Es scheint so, als wenn der Stadtteil Southwark unser all time favourite ist. Immer wieder halten wir uns dort auf, gestern, heute und auch nächste Woche wieder. Und immer wieder finden wir interessante Dinge, die wir noch nicht gesehen oder gewusst haben.
Heute gelang es uns endlich, nach mehreren vergeblichen Anläufen im Verlauf der vielen Besuche hier weil immer zu spät vor der Tür, die Southwark Cathedral von innen anzusehen. Fast hätte es wieder nicht geklappt, denn es lief gerade der evensong, der abendliche Gottesdienst in der anglikanischen Kirche. Da wir aber der Ökumene nicht abgeneigt sind, haben wir uns hineingesetzt, bekamen Liederbuch und Ablauf in die Hand gedrückt und waren für eine halbe Stunde Teil der Gemeinde. Das Knien beim Beten haben wir buchstäblich ausgesessen, beim Glaubensbekenntnis einfach das Wort katholisch gegen apostolisch ausgetauscht und die Abschlusshymne tapfer und laut mitgesungen. Glücklicherweise gab es genügend Strophen, so dass die Melodie sich einprägen konnte. Der Chor war zu Besuch aus Newcastle in Australien (die Auswanderer aus England waren noch nie wirklich einfallsreich mit der Benennung ihrer neuen Siedlungen, haben wir schon in Amerika gemerkt, alle Ortsbezeichnungen in GB gibt es auch noch auf anderen Kontinenten).
Southwark Cathedral nach dem evensong, die Kerzen brennen nochder kleine Kräutergarten hinter der Apsis, darüber London Bridge, darüber die Ubahnstrecke, darüber die Bürobebauung
Der Kirchgarten ist eine kleine Oase inmitten der quirligen Stadt, gut zum Ausruhen und Luft holen. Außer einem Kräutergarten sind alle Pflanzen, die in Shakespeares Stücken erwähnt werden, angepflanzt. Außerdem gab es eine interessante Skulptur zu sehen. Sie erinnert an den amerikanischen Häuptling Mahomet Weyonomon, der 1736 36jährig in der City of London starb, als Ausländer dort aber nicht beerdigt werden durfte. Daher wurde er über den Fluss getragen und in der Nähe der Kirche, der jetzigen Cathedral, begraben. Warum war er überhaupt in London? Sein Stamm, die Mohegan, hatten den ersten Siedlern geholfen zu überleben und wurden Verbündete der Engländer. Die Siedler allerdings begannen, ihnen ihr Stammesland zu stehlen. Trotz königlicher Anweisungen wurde das Land nicht zurückgegeben. 30 Jahre später segelte Mahomet mit drei Unterstützern nach England, um beim König vorstellig zu werden. Während er auf den Audienztermin wartete, steckte er sich mit Pocken an und starb. Sein Stamm bat um die Errichtung eines Erinnerungsteins, um einen gefallenen Häuptling zu ehren. Ein Stein aus dem Stammesland wurde nach England verschifft, behauen und 2006 von der Queen, ihrem Mann, dem Stammesvorsitzenden und dem amerikanischen Botschafter enthüllt, um Mahomet symbolisch die Audienz zu gewähren, die er nie erhalten hatte.
zur Erinnerung an Häuptling Mahomet Weyonomon
Und dann ist da ja auch immer noch die großartige Tate Modern. Der moderne Anbau, den wir bereits in den verschiedenen Baustufen gesehen haben, ist jetzt fertig. Ganz oben in der 10. Etage bekommt man kostenlos einen wunderbaren Blick über London. Ganz unten sind die gewaltigen Öltanks, auf denen der Anbau ruht und die früher für den Turbinenantrieb notwendig waren, gereinigt und auch zu Ausstellungsräumen umgewandelt worden. Na ja, es sind eher Ausstellungshallen, und dort gab es Neues zu sehen. Im Museum und an der Themse generell ist die Sommerhitze auch auszuhalten, ganz im Gegensatz zur UBahn.
der Anbau der Tate Modern, ganz oben kan man die Menschen im 10. Stock sehenBlick aus dem 10. Stock nach Nordosten, im Vordergrund ist der Altbau zu sehenBlick aus dem 10. Stock nach OstenBlick von der Brücke im 4. Stock, die Alt- und Neubau miteinander verbindetTate Modern, links das alte Kraftwerksgebäude, rechts der neue Anbau
Back to London, back to Shakespeare, alles auf Anfang! Wir beginnen unser tolles Jahr erneut?
