellen, mehr als in jeder anderen Region der Welt. Wir stärken uns zunächst mit einem Picknick vor dem kleinen Museum unter einem gigantisch großen live oak Baum.
Das Museum ist wochentags für Schulklassen reserviert, die in der vierten Klasse Ausflüge hierhin machen, um Floridas Geschichte und die besondere Umwelt des Florida Aquifer (Grundwasserschicht) kennenzulernen. Am Wochenende können alle das Museum gegen einen kleinen Obolus besuchen. Die Displays sind informativ und auf die jugendlichen Besucher ausgerichtet.

Das Skelett des jungen Mammuts ist beeindruckend, das Tier wurde mit Steinzeitspeeren und ~messern erlegt. Sie haben entsprechende Spuren an den Knochen gefunden. Die freiwillige Mitarbeiterin erzählt uns sehr anschaulich davon und zeigt uns den besten Punkt, um das Skelett zu fotografieren. Und sie hat Spaß daran, für uns ein bisschen zu schauspielern.



Es werden jedoch nicht nur Tiere ausgestellt, sondern auch über die Geschichte Floridas informiert. Schon vor 14.000 Jahren von den ersten Ureinwohnern besiedelt, zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Spaniern „entdeckt“ und benannt, stand Florida unter wechselnder Herrschaft. Knapp zweihundert Jahre nach dem ersten Kontakt mit Europäern waren die Ureinwohner nahezu vollständig verschwunden, die meisten an für sie unbekannten Krankheiten gestorben, viele mehr oder weniger freiwillig umgesiedelt, viele in Kriegen gestorben. Wenige Seminoles leben noch in einem Reservat im mittleren Florida.

Das Parkgelände wird von etlichen, unterschiedlich langen Trails durchzogen. Man kann den Park zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Kajak durchwandern. Wir entscheiden uns für einen kurzen Spaziergang zum Fluß.

An einigen Stellen sieht es fast dschungelartig aus, es gibt hier sogar Rhesusaffen. Die sind 1938 freigelassen worden (wahrscheinlich, damit die Besucher etwas mehr auf ihren Touren zu sehen bekommen konnten) und haben sich dann rasant vermehrt. Wir haben aber keine gesehen, wahrscheinlich waren wir zu laut.

Der Bereich, der nur von zwei Trails durchzogen wird, heißt wilderness. Das Schild nehmen wir nicht wirklich ernst. Immerhin befinden wir uns in einem staatlichen Parkgelände am Rande einer großflächigen städtischen Bebauung.
Später ergibt die Recherche, dass im Park außer den Affen, Eichhörnchen, Schildkröten und Füchsen auch noch andere Tiere leben, nämlich Gürteltiere, Rotwild, Wildschweine, Wilde Truthähne, Alligatoren, Kojoten, Rotluchse und Schwarzbären. Von allen Arten gab es ausgestopfte Exemplare im Museum zu sehen. Wer kommt denn nach dem ausgestellten Mammut auf die Idee, alle anderen Tiere würden hier noch leben?

Der Trail endet an einer Kayak-Einsetzstelle. Wir gucken ein bisschen auf das Wasser und beobachten die Kajakfahrer, bevor wir zu den eigentlichen Quellen fahren.
Dazu mehr im zweiten Teil!



















































































