Regen, Regen, drus‘ … (DK, Juli 2023)

… Wi sitt hier warm in Hus‘! Ach nee, Klaus Groth, der norddeutsche, plattdeutsch schreibende Dichter, kannte noch keine Wohnwagen. Dort sitzen wir trocken, aber so richtig warm wird uns nur unter der heißen Dusche. Um uns herum, wie überall in Nordeuropa, entlädt sich das Tiefdruckgebiet „Unai“, während es im Süden des Kontinents auf den Inseln brennt.

Dann doch lieber Regen, es gibt ja Regenbekleidung. Pfützen sind sowieso ein wunderbares Spielzeug. Die Sandwege auf dem Campingplatz verwandeln sich im Laufe des Tages in ‚Wasserstraßen‘.

Auf dem Spielplatz sammelt sich Wasser in Töpfen, Förmchen und Pfannen. Das muss gesammelt werden, um daraus eine ‚warme‘ Suppe zu kochen, mit harten Äpfeln, die durch den Wind vor ihrer Zeit vom Baum gefallen sind.

Der Wind drückt den Regen so langsam durch die Kleidung und wir stolpern durch die Pfützenlandschaft zurück zum Wohnwagen. Das Vorzelt wird mit nassen Klamotten vollgehängt. Von unten drückt sich das Wasser langsam aber sicher durch den Teppich. Wir beschäftigen uns drinnen im Wohnwagen mit Brettspielen, Malsachen und Vorlesebüchern, während um uns herum die Welt langsam untergeht.

Nach vierundzwanzig Stunden Dauerregen geben sich die Wolken immer noch imposant, lassen aber nicht mehr unter sich. Auf dem Spielplatz scheint wieder die Sonne und verursacht bei den geduldig ausharrenden Großeltern einen unerwarteten Sonnenbrand.

Es gibt kein schlechtes Wetter, … (DK, Juli 2023)

… nur unangemessene Kleidung!

Inzwischen sind wir wieder in Vikær auf dem Campingplatz und machen Ferien mit dem Enkelkind. So richtig warm ist es nicht, aber der Strand lockt zum Buddeln. Schiffe brauchen schließlich einen sicheren Hafen, falls es noch Sturm geben sollte.

Und mit einem Neoprenanzug kann man auch schwimmen gehen ohne auszukühlen. Das Wasser ist mindestens so warm wie die Luft, wenn nicht sogar etwas wärmer.

Am nächsten Tag drohen dicke Wolken über uns, doch ein Blick auf den Regenradar (wir nehmen extra den von Danmarks Meteorologiske Institut) sagt uns, wann das Regengebiet durchgezogen ist.

Eingepackt in Neopren und bepackt mit Schwimmweste und Buddelzeugs geht es wieder an den Strand. Der Hafen benötigt eine Erweiterung und so nach und nach verändern wir die Küstenlinie.

Die Wolkenberge, die sich zwischenzeitlich über uns auftürmen, haben die Wettervorhersage leider nicht korrekt verstanden. Kurz bevor sie sich entladen, flitzen wir wieder zurück zum Wohnwagen.

Wetterkapriolen, FL, day 39 (USA 2022)

Die Wetterlage im März/ April hier in Florida ist schon manchmal extrem. Wir sind vor drei Tagen mit mehreren Tornado-Warnungen im Gepäck in Summerfield angekommen, um dann am Spätnachmittag bei 27 Grad in den Pool zu springen.

Am folgenden Tag ist es sehr, sehr heiß, der Himmel fast wolkenlos blau. Den Sonnenuntergang kann man nur als malerisch beschreiben.

Für den nächsten Tag laufen schon früh die Unwetterwarnungen ein, Sturm mit orkanartigen Böen und Regen mit wolkenbruchartigen Abschnitten. Es wird sogar das Kabelfernsehen unterbrochen, um entsprechende Textnachrichten einzublenden. Dabei ist es fast 30 Grad heiß und bis zum Mittag sieht der Himmel noch nicht wirklich dramatisch aus.

Nur eine Dreiviertelstunde später sind die Wolkenformationen wirklich atemberaubend. Die Bilder sind innerhalb von fünf Minuten aufgenommen worden!