Leider geht das nicht, aber dafür liegt ja bereits ein reiches Reise-Jahr hinter uns. Und nun waren wir wieder in Shakespeare’s Globe Theatre und sahen A Midsummer Night’s Dream, absolut grandios! Trotz oder auch wegen der neuen Intendantin, die bei diesem Stück auch Regie führte. Das uns sehr gut bekannte Stück war immer wieder für unerwartete Überraschungen gut: Hermia als indische Tochter, die ihrem Vater gehorchen muss und Demitrius heiraten soll, aber Lysander liebt, Helena als indischer Helenus und verliebt in Demitrius, die Handwerker in T-Shirts mit dem Aufdruck GlobeTeam firmieren als Mitarbeiter des Theaters, die ein Theaterstück im Theaterstück im Theater aufführen, das ganze garniert mit indischer Musik und zum Teil gesungenen Textpassagen und als Krönung ein kleiner Tribut an den Mann im/auf dem Mond mit Major Tom. GROSSARTIG!!!! Drei Stunden lang beste Unterhaltung.
setting the stage for A Midsummer Night’s DreamIndian music in a Shakespeare playRock the ground -and they did Shakespeare’s Globe Theatre on Southbanks
Und anschließend haben wir noch einen Sightseeing-Spaziergang durch Southwark unternommen. Die Spaziergänge aus dem Buch London’s Hidden Walks bringen einen in Nebenstraßen, versteckte Gärten und verraten interessante Fakten. Hier kommen ein paar Bilder:
Ein Steinalkoven im Innenhof des Guy’s Hospitals, genannt Lunatick Chair. Der Alkoven ist ein Überbleibsel, es gab einmal 14 davon, die alle auf der alten London Bridge standen, die 600 Jahre lang bis 1831 die Themse überspannte.The Red Cross Cottages and Garden, erbaut kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende, um Armen zu helfen, indem man ihnen ordentliche und bezahlbare Behausungen zur Verfügung stellte. Fluchen und trinken führte zur Kündigung und man musste wieder in die Slums rundherum ziehen.das Atrium des Gebäudes, in dem früher The Hop Exchange war, der Handelsplatz für Hopfen aus Kent für die Brauereien am Südufer der Themse. Das weiße Pferd auf rotem Grund ist das Wappen der Grafschaft Kent.
Der Unterschied beim Reisen durch die Vereinigten Staaten von Amerika und beim Reisen durch Europa ist schon groß. Eigentlich die einzige Gemeinsamkeit ist das Steckenlassen des Ausweises, wenn man in einen anderen Staat fährt (es sei denn, man möchte auf die ausstiegswütige Insel im Nordwesten des Kontinents). Es ist eine große Leistung der EU, das Schengen-Abkommen realisiert zu haben. Die vielen nicht mehr benötigten Grenzanlagen zu sehen, inzwischen von Rainfarn und Gräsern überwuchert, nur die Geschwindigkeit beim Überqueren der Grenze muss ein wenig reduziert werden.In wenigen Tagen sind wir von Deutschland nach Tschechien, wieder nach Deutschland, durch Luxemburg und Belgien gefahren und schließlich in Frankreich angekommen, um nach England überzusetzen. Wir haben die Eger, den Neckar, den Rhein, die Mosel, den Ärmelkanal und dann die Themse überquert. Nebenbei haben wir in Deutschland auch noch 11 von 13 Flächen-Bundesländern mitgenommen. In den grenznahen Gebieten der Eurozone ist das Bezahlen mit der gemeinsamen Währung überall möglich, wir hätten in Tschechien gar nicht deren Koruna benötigt (der Wechselkurs war für uns aber besser). Ansonsten fährt man durch Euroland und kann die Preise überall gut vergleichen. Schade, dass in Luxemburg unser Tank noch fast voll war, 93 Cent für einen Liter Diesel!!
leaving Germany, arriving in Luxemburgleaving Luxemburg, arriving in Belgiumleaving Belgium, arriving in France
Die Sprachenvielfalt ist allerdings eine Herausforderung, das war in den USA für uns definitiv leichter. Die Art und Weise, wie wir gern mit den Menschen kommunizieren, wenn wir unterwegs sind, war in Tschechien nur ganz rudimentär möglich. Dazu kam, dass so gar nichts in der sichtbaren Umwelt für uns lesbar war. Die slawischen Sprachen sind nahezu nicht entschlüsselbar für uns. Und die Aussprache erst! In Karlsbad gab es dazu Geschäfte, die nur kyrillische Schilder hatten, die waren für uns offensichtlich auch nicht gedacht: es gab keinerlei Preisschilder bei den Auslagen. Die Tourismusoffiziellen verweisen ständig auf die vielen Dichter, Denker, Musiker aus den letzten Jahrhunderten, die oft und gern nach Karlsbad zum Kuren gekommen sind. Den Häuseraufschriften, Gedenktafeln und Wanderpfaden nach zu urteilen, war das halbe deutschsprachige Europa schon da. Man vergisst dabei schnell, dass bis in die 1950er (???für Geschichtsinteressierte, benetz Dekrete ) hinein in dem Teil Böhmens mit den berühmten Kurbädern Karlsbad, Marienbad, Franzensbad Deutsch die normale Verkehrssprache war, mehrheitlich wurde weiterhin die Muttersprache gesprochen. Das Kommunizieren wäre damals für uns also einfacher gewesen, allerdings hätten wir nicht zu den Schichten der Bevölkerung gehört, die sich das Reisen hätten leisten können. Unter diesem Gesichtspunkt ist es dann doch besser, ’still‘ durchs Land zu reisen. In Belgien frischten wir unsere schon längs verschüttet geglaubten Französischkenntnisse wieder auf. Erstaunlich, was sich in den hintersten Gehirnschubladen nach 40 Jahren noch alles befindet. England und Nordirland wird die nächsten Wochen ein Kinderspiel, was die Sprache angeht. Und das Pfund steht inzwischen auch günstiger für uns.
