Es stürmt immer noch, der Wind wird kälter, die Sonne bleibt spärlich. Wir machen einfach das, was wir sonst auch im Sommer machen: nicht am Strand in der Sonne braten, sondern Sightseeing. Unser Ziel ist die Umrundung des Ringkøbing Fjords, der eigentlich eine Lagune ist, von der Nordsee abgetrennt bzw. geschützt durch das Holmsland Klit, auf dem auch unser Sommerhaus liegt.
Wir starten bei recht gutem Wetter, doch die Besichtigung gleich des ersten Stopps erledigen wir in zwei Minuten vom Auto aus. Lynvig Fyr, der Leuchtturm nördlich von Hvide Sande, bietet sonst eine wunderbare Aussicht auf die Nordsee. Heute fällt die Nordsee auf den Leuchtturm und auf unser Auto. Wir drehen um und fahren den blauen Himmelsflecken nach, Richtung Osten, zum nördlichen Ende des Ringkøbing Fjords.



In der kleinen Handelsstadt stoppte der Regen, so konnten wir sie im Sonnenschein erkunden.


Die Kirche aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wartet im Innern mit einer Überraschung auf. Im Zuge der Renovierung von 1995-96 wurde ein modernes Altarbild von Arne Haugen Sørensen aufgestellt. Auch das Taufbecken ist nach einem Entwurf von Haugen Sørensen gestaltet worden. Der Kirchturm ist übrigens oben breiter als unten, was bei unserem Foto leider nicht zu erkennen ist.
In der Innenstadt erahnt man anhand der Gebäude die glorreiche Vergangenheit, als Ringkøbing erfolgreiche Handelsstadt im 18. und 19. Jahrhundert war. Alle Arten von Fellen, dazu Wolle und Tabak, Getreide und Butter, Ochsen und Fisch wurden nach Hamburg, Holland, England und Norwegen verschifft. Das Zollamt am Hafen zeugt heute noch von alter Größe.


Ganz in der Nähe steht eine 3,5 Meter hohe Skulptur des berühmten dänischen Bildhauers Jens Galschiøt. Im Volksmund wird sie die fette Frau genannt. Sie heißt jedoch ‚Survival of the fattest’, eine riesengroße, fette Frau aus der westlichen Welt, Justitia darstellend, sitzt auf den Schultern eines halbverhungerten afrikanischen Mannes. Nach einer Ausstellung mit Werken von Galschiøt in Ringkøbing wollten die Bewohner dieses Kunstwerk gern behalten. So sammelten sie innerhalb eines Jahres genügend Geld ein, um die Skulptur zu kaufen. In Blickweite steht eine weitere Skulptur des Künstlers, allerdings als Leihgabe, der ‚Balanceakt‘.


Auch die letzte Neuerwerbung der Stadt lief uns bei unserem Rundgang über den Weg, ‚Miss Ringkøbing‘, geschaffen von keinem geringeren als dem inzwischen verstorbenen Prinzgemahl der dänischen Königin, Prins Henrik.

Ringkøbing ist wirklich ein hyggeliges Städtchen.


Auf der Ostseite des Ringkøbing Fjords präsentiert sich die Landschaft so, wie man sich von Kopenhagen aus Jütland vorstellt: Felder, Wiesen, einsame Gehöfte, winzige Dörfchen, kurz: langweilig. Ist auch so, bis man wieder auf die Westseite kommt, mit der langen Dünenkette, hinter der die Nordsee beständig braust und rollt.








































































































