Und dann schüttet es wie aus Eimern! Der Untergrund besteht aus Sand mit einer dünnen Schicht Mutterboden (wenn überhaupt) drauf. So versickern die Wassermassen sehr schnell. Es regnet den ganzen Nachmittag bis in den frühen Abend hinein. Wir bleiben im Wohnmobil und lesen. Von unserer norddeutschen Warte aus haben wir kein Unwetter erlebt, nur wirklich anhaltenden Regen und Wind. Wir finden, dass die amerikanischen Medien etwas übertreiben mit ihrer Panikmache.

Für morgen ist übrigens strahlender Sonnenschein bei 28 Grad angekündigt!

On Sea, Day 6 – 8 (Cruise Queen Mary 2)

In der folgenden Nacht ist das Schiff extra langsamer und mit ausgefahrenen Stabilisatoren gefahren. Wir passieren das nächste Sturmzentrum zwar 500 Kilometer südlich, geraten aber in den ca. 1000 Kilometer langen Ausläufer. Wenn soweit weg der Wellengang so heftig war, dann möchte ich nicht da sein, wo der Sturm an Land fällt. Kein Wunder, dass sie in Irland und Wales entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben.

Heute steht der erste von zwei Antigentests an, die wir für die Einreise in die USA benötigen. Dieser ist noch kostenlos, da kein Attest ausgestellt wird. Der zweite mit Attest kostet dann 25 $ pro Person, und beide Tests sind verpflichtend zu machen. Wir verzichten auf das Frühstück und reihen uns in die lange Warteschlange ein. Sie mäandert vom Flur aus durch die Kunstgalerie mit ihren dekorativen, aber künstlerisch wenig aussagekräftigen Werken hin zum Queens Room, wo auf der Tanzfläche sechs mobile Teststände aufgebaut sind. Wenn die Lautsprecheranlage später Paare namentlich bittet, in ihre Kabine zurückzukehren und purser‘s desk anzurufen (hab ich zweimal gehört), dann ist der Schnelltest wohl positiv. Alles wird hier sehr professionell und diskret gehandhabt.

Das lange Anstehen bei dem Wellengang ist so anstrengend, dass ich für den Rest des Tages ebenfalls auf die meisten Mahlzeiten verzichte. Am nächsten Tag ist der Wellengang zuerst nur noch drei bis vier Meter hoch, wird aber zum Abend hin stärker, das dritte Tiefdruckgebiet naht. Um die Mittagszeit herum befinden wir uns auf einer Höhe mit der Normandie südlich der Ostspitze Neufundlands in zwanzig Grad warmen Wasser und haben etwas mehr als die Hälfte der Atlantiküberquerung geschafft. Ab und zu essen wir, aber die meiste Zeit bleiben wir in unserer Kabine, lesen, gucken Filme oder schlafen.

Der fünfte Sturmtag beginnt morgens um sechs Uhr mit dem Passieren der letzten Ruhestätte der Titanic, etwa 40 Seemeilen südlich davon. Ein komisches Gefühl, da wir immer noch in sehr unruhigen Gewässern unterwegs sind. Wir haben inzwischen das dritte Tiefdruckgebiet erreicht. Der Kapitän versucht, auch dieses südlich zu umfahren, aber die Ausläufer sorgen für Orkanböen und rauhe See.

Das Wasser in den Pools ist inzwischen abgelassen worden, die Restaurants sind spärlich besucht, Tanzshows und Planetariumsvorführungen werden weiterhin abgesagt, die Außendecks bleiben abgeschlossen, obwohl wir dort 18 Grad hätten, Frühling, Golfstrom! Wir vertreiben uns die Zeit weiterhin mit dem Lesen dicker Schmöker vorwiegend im Bett, Essen ab und zu, Kinofilm im Fernsehen gucken und auch mal schlummern. So gehen die Tage herum.

On Sea, Day 4 – 5 (Cruise Queen Mary 2)

Mit dem Passieren der Western Rocks haben wir offiziell den Atlantik erreicht. Ich weiß wirklich sehr viel über Großbritannien, aber von den Western Rocks habe ich noch nie etwas gehört. Die Handvoll Felsen liegen westlich von Land’s End, und einige davon sind tatsächlich bewohnt. Nun fahren wir etwas weiter südlich als geplant, um den insgesamt drei stürmischen Tiefdruckgebieten über dem Atlantik auszuweichen. Der Seegang ist zunächst noch moderat, im weiteren gibt es Wellen bis zu 7 Meter hoch. Die Queen Mary 2 ist für diese Anforderungen konzipiert worden, Rumpf und Aufbauten bestehen ausschließlich aus Stahl. So liegt das Schiff relativ ruhig im Wasser. Aber eben nur relativ, je höher man sich aufhält, desto schaukeliger. Das Frühstück auf Deck 2 ist gut auszuhalten, lesen mittschiffs auf Deck 7 schon weniger, lesen in der Bibliothek vorne auf Deck 8 gar nicht. Am besten geht es im Liegen in der Kabine. Dann kann man auch immer mal schlafen.