Mode, für die Dame, für das Kind, für den Herrn, ist doch nicht so schwer
Ach ja, und genau vor einem Jahr sind wir gestartet in unser großes, unbekanntes Abenteuer. Wie schnell doch die Zeit vergangen ist und wie gut wir uns an das Leben auf Zeit an anderen Orten gewöhnt haben. Unterwegs zu sein fühlt sich jetzt ganz normal an. Wir sind schon gespannt auf das endgültige Ankommen zuhause, werden wir wieder sesshaft werden können? Aber noch haben wir ja zweieinhalb Wochen vor uns.
Eisberge voraus! Aber nein, the White Cliffs of Dover, again, diesmal in the middle of the heat wave
Das machten mit uns zusammen an diesem Montag auch Tausende von anderen Touristen, gern in Reisegruppen unterwegs. Man will eine schöne Häuserfassade fotografieren, steht allein auf dem Platz davor und wird plötzlich von hinten von dreißig Menschen umschwemmt und umspült. Naja, dann kommen die halt mit auf das Foto und werden hinterher beim Editieren so gut es geht weggeschnitten.
Haus zum Ritter, erbaut 1592 und unzerstört durch die Wirren 1689/1693 gekommen
Oder man wartet, bis sich eine Fotolücke ergibt. Da alle gern allein auf ihr persönliches Erinnerungsfoto möchten, warten auch alle geduldig, bis sie vorbei gehen. Das Foto zeigt es nicht, aber es war wirklich sehr voll auf der Brücke.
auf der Alten Brücke mit der Statue des Erbauers Kurfürst Karl Theodor
Alle amerikanischen, italienischen, spanischen, japanischen, … Reisegruppen und Klassenfahrten waren natürlich auch auf dem berühmten Heidelberger Schloss. Den Aufstieg haben wir uns bei den Temperaturen gespart und lieber am Marktplatz beim Italiener Cappucino getrunken und die Gruppen beobachtet, wenn sie aus der Bergbahn kommend wieder in der Fußgängerzone landeten.
am Marktplatz, hinten links das Rathaus von 1701
Da am Montag alle Museen (und auch der einzige Second-Hand-Laden, den wir fanden) geschlossen sind (aber ein Friseurgeschäft, das am Montag geöffnet war, gab es), blieben uns für das Besichtigungsprogramm die Kirchen, durch die Bauweise auch ohne Klimaanlagen auf angenehme Temperaturen herabgekühlt. Die Heiliggeistkirche haben wir dann auch gleich zweimal besucht, da es am späten Nachmittag noch ein halbstündiges Orgelkonzert gab.
Heiliggeistkirche (1398-1441), Begräbnisstätte der KurfürstenHeiliggeistkirche von innenJesuitenkirche, Bauzeit ab 1712 unglaubliche ca. 150 Jahreund 2004 innen sehr schön schlicht, ist ja trotzdem noch Barock, renoviert worden mit einer tollen Orgel
Heidelberg ist auf jeden Fall eine weitere Reise wert. Dann werden wir auch länger bleiben. Morgen geht’s weiter nach Westen, wir wollen ja nach GB, die Fähre ist schon gebucht. Aber vorher machen wir noch Station in Brüssel.
das Heidelberger Schloss über der Altstadt im gleißenden Sonnenlicht
Auf dem Hinweg nach Karlsbad sind wir durchs Erzgebirge gefahren, auf dem Rückweg ging’s durchs Fichtelgebirge und die bayerische Oberpfalz. So kann man Deutschland auch kennenlernen. Allerdings war die freie Fahrt kurz hinter der tschechisch-deutschen Grenze (ohne Anzuhalten, wie großartig ist das immer wieder) auch schon wieder zu Ende. Wegen eines schweren Unfalls auf der Autobahn stauten wir uns zur nächsten Abfahrt und legten eine ungeplante, aber willkommene Pause bei McCafé ein. Nach dem nächsten Stau führte uns, zusammen mit tausenden anderen Urlaubern, die Via Carolina (Kalle vier lässt uns nicht los, er wollte sein Königreich Böhmen mit den Reichsstädten Nürnberg und Frankfurt verbinden und ließ gut ausgebaute Handelswege anlegen. Die A6 stellt die direkte Ost-Westverbindung dar, schon damals und auch für uns.) durch das Frankenland. Der Freistaat Bayern entpuppte sich als das Texas Deutschlands für uns, es dauerte gefühlt ewig, bis wir ihn, den Freistaat, durchquert hatten. Das kann auch an der stetig steigenden Temperatur gelegen haben, von nur 17 Grad in Karlsbad ging das Thermometer in Ansbach auf 26 Grad. Inzwischen bei 27 Grad in Baden-Württemberg angekommen, erzählte uns die nette Verkehrsdurchsagerin
vom SWR3 im Radio, dass der ADAC eine Staulänge an diesem Wochenende von insgesamt 3000 km errechnet hatte. Da waren wir bisher ja gut durchgekommen. Und damit es so blieb, verließen wir die A6 schon vor Heilbronn und sind durch den Neckartal-Odenwald gefahren. Das ist auch eine sehr schöne Gegend. Allerdings verdoppelte sich dadurch auch die Gesamtreisezeit von prognostizierten 3,5 auf 7 Stunden. Gut, dass unser Auto über eine Klimaanlage verfügt. der Neckar bei HaßmersheimBurg an Weinberg, Neckarzimmern
Über die Grenze nahmen wir noch einen nicht ganz blinden Passagier mit. Elvira fuhr als Kühlerfigur auf der Motorhaube von Karlsbad aus mit. Wir haben aber nichts illegales gemacht, denn auch Elvira fiel unter das Schengen-Abkommen und durfte ohne Papiere einreisen. Sie hätte sie sowieso bei dem Fahrtempo nicht rechtzeitig in ihrem Haus gefunden. Beim McCafé beschloss sie, uns wieder zu verlassen.
