Another fine day at the beach, AL, day 35 (USA 2022)

Der Tag ist sehr, sehr warm, die Sonne scheint vom blauen Himmel auf uns herab. Es ist still auf dem Campingplatz, da alle mit Sack, Pack und Auto an den Strand gefahren sind. Da wollen wir auch noch hin, aber da wir weder Sonnenschirm noch Pavillon dabei haben, bleiben wir erst einmal im Schatten der Markise sitzen, genießen die Ruhe und lesen.

Als wir am Strand ankommen, sind die meisten anderen schon nicht mehr da. Das trifft sich gut, so müssen wir nicht so weit laufen, um unter uns zu sein.

Wir lagern bei den zwei westlichen Röhren, die als Peilstäbe für ein künstliches Riff dienen. Wenn man so im Wasser ist, dass die gestreifte hinter der gelben Röhre verschwindet, findet man das westliche Ende des Riffs.

Heute ist es zum Schnorcheln zu windig, keine gute Sicht unter Wasser, die gelbe Flagge weht. Das bedeutet hier ‚mittlere Gefahr‘: moderate Wellen, schwache Schwimmer sollten nicht ins Wasser gehen.

Wir sind die dänische Nordsee gewohnt, für uns sieht das Meer extrem einladend aus. Und im Gegensatz zur Nordsee ist das Wasser hier sehr warm. Schwimmen kann man nicht, dazu es es viel zu flach. Aber sich von den Wellen treiben lassen, ist klasse.

Wenn man aus dem Wasser heraus kommt, ist es quasi genauso warm mit einer leichten Brise. Wir fühlen uns wie in einer riesigen indoor-Anlage. Was für ein tolles Stückchen Erde!

Nachdem wir mehrmals im Wasser waren, machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Der Parkplatz ist noch nicht leer, denn nun kommen alle die, die den Sonnenuntergang sehen wollen. Auch der Beach Pavillon füllt sich, dort scheint es ein Dinner mit Feuer im Kamin und vielen Leuten zu geben.

Hiking-Tour im Gulf State Park, AL, day 34 (USA 2022)

Da wir nicht so einfach an Fahrräder kommen können, entscheiden wir, eine kleine Wanderung zu machen. Es gibt hier jede Menge trails, wir kombinieren einige, so dass wir einmal um den Middle Lake herum kommen. Das erscheint uns machbar, ca. acht Kilometer in gut zwei Stunden.

Zuerst geht es über einen erhöhten Holzbohlenweg durch eher sumpfiges Gebiet.

Der kleine lizard genießt die Sonne. Wir würden uns über etwas mehr Schatten freuen.

Danach geht es auf Asphalt weiter, es scheint keine Gefahr mehr von plötzlichen Alligator-Begegnungen auszugehen. Als die ersten spanischen Entdecker in den 1500ern hier ankamen, fanden sie eine dichte Bewaldung mit Sumpfkiefern vor. Gutes Holz, aus dem und mit dem man alles mögliche machen konnte. Es dauerte nicht so wahnsinnig lange, bis 97% des Bewuchses verschwunden war.

Nun forsten sie zumindest den state park wieder mit den Sumpfkiefern auf. Diese Kiefer ist im „Gras-Stadium“, sie bleibt darin sieben Jahre.

Die Kiefern im Vordergrund sind noch recht buschig, aber schon etliche Jahre alt. Die hohen Bäume im Hintergrund sind ausgewachsene Sumpfkiefern. Sie können bis zu 300 Jahre alt werden, wenn man sie nicht vorher fällt.

Die Seen und Kanäle, die Gräben und Sümpfe im state park stehen alle miteinander in Verbindung. Die Ebbe und Flut-Bewegungen des Ozeans übertragen sich auf die Gewässer des state parks.

Auf der anderen Seite des Sees kommen wir an anderen typischen Pflanzen vorbei. Die Pflanze im Vordergrund sieht aus wie Rosmarin. Der Strandrosmarin („falscher Rosmarin“) kommt sehr lange ohne Wasser aus und wächst überall in den Dünen der Golfküste. Der dunkle Busch im Hintergrund heißt Florida Rosemary, ist auch kein Rosmarin, sondern gehört zu den Erikagewächsen.

Wir nähern uns wieder dem Middle Lake und stoßen auf den nächsten Holzbohlenweg, der uns über die wetlands zurück zum Campingplatz führt.

Gulf Shores State Park, AL, day 33 (USA 2022)

Wir sind noch etwas weiter westlich gezogen. Den Strand mit den Dünen und dem sugar sand haben wir beibehalten, ebenso das smaragdgrüne Wasser. Allerdings befinden wir uns inzwischen im Staat Alabama und campen in einem state park. Es ist herrlich hier, so viel ruhiger und so viel mehr Platz.

Der Campingplatz ist riesig und nimmt dabei nur einen kleinen Teil des state parks ein. Dieser umfasst Waldgebiete, Dünen und einen vier Meilen langen Strandabschnitt, drei Seen und viele trails zum Wandern und Fahrrad fahren.

Fahrräder zur Benutzung im state park kann man sich für drei Stunden kostenlos ausleihen. Leider gibt es keine Station in unserer unmittelbaren Nähe. Auf dem Bild ist im Hintergrund ein kleiner Teil des Campingplatzes zu sehen.

Wir wollen den Strand des state parks erkunden. Ein Weg führt über diesen Holzweg auf Stelzen. Der führt nicht nur über die Wasserläufe, sondern auch über das sumpfige Gebiet. Erhöht, damit man nicht unverhofft eine Begegnung mit einem Alligator macht.

Wenn der Highway überquert ist, führt der Weg an vielen, für die Amerikaner notwendigen Gebäuden vorbei, um den Besuch in der Natur angenehm zu machen: ein großer Parkplatz, ein Zentrum, in dem die Natur um einen herum erklärt wird, mehrere Unterrichtsräume, Toiletten und Duschen, ein Strandpavillion und weiteres.

Dieses Gebäude ist der Strandpavillion, in der Mitte ein völlig überdimensionierter offener Kamin.

Wie schon in Navarre Beach ist die Strandseite der Straße mit hohen Hoteltürmen bebaut, bis exakt zur Grenze des Naturparkgeländes. Wir sind uns sicher, dass sie weiterbauen würden, wenn der folgende Abschnitt nicht geschützt wäre.

Der Strand ist auch am Nachmittag noch gut besucht. Wir laufen so lange, bis wir den Zuckersand für uns alleine haben, setzen uns hin und genießen die Ruhe.

Das Meer hier ist etwas tiefer als an der Küste Floridas. Deshalb gibt es hier noch mehr Muscheln zu finden. Leider bleibt es wieder bei Bruchstücken. Diese Muschel war beinahe fußgroß.

Auf dem Rückweg fliegen ein paar Pelikane über uns rüber, faszinierende Vögel.