Am nächsten Morgen (day 5) erscheinen schon weniger Personen zum Frühstück. Etliche der ca. 1400 Passagiere (Eigentlich fasst die Queen Mary 2 gut 3.000 Passagiere, wegen Covid-19 dürfen noch nicht so viele an Bord; allerdings ist die Besatzung von ca. 1300 Personen vollzählig an Bord.) bleiben auf ihren Kabinen. Das mit Teak ausgelegte Bootsdeck, auf dem man in zwei Runden 1,1 Meilen zurücklegen kann, ist wegen des starken Windes mit Böen von 8 bis 9 gesperrt.

Wir finden dennoch einen Weg, ein bisschen an die frische Luft zu kommen. Wir gehen zu den Hundezwingern auf Deck 12 (ja, es fahren auch Hunde und Katzen mit). Da kann nicht abgeschlossen sein, denn die Hunde benötigen ja Auslauf. Von dort aus kommen wir achtern über die Treppen bis auf Deck 7 hinunter.

In den Swimmingpools kann man im Kleinen sehr gut die Höhe des Wellengangs erkennen, das Wasser schwappt ordentlich in dem Becken. Da wir um die Mittagszeit draußen sind, können wir auch die vier Schiffshörner tuten hören, die, wenn auf See, immer um diese Zeit getestet werden. Eines der Typhone stammt noch vom Schiff Queen Mary. Hier wird viel Wert auf die Traditionen gelegt. Immerhin ist es so umgebaut worden, dass es nicht mehr mit Dampf betrieben wird.

Es ist nicht gemütlich genug für einen längeren Aufenthalt draußen. Alle Außentüren auf Deck 7 sind tatsächlich abgeschlossen, nicht nur mit einem Absperrband innen gesperrt. Wir müssen auf Deck 8 steigen und finden dort die zweite Möglichkeit, auch bei Sturm hinaus zu kommen: als Raucher-in. Draußen sind es angenehme 15 Grad, sowohl Luft als auch Wasser (sagt der Kapitän), aber es schauert doch ab und an aus den Wolken. Wir nähern uns dem Tiefdruckgebiet Eunice (Zeynap in Deutschland) vor uns mit knapp 20 Knoten. In Wales haben sie schon den Zugverkehr für den nächsten Tag abgesagt, wenn der Sturm dort auf das Land fällt.

Wir befinden uns im Moment auf der Höhe von Kap Finistere in Nordspanien und halten Kurs auf die Südspitze von Neufundland. Am Abend geht es mir wirklich nicht mehr gut, das Schaukeln im Kino gibt meinem Magen den Rest. Das angekündigte Tiefdruckgebiet hat uns erwischt, wenn auch nur am Rand. Das reicht schon vollkommen aus. Kay sieht den Film ganz an und freut sich dann auch, dass er sich hinlegen kann.

Southampton (UK), Day 3 (Cruise Queen Mary 2)

Heute müssen wir früh aufstehen, um uns noch vor dem Frühstück mit Reisepass der britischen Passkontrolle in persona zu präsentieren. Einmal kurz die Maske abnehmen, ein Blick in die Papiere und schon haben wir die kleine grüne Karte in der Hand, die es uns erlaubt, später an Land zu gehen. Die digitale Anmeldung (passenger locator form) mussten wir schon vor Fahrtantritt zuhause ausfüllen.

Nach dem Frühstück kommen wir auf unserem Weg zur Gangway an diesem traditionellen roten englischen Briefkasten vorbei. Die Queen Mary 2 heißt mit vollem Namen RMS Queen Mary 2, wobei die Abkürzung für Royal Mail Ship steht. Sie befördert immer noch Post der britischen Royal Mail. Wenn man die passenden Briefmarken dabei hätte, könnte man also etwas in den Briefkasten hineinwerfen.

Wir werden von einem Doppeldecker-Shuttlebus zum West Quai Shopping Centre gebracht, in dem die meisten Mitreisenden schnell verschwinden. Kein Wunder, es regnet. Wir wollen auch ein bisschen shoppen, besuchen aber zunächst die City Art Gallery und genießen die Kunst aus den Sammlungen. Die nächste Sonderausstellung wird leider noch aufgebaut.