„Elvira, leg‘ die Fühler an! Es ist schnell auf der Autobahn!“
Schade, so schnell kann eine Woche vorbei gehen! Wir haben die Chance genutzt, noch einmal ausgiebig in den Wäldern zu wandern. Da wir ja die Abschlussprüfung gestern erfolgreich bestanden hatten (Ach ja, kleiner Nachtrag zum Hirschsprung. Den haben wir in echt gesehen, ausgeführt von einem etwas kleineren Exemplar von Wild, Damwild?), haben wir heute alles, was zeitlich ging, zusammen geworfen: die Nummern 14, 21, 17, 6; ergab dann eine Gesamtlänge von 10 km (wer Lust hat, kann daraus eine kleine Matheaufgabe basteln, das Ergebnis muss dann aber auch 42 betragen, obwohl wir die ganze Strecke gelaufen sind).
Die Kurwälder heißen uns willkommen! Gut, dass wir unser kleines tschechische Wörterbuch dabei haben, so ein Smartphone ist was feines.
Wir kamen mal wieder an der „Mutter“ vorbei, konnten sie aber diesmal buchstäblich links liegen lassen. Es folgte ein neu angelegter Lehrpfad, „der auf die Forstwirtschaft und Dendrologie orientiert ist“. Irgendwie kennt man dieses Fremdwort Dendrologie, aber was war es bloß noch mal? Irgendetwas mit Wald oder Baum, aber Baum ist doch arbor…, Arboretum kennen wir, gibt’s in Pinneberg, hmmm. Mutter können wir ja nun nicht fragen, aber Wiki. Wiki weiß ja auch eigentlich alles. Und Wiki spuckt dann aus, dass arbor zwar richtig ist, aber die falsche Sprache, nämlich lateinisch und dendro aus dem Altgriechischen stammt. Nun sind wir schlauer. Zwischendurch „überquerten“ wir ein Wildgehege, auch neu:
Damwild, Sikahirsche, Wildschweine, alles irgendwo unter uns, aber nicht zu sehen
Und kamen an der St. Leonhards Kapelle vorbei:
kaple sv. Linharta
In der Nähe dieser Kapelle stand einmal das Dorf Obora, man kann noch Überreste finden, wenn man sucht (haben wir nicht, war zu warm). Obora wurde bereits 1246 das erste Mal schriftlich erwähnt. Wahrscheinlich sind die Bewohner nach der Gründung von Karlsbad in die Stadt gezogen. Da ist man schließlich näher dran am Geschehen als auf dem Dorf. Diese Tendenz kennen wir von unseren Kindern.
Das Restaurant svaty Linhart (Heiliger Leonhard) blieb auch unbesucht von uns, wir wollten schließlich wieder zur Diana. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem der insgesamt fünf Aussichtstürme, die Karlsbad umgeben, vorbei, den Aberg (Doubská hora). Aber wie die anderen auch (bis auf die Diana, da ist immer etwas los, weil die Menschen nicht dorthin gehen müssen, um sie zu besuchen, sie nehmen einfach die Seilbahn), war die ehemals vorhandene Restauration geschlossen.
Aberg, sollte ein Hotel werden, aber die Immobilienkrise oder etwas anderes kam dazwischen aber der Ausblick ist schön Auf diesen Gesellen trafen wir dann auch noch, er hat uns mehr erschreckt, als der lebendige Pilzsammler in einer der Hütten. diese Hütte trägt den schönen Namen ‚Beim Gemälde‘ (chata u Obrazu). Um welches Gemälde es sich dabei handelt, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. es war weit und breit nichts zu sehen.
Und dann waren wir endlich wieder in der Diana-Gastwirtschaft. Dort sollte heute Abend svatba gefeiert werden. Was das ist, sagt euch das nächste Bild.
Aber wir bekamen noch unsere Wanderbelohnung, die berühmte Gulaschsuppe im Brot, endlich!
sieht sie nicht köstlich aus, und erst der Geruch, lecker!! schon fast verzehrt, die Hülle hält Hilfe, die Suppenschüssel ist kaputt!