Danach ist der Regen eher stärker geworden, wir trocknen uns in einem Café mit Wifi, um gleichzeitig den letzten Beitrag von Europa aus zu posten. Anschließend bummeln wir durch einige charity shops, von denen es weniger gibt als noch vor sechs Jahren. Wir entdecken die ersten starken Anzeichen vom bevorstehenden Frühling, zumindest hier in der Nähe des Golfstroms.

Der Regen hört einfach nicht auf, wir gehen früher als gedacht zurück zur Bushaltestelle des Shuttles. Wir durchqueren das West Quay Shopping-Center, aber auch dort es hält uns nicht weiter. Wir lassen uns zum Schiff zurückfahren.

Während wir zu Abend essen, bricht das Schiff zu seiner 336. Transatlantiküberquerung auf. Die Lichter des Hafens ziehen an uns vorbei, wir genießen dabei das sehr gute Essen. Danach ist Showtime: Zuerst erfreuen uns die MacDonald Bros. mit (im weitesten Sinne) schottisch-irischer Musik, danach gehen wir wieder ins Kino und gucken uns The Protégé an. Die Liveauftritte an Bord sind alle handwerklich gut, das Repertoire allerdings für den sehr breiten Massengeschmack. Ein bisschen etwas hören und sehen wir uns immer an, aber wir bleiben nie lang an einem Ort.

Curral das Freiras – Wanderung zum Gehege der Nonnen, Teil 2 (Madeira 22)

Rechts vom Hotel unterhalb des Eira do Serrado beginnt der Abstieg ins Tal. Das englische Ehepaar startet vor uns, wir überholen irgendwann, am Picknickplatz überholen sie, am Ende treffen wir uns an der Bushaltestelle wieder. Doch da sind wir jetzt noch nicht.

Wir kommen durch einen Kastanienwald, der jetzt natürlich nicht belaubt ist. Es handelt sich um Esskastanien, aus denen hier alles mögliche hergestellt wird, von Bonbons über Likör und Suppe zu allen Arten von Gebäck. Die Bäume wurden im 17. Jahrhundert neben anderen Obstsorten von den Nonnen angepflanzt, um etwas Einkommen zu generieren. Für den Zuckerrohr- und Bananenanbau war das Tal nie geeignet, da die Ernte nicht abtransportiert werden konnte.

Unser Wanderweg (wenn man genau hinsieht, kann man einige Abschnitte sehen) war bis 1959 der einzige Zugang zum Ort, genutzt von Fußgängern und Ochsenschlitten. Dann wurde die (jetzt alte, wegen Steinschlaggefahr nicht mehr zu befahrende) Straße gebaut, die sich den Berghang rechts der Schlucht hinuntermäandert. Am Baum zwischen den beiden Graten sind wir gestartet und haben jetzt die Hälfte des Abstiegs geschafft.

Auf dem kleinen Felsvorsprung in der Bildmitte machen wir Pause. Das Frühstücksteam hat uns wieder eine leckere Lunchbox zusammengestellt, um die uns Engländer beneiden, wie sie uns später beim Warten auf den Bus erzählen.

Der Wanderweg ist gut ausgebaut, die unterschiedlich hohen Stufen und die Feuchtigkeit machen manche Stellen etwas anstrengend. Gut, dass wir die Stöcke dabei haben, denn 11% Gefälle ist nur ein Durchschnittswert. Der Weg ist an einer Stelle gerade erst notdürftig repariert worden. Ein Erdrutsch hat vor kurzem große Teile des Hanges und mit ihm auch den Weg weggerissen.

Curral, also Pferch, wurde der Talkessel schon immer genannt, da es hier ausgedehnte Weiden für das Vieh gab. Die Nonnen hatten hier nicht nur ihre Ländereien, sondern fanden auch zu Zeiten der Piratenüberfälle auf Funchal eine schützende Zuflucht. In den Fremdsprachen bürgerte sich der Name Tal der Nonnen, Nuns Valley ein.