Auf dem Rückweg ins Centrum kamen wir dann noch an der, im klassischen byzantinischen Stil erbauten russisch-orthodoxen Kirche vorbei, frisch gestrichen strahlt sie mit den Besuchern um die Wette.
Kirche Hl. Petrus und Paulus
Warum sind wir nun immer wandern gegangen? Wir waren im Hotel mit Halbpension untergebracht, und der Koch meinte es mit der Größe der Portionen richtig gut. Für heute hatten wir uns für das gefüllte Brathuhn entschieden, schon deshalb, weil wir wissen wollten, welches Teil vom Huhn wohl auf dem Teller sein würden. Um es kurz zu machen, das ganze!
die Kellnerin, die nur wenig deutsch sprach, sagte dazu nur „Baby“. na dann, guten Appetit
Man nehme einen gegebenen Zielpunkt, die Randbedingung „Finde möglichst viel bisher unbekanntes bzw. neues.“ und stelle die Wahl der Wanderwege frei.
Um es vorweg zu nehmen, wir haben die Prüfung natürlich mit Bravour bestanden. Der Lohn war gutes Wetter während der Wanderung, viele Bilder für das Album und Sonnenschein am Abend.
Unser Zielpunkt war wieder die Ausflugsgaststätte ‚Diana‚, aber wir wollten diesmal anders gehen als beim letzten Mal. Es führen aber nur wenige ausgeschilderte Wanderwege dorthin. So haben wir uns für den Weg Nr. 9 entschieden, den aber quasi mittendrin unterbrochen, um auf Nr. 13 wieder zur Diana zu kommen. Nach der Pause ging es zurück zur Nr. 9, den bis zum vorgesehenen Endpunkt, dann aber, weil das Wetter so schön und wir so im Schwung waren, noch ein bisschen auf der Nr. 7 am Hang zwischen den Häusern entlang.
ein Kurhotel für Spatzen, jedem Paar ein eigenes Appartement und eine gemeinsame Sonnen-und Anflugterrasse das kleine Extra des Tages, schon fast verputztnicht nur Goethe kann eine Trinkkur auch so verstehen
Auf dem Weg Nr. 9 erwarteten uns eine Menge, für das Stadtbild markante Punkte, die Mayer-Gloriette, eine Gamsbock-Skulptur, einen Imperator All-Russland, eine Überlebende der Französischen Revolution, ein gar schröckliches Gedicht, lustige Übersetzungen, noch eine Gloriette.
„und das alles ist dort drüben, schaut nur genau hin“
Links von Kay lugt der Diana-Turm aus den Wipfeln. Das runde (naja, genau genommen nur achtseitig, aber auf die Entfernung) Gebäude mit dem roten Dach rechts vom Zeigefinger ist die Mayer-Gloriette, so genannt, da Franz Mayer, erfolgreicher Geschäftsmann in Wien, aber gebürtig in Karlsbad den Bau 1804 finanzierte. Der älteste Aussichtspunkt Karlsbads wurde 2012 grundlegend renoviert.
die Mayer-Gloriette, im Hintergrund das Hotel Imperial
Etwas oberhalb befindet sich die Petershöhe (Petrova vyšina, 489 m). Dort trafen wir auf den Peter, oder auch Petr I. Imparátor Velké Rusi, und damit auch auf die lustigen Übersetzungen, denn übersetzt wurde dies mit Peter I. Imperator All-Russland. Bleiben wir mal der Einfachheit halber bei Zar Peter dem Großen (Er soll mehr als zwei Meter groß gewesen sein!). „Während der Behandlung, Peter I. spaziert jeden Morgen auf dem Berg, wo das Kreuz steht, und neben ihm er machte Gebetszeremonien. An dieser Stelle steht jetzt Denkmal des Peter I. dem Großen.“ (Auszüge aus der nahegelegenen Infotafel). Nach 1711 kam er im darauffolgenden Jahr gleich wieder. „Nach zwei Besuchen in Karlsbad, Peter I. hatte vier Jahre lang ein gutes Gefühl.“ Das ging uns ja ähnlich nach den beiden Kuraufenthalten hier. Wir sind allerdings acht Jahre danach wieder gekommen. Pjotr hatte wichtigeres vor, nämlich Krieg führen, durch Europa reisen und auf dem Wege mal in Pyrmont, mal in Spa zu kuren, seine Herrschaft zu sichern und sein riesiges Reich zu modernisieren. Wir haben auch einfach mehr Zeit auf der Erde, er starb ja schon mit 52 Jahren.
der Imperator (Kaiser), den Namenszusatz Zar hat er gemäß der gestiegenden außenpolitischen Bedeutung Russlands 1721 abgelegt
Ein paar Schritte entfernt steht ein Obelisk mit einem Gedicht von 1834 auf Deutsch. Weil es so gar schröcklich ist, hier nur die erste Strophe:
Das Denkmal heißt Theresienhöhe nach der „huldvollen Fürstin“. Dabei handelt es sich um Maria Theresia, das erste Kind von Marie Antoinette und Ludwig XVI., die beide während der Französischen Revolution an der Guillotine nicht vorbei kamen. Maria Theresia überlebte als einziges Kind die Revolution und durfte einen Tag vor ihrem 17. Geburtstag das Gefängnis verlassen, fand Asyl bei der österreichischen Verwandtschaft in Wien, heiratete vier Jahre später ihren französischen Cousin in Lettland, wurde mit 46 überraschend französische Königin, da ihr Schwiegervater zugunsten seines Sohnes auf den Thron verzichtete und besaß dieses Vergnügen für genau 20 Minuten, da ihr Mann dann ebenfalls die Abdankungsurkunde unterzeichnete. Kein Wunder, dass sie drei Jahre später zur Kur nach Karlsbad musste!