Da das Tal viele Jahrhunderte kaum zugänglich war, siedelten hier auch nicht viele Menschen. Den Anfang machten im 15. Jahrhundert Hirten und entlaufene oder freigelassene Sklaven. Den jetzt namensgebenden Nonnen wurden die Ländereien Ende des 15. Jahrhunderts überlassen, da zwei Enkeltöchter des Inselentdeckers Zarcos im Konvent des Santa Clara Klosters in Funchal lebten (oder vom Vater dorthin „entsorgt“ wurden, in Ermangelung standesgemäßer Verheiratung).

Links im Bild ist die Stromleitung zu sehen. Elektrizität kam erst 1962 ins Tal, also erst seit 60 Jahren. Die Berge rundum sind so hoch, Fernsehgucken ging noch viel länger nicht. Erst seit 1985 sind Programme zu empfangen. Das ist heute fast nicht mehr vorstellbar, wir haben im Tal Telefonempfang und Wifi gibt es auch.

Curral das Freiras liegt ca. 20 Kilometer nördlich von Funchal, gehört verwaltungstechnisch aber zum 29 Kilometer entfernten Câmara de Lobos. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörten die Menschen der Kirchengemeinde von Santo António im Norden Funchals an. Da sie aber aufgrund der abgeschieden Lage nicht hinreichend genug kirchlich betreut werden konnten, wurde die Kirchengemeinde selbstständig.

Die Bushaltestelle liegt praktischerweise direkt gegenüber von einem Café. Der Regen wird stärker, der Kellner hat die Abfahrtzeiten im Kopf und gibt uns rechtzeitig Bescheid. Auf der Rückfahrt können wir noch einmal die Fahrtkünste der hiesigen Busfahrer bewundern. Zuerst geht es noch ein bisschen weiter durch das nördliche Tal, in dem die Regenfälle zu starken Hangabbrüchen geführt haben.

Hier wird die Straße gesichert und erneuert.

Dann geht es auf gleicher Strecke zurück und bald zügig durch den fast zweieinhalb Kilometer langen Tunnel aus dem Tal heraus, noch ein Schlenker zum Eira do Serrado und dann wieder auf die Serpentinenstraße Richtung Funchal. Natürlich kommt uns wieder ein Bus entgegen. Diesmal ist die Stelle sehr eng. Beide Busse stoppen vor und zurück, noch ein bisschen und noch ein Versuch. Als beide Außenspiegel ganz weggeklappt werden, passen wir aneinander vorbei.

In Funchal genießen wir den Sonnenschein und wärmen uns ein bisschen auf. Das Wetter war zwar nicht so ideal zum Wandern, es hat trotzdem Spaß gemacht. Am nächsten Morgen zeigt uns der Kellner Fotos vom höchsten Gipfel im Zentralmassiv. Dort ist der Niederschlag in der Nacht als Schnee heruntergekommen. Amazing!

Wetter-Update Mitte/Ende Januar (Madeira 22)

Der seit gut einer Woche die Insel umbrausende Sturm hat sich endlich verzogen. Irgendwann hat man alle atemberaubend hohen Brecher mehrmals fotografiert. Auf unseren Spaziergängen entlang der Küste zur Praia Formosa nahmen wir zwischenzeitlich die Regenjacken mit, gegen die über die Wege schlagenden Brecher und gegen den Wind an den Außenplätzen des Cafés.

Der Sturm hat an der Praia Formosa ordentlich Strandsubstanz mitgenommen und eine richtig hohe Abbruchkante hinterlassen.

An Baden im Atlantik war in der letzten Woche nicht zu denken. Andere Strandgänger haben die Chance genutzt, aus dem Treibgut etwas zu bauen und zu ergänzen.

Es blieb die ganzen Tage trotz heftigen Sturms warm bei 19 Grad. Die Einheimischen bleiben dabei, es ist Winter und wirklich kalt, sie tragen Pudelmützen. Doch jetzt können wir seit zwei Tagen wieder auf der Außenterrasse des Hotels frühstücken, den Sekt in der Sonne genießen und anschließend die Sonnenliegen am Pool nutzen. Das Thermometer steigt wieder und der Wind schläft ein. Das Wasser im Pool ist allerdings noch eiskalt.

Auch die Fischer lassen ihre Boote wieder ins Hafenbecken und fahren hinaus zum Fischen. Andere bleiben an Land und schneiden Napfschnecken (patella candei) von den nun wieder zugänglichen Felsen im Hafenbecken. Die lapas (auf portugiesisch) stehen in allen Restaurants als Vorspeise auf den Speisekarten. Man isst sie wie Austern. Wir haben uns noch nicht an sie heran angetraut.

Es gibt auch wieder Sonnenuntergänge zu sehen. Sie sind jedoch noch nicht wieder so schön wie im Dezember.

Wind, Wetter, Wellen, Teil 2 (Madeira 22)

Gestern (Montag) fühlten sich die 19 Grad etwas kühler an, da es stark bewölkt ist und auch viel windiger. Nun merken wir auf eine andere Weise, dass Madeira mitten im Atlantik liegt. Hier entwickeln sich gern mal die atlantischen Sturmtiefs, die dann das Wetter in Festlandseuropa bestimmen. Und wir scheinen gerade in so einem sich entwickelnden Sturm zu sitzen, der auf dem Wasser für Wellenhöhen von 12 Metern und mehr sorgen kann.

Die wenigen Fischerboote, die sonst in der Bucht liegen, sind schon am Freitag auf‘s Land gezogen worden. Am Sonnabend ist das Schiff, das zunächst noch auf der Slipanlage lag, noch weiter hochgezogen worden. Gute Idee, denn die Wellen schlagen bis nach oben hoch. Gestern sind auch die Zugänge zur Mole und zur Strandpromenade in Câmara de Lobos abgesperrt worden. Die Brandung scheint noch stärker als die vergangenen Tage zu sein.

Wir machen trotzdem einen Spaziergang Richtung Funchal. Und was soll man sagen, die Wellen und Brecher sind wirklich noch einmal höher als vorgestern. Zum Größenvergleich: auf den nächsten beiden Fotos sieht man einen Mann in den Klippen (unterhalb der Sturmmöwe) bzw. zwei Männer, die auf dem Schiff links arbeiten.

Diesmal schlagen die Wellen an einigen Stellen über den Promenadenweg, an den Stellen, wo er über das Geröll führt, hinweg. Erstaunlicherweise ist dieser Weg (noch) nicht abgesperrt worden.

Es ist ein großer Spaß, zu versuchen, die „perfekte“ Welle zu fotografieren. Ein bisschen Einsatz muss man schon zeigen, wir werden an den Unterschenkeln etwas nass.

Beim anschließenden Kaffee verspricht Kay, sich für das „perfekte“ Foto unter den Spray zu stellen. Gesagt, getan. Der vermutete Spray fühlt sich allerdings so an, als wenn man mehrere Eimer kaltes Wasser über den Kopf bekommt.

Die Frau hat es unfreiwillig erwischt. Aber sie hatte einen Regenmantel an.

Kay wird tatsächlich bis auf die Haut nass (ich nur bis zu den Oberschenkeln), und wir laufen zügigen Schrittes zurück zum Hotel, um uns trockene Kleidung anzuziehen. Am nächsten Tag ist der lang angekündigte Regen wirklich bei uns in der Bucht angekommen. Wir verbringen den Tag im Hotel. So haben die Klamotten Zeit genug, wirklich zu trocknen.

Wind, Wetter, Wellen, Teil 1 (Madeira 22)

Wir sind ja im Moment auf Madeira, um hier im milden Frühlingsklima zu überwintern, bevor es für uns hoffentlich weiter nach Amerika geht. Die Temperaturen sind wirklich sehr mild, immer zwischen 17 und 21 Grad, äußerst angenehm für uns Norddeutsche. Und die Sonne scheint, der Himmel ist blau, ein Traum. Auf unserem Ausflug nach Ribeira Brava am Freitag brannte die Sonne ungehindert vom Himmel, es wehte ziemlich kräftig. Lustigerweise blieb das Meer fast unbewegt, bis auf ein paar niedliche kleine Schaumkrönchen.

Am Sonnabend bescherte uns die Sonne tatsächlich einen kleinen Sonnenbrand. Auf unserem Spaziergang zur Praia Formosa entlang der Küste zeigte das Meer den Effekt des gestrigen Windes, die Wellen brachen sehr schön an den Felsen und Wellenbrechern.

Gestern war der Himmel sehr bewölkt, das Meer brüllte und schäumte in den Hafen, dabei war es warm (19 Grad) und fast windstill oberhalb des Wassers. So etwas haben wir bisher noch nicht erlebt. Auf unserem Spaziergang gingen wir auf die Jagd nach den höchsten Brechern. Hier ist eine kleine Auswahl aus den knapp 200 Fotoversuchen.

Dieses faszinierende Wetter bleibt uns noch etwas erhalten. Morgen kommen noch spektakulärere Fotos!