Der „Carl“ im Gedicht ist natürlich unser alter Bekannter Kalle Vier. Seine Legende die Gründung Karlsbads betreffend geht so:
Während des Aufenthaltes auf seiner Burg in Loket, 16 km zu Fuß von Karlsbad entfernt, geht er natürlich in den umliegenden Wäldern Hirsche jagen. Plötzlich jault einer der Jagdhunde auf, ist aber nicht vom Wild angefallen worden, sondern in heißem Wasser gelandet. Autsch! König Kalle, ganz schlau, kommt natürlich sofort auf die Idee, die heißen Quellen für die Gesundheit zu nutzen, und schwupps, ist Karlsbad gegründet. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall war da auch noch was mit dem Hirschen, der einen unglaublich weiten Sprung gemacht hat, um sich vor Pfeil und Bogen zu retten. Deshalb heißt das Ausflugslokal dort auch Hirschsprung (Jelení skok).
Die Legende lebte fort und führte ein gutes Leben, wurde immer fetter, bis dann Mitte des 19. Jahrhunderts Baron August Friedrich von Lützow aus Norddeutschland nach Karlsbad zog. Ihn nervte der unkritische Umgang mit der Sage gewaltig, denn er war der Meinung, dass keinesfalls ein Hirsch, sondern höchstens eine Gämse über den Felsen hätte springen können. Da der endlose Streit mit den Ratsherren von Karlsbad zu keinem Erfolg führte, ließ er einfach von seinem Lieblingsbildhauer aus Berlin, der ihm schon viele Plastiken für seinen Garten geschaffen hatte, eine Gämse anfertigen, damit man sehen konnte, was er vergeblich zu erklären versuchte. Sie wurde dann 1851 auf dem Felsen montiert. Da das niedliche Tierchen sofort eine viel besuchte Attraktion wurde, trauten die Ratsherren sich auch nicht, sie wieder zu entfernen.
der Hirschsprungfelsen mit dem Gämslein Blick auf die Lützow-Villa, im Bildmittelgrund links allein stehend im Park
Aber auch schon ganz zu Beginn der Wanderung fanden wir etwas Neues. Auf dem Weg zum Anfangspunkt des Wanderweges Nr. 9 kamen wir an einem offen stehenden schmiedeeisernen Tor vorbei, das sonst nie offen stand. „Wo geht es denn da hin?“ Noch beim Fragen gingen wir schon hindurch und landeten oben auf der Mühlbrunnenkolonnade. Als wir vor acht Jahren das letzte Mal hier waren, konnte man das Obergeschoss der Mühlbrunnenkolonnade (die aus Casino Royale) nicht betreten, Baufälligkeit, Statikprobleme oder so etwas. Jetzt geht es und zusätzlich gibt es eine Fotoausstellung zur Geschichte der Kolonnade. Anscheinend wurde ein Teil des Filmgeldes dafür genutzt. Uns hat es gefreut.
Blick von der oberen Außenterrasse der Mühlbrunnenkolonnaden Richtung Thermal-Hotel
Das mit der Kombination zweier Wanderwege ist eine gute Sache, haben wir heute wieder gemacht, diesmal Nr. 18 hoch zum Goethe-Aussichtsturm und dann Nr. 12 hinab zum Hotel. Goethe soll mal gesagt haben, dass er nur in drei Städten gern leben möchte, in Weimar, in Karlsbad und in Rom. Hier in Karlsbad war er jedenfalls sehr oft, wahrscheinlich haben die Stadtväter auch deshalb etliches nach ihm benannt. So eben auch diesen Turm, der auch einen Gaststättenbetrieb hatte, irgendwann mal, aber nicht vor acht Jahren und auch nicht heute, als wir da waren.
Goethova vyhlídka
Der neogotische Turm wurde 1889 nach Plänen der Wiener Architekten Fellner und Helmer gebaut. Der Anlass war ein Besuch einer österreichischen Prinzessin. Die örtliche Sparkasse feierte im selben Jahr ihr Jubiläum und nutzte den Bau des Turms zu Werbezwecken. Hier muss damals schon eine Menge Geld unterwegs gewesen sein. Die beiden Architekten haben noch zwanzig weitere Gebäude in der Stadt geplant, darunter auch das Grandhotel Pupp, das Kaiserbad und das Theater. Für letzteres waren sie zu ihrer Zeit bekannt in ganz Europa. Zwischen 1870 und 1913 entwarfen sie 48 Theaterbauten, so auch das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.
Nach dem Temperatursturz von Montag mit 32 Grad auf heute mit nur noch 11 Grad mit Regen haben wir letzteren heute Vormittag im Hotel ausgesessen und lieber gelesen. Aber am Nachmittag war der Regen vorüber und wir brachen auf, mit Regenklamotten und Schirm bewaffnet, blieb aber alles im Rucksack, die Wolken hielten dicht. Auf dem Weg stetig bergan kamen wir an den Drei Kreuzen vorbei, die dort als Symbol der Re-Katholisierung schon seit ungefähr 375 Jahren stehen, allen Zeitläuften zum Trotz.
Tri krízeKarlsbad Kurgebiet
Weiter ging’s bergauf, bis wir auf 641 m Höhe am Aussichtsturm ankamen, die höchste Stelle, die man auf den Wanderungen rund um Karlsbad erklimmen kann. Da dort aber nichts weiter zu holen war, gingen wir gleich wieder hinunter in die Stadt, diesmal auf einem wesentlich steileren Pfad durch den regennassen Wald. Danach hatten wir kurtechnisch wieder genügend Kalorien verbrannt. Also ging es hinein in den Supermarkt und wieder hinaus mit leckeren tschechischen Schokowaffeln. So lässt sich die Zeit bis zum Abendessen gut überbrücken.
alles sehr lecker, Kosten ca. ein EuroAbschluss des Drei-Gänge-Menüs – dessert
And again, another walking tour around wonderful Carlsbad, even when it rains. Well, it wasn’t while we were walking. Famous German poet Mr Goethe was here several times and he looooved it, the spa, the beer and the nice young ladies he met here. So there are Goethe paths, busts, plagues and, and, and … And a tower on top of the highest hilltop around Carlsbad. The tower was built by a very famous architectural duo, Fellner and Hilmer from Vienna. They built a lot of the very grand places in Carlsbad, but were famous for their theatre buildings all over in Europe.
Heute haben wir uns aus dem Wanderwegeangebot unseren eigenen Rundweg gebastelt: von der Pestsäule aus die Nummer 13 hinauf zur Diana, die Nummer 17 wieder hinab zum Startpunkt der Funiculaire. Zu viel Insider-Sprech??
Hier kommt der Klartext:
Die Pestsäule, eigentlich die im Barockstil erbaute Dreifaltigkeitssäule, wird so genannt, weil sie 1716 als Dank dafür erbaut wurde, dass Karlsbad von der 1713 in ganz Böhmen wütenden Pest verschont geblieben war.
Dreifaltigkeitssäule oder auch Pestsäule in Karlsbad
An ihr vorbei führte uns die Wanderwegausschilderung in den Wald hinein. Die Wetter-App sagte zwar Regen und Gewitter vorher, aber irgendwie haben wir das nicht so Ernst genommen und verdrängt. Glücklicherweise sind die ‚Lusthäuser‘, diese kleinen Hütten, in den Wäldern reichlich vertreten, denn gerade als wir eines passiert hatten, begann es ausdauernd zu regnen und zu donnern.
diesmal ein willkommener UnterschlupfBlick aus der Hütte auf die Waldandacht im Regen
Wir warteten die Schauer ab, wurden dann noch etwas nass vom Nachregen aus den Bäumen, bis wir dann den Aussichtsturm ‚Diana‘ auf der Anhöhe ‚Freundschaft‘ (560 m über dem Meeresspiegel) bzw. die dazu gehörige Gaststätte erreichten.
der Aussichtsturm, 1914 erbaut, „verhältnismäßig hoch“ mit 35 mdie Traditionsgaststätte, gleich 1914 mit gebaut
Im Wanderführer wird es etwas blumiger beschrieben: „Bei einer klassischen Gelände-Kur machen sich zusätzlich etliche, für den menschlichen Organismus erforderliche bioklimatische Anregungen positiv bemerkbar.“ Das stimmt, der Kaffee samt Apfelstrudel mit Eis und Schlagsahne machten sich gut. Die im Brotlaib servierte Gulaschsuppe, obwohl sehr lecker, haben wir diesmal nicht genommen, denn das Frühstück fiel schon sehr üppig aus. Die meisten Gäste des Ausflugslokals gehen allerdings nicht zu Fuß zur Diana hinauf oder steigen gar bergab, sondern fahren mit der ‚Funiculaire‘ (neues Wort gelernt heute, ist Deutsch! Allerdings geläufig in der Schweiz, es handelt sich um eine Standseilbahn.) Wir haben den schlängeligen Abstieg auf dem Weg Nummer 17 gewählt und kamen so auch noch am Jesus vorbei.
„Näher mein Gott zu dir“ – man muss sich schon festhalten, damit einem nicht unwohl wird in der HöheJesuskreuz von vorne, das Haus links davon, das Drei Schwalben, ist übrigens erst 1999 erbaut worden -geht doch!
Im Vorwort unseres kleinen Reiseführers heißt unser Wandererlebnis dann so: „Die klimatische Gelände-Kur ist nicht nur bei der Heilung von Kranken im Sinne einer angemessenen Rehabilitation und nachfolgender Vorbeugung, sondern auch für bisher gesunde Personen als Mittel zur Bewahrung der persönlichen Gesundheit von unschätzbarem Wert. Außerdem handelt es sich um eine ausgezeichnete Ergänzung der klassischen Kurbehandlung und die Möglichkeit zur Erforschung des Zaubers der Wälder in der Umgebung des Kurorts.“ Yeah!
Was wirklich dermaßen out ist („Du willst den Scheiß doch wohl nicht auch noch fotografieren?!“), illustriert die folgende Danksagung an die Mutter:
ohne weitere Worte, das lassen wir mal schön so einsacken No english translation this time, another nice walk in the woods surrounding Carlsbad.
Es ist doch immer wieder schön hier! Gestern sind wir durch das Kurgebiet und das Zentrum spaziert, sehr langsam und gemächlich, nicht aufgrund des Alters, sondern weil die Temperaturen gestern 32 Grad erreichten. Die meisten Gebäude im Kurgebiet wurden rund um die vorletzte Jahrhundertwende erbaut. Dank kräftiger, meist russischer, Geldspritzen erstrahlen die Fassaden, die inzwischen fast alles Hotels oder Appartementanlagen sind, in neuem, alten Glanz (zwei Drittel im Eigentum russischer Privatinvestoren). Die Vielfalt der unterschiedlichen Architekturstile hat der Architekt Le Corbusier einmal als Ensemble der Torten bezeichnet. Es bleibt für uns aber schön anzusehen. Er hätte womöglich mehr Freude am Kurhotel Thermal gehabt, einem Betonhochhaus, das auf den ersten Blick ein Störfall im Gelände darstellt. Dabei ist es sehr interessant, wenn man sich ein wenig erkundigt. Gebaut als Hauptspielort des Internationalen Filmfestivals (für Insider, es gehört zu den A-Festivals, aber zu den kleineren) sieht die gesamte Anlage aus der Luft betrachtet wie ein gigantischer Filmprojektor aus.
Stará Louka, Karlovy Vary Stará Louka, Karlovy Vary mit dem berühmten Café Elefant Grandhotel Pupp, das beste Hotel am Ort Vridelní, gegenüber der Mühlbrunnenkolonnaden T.G.Masaryka, nicht mehr Kurgebiet, sondern Teil der Fußgängerzone im Zentrum Blick von unserem Balkon, im Hintergrund in der Bildmitte das Spa Hotel Thermal
Nach dem Gewitter gestern Abend hat es sich deutlich abgekühlt und wir sind heute auf Beethovens Spuren gewandert. Er selbst hat auch in der näheren Umgebung gekurt und währenddessen Karlsbad einen Besuch abgestattet, um bei einem Benefizkonzert mitzuwirken. Außer ihm waren eine Menge berühmter Leute hier, die Liste bei Wikipedia listet nur eine Auswahl auf und kommt dabei schon auf 31 Personen, alle weltweit bekannt. Die Menge an deutschsprachigen Besuchern ist nicht verwunderlich, denn dieser Teil von Böhmen war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges fast komplett deutschsprachig. Das ist nun anders, aber mit Deutsch kommt man hier überall gut zurande.
Wir haben heute also den 15. von den 22 Kurortspaziergängen unseres Taschenreiseführers absolviert, 5,5 km durch die Wälder auf dem Beethovenova stezka, dem Beethoven-Steig. Die 100 m Anstieg wurden belohnt durch schöne Ausblicke auf das Hotel Imperial, das exakt so über der Stadt thront. Am altán Básníku, dem Dichter-Lusthaus (ist eine Hütte im Wald, mehr nicht) waren wir immerhin 561 m über dem Meeresspiegel. Ganz gut für untrainierte Flachländer.
Mr. B., badet gerade nicht das Hotel Imperial
Nachmittags war dann nach dem Ausruhen Zeit für ein gepflegtes Kurkonzert. Das stadteigene Synphonieorchester spielte ein abwechslungsreiches Programm in der Mühlbrunnenkolonnade, Wassergeplätscher aus den Sprudelquellen inklusive. Am Abend gab es in der barocken Kirche St. Maria Magdalena, gleich neben unserem Hotel, inzwischen ein nationales Kulturdenkmal der Republik, ein Orgelkonzert in Verbindung mit Opernarien unter dem Thema Ave Maria.
Jan Mikoláš dirigiert das Karlovarsky Symfonicky Orchestr die Mezzosopranistin Barbora Martínková-Polášková vor der Orgel aus dem Jahr 1899 in der St. Maria Magdalena Kirche St. Maria Magdalena, Karlovy Vary
Nach so einem ereignisreichen Tag halten wir es dann mit Beethoven, der in einem seiner Briefe aus der Kur schrieb, als Badender müsse er nun schlafen gehen. An exciting day at the spa, going for a walk in the woods, 3,5 miles on the hills surrounding the city; a concert in the Colonnades in the afternoon and finally an organ concert in a baroque church, something for ears and eyes.