das Eingangsschild zum Schlossgelände, am Wochenende ist geschlossen, doch wir kamen quasi durch den „Hintereingang“ von der Steilküste aus, da gab es kein Hinweis
Heute Nachmittag holten wir die geplante Fahrradtour durch die nähere Umgebung nach. Die Rundtour führte uns zunächst immer oberhalb der Küste entlang, durch das Sommerhausgebiet von Tårup Strand, durch den Kajbjerg Skov (Wald) und zwischen Getreidefeldern hindurch bis wir schließlich das Holckenhavn Slot erreichten. Die Ausblicke auf Brücke, Ostsee und Felder schwankten zwischen malerisch und Postkartenidylle.
Das Schloss selbst ist nicht zugänglich, aber wir konnten es einmal umrunden, immer entlang des Schlossgrabens. Sehr nettes Anwesen, in der 14. Generation im Besitz der Familie Holck, das die Eigentümer (jetzt Christina und Dennis Holck) für Feierlichkeiten aller Art ausleihen. Wenn wir mal reich wären, könnten wir …
Der Rückweg führte dann überwiegend auf der Strecke der Radroute 8 (Østersøruten) entlang über Kogsbølle zurück zum Campingplatz. Zum Teil war der Weg sehr hügelig und führte wieder an Getreidefeldern (Roggen, Gerste, Hafer, Weizen, Raps (ich weiß, ist kein Getreide), alles war dabei) vorbei, die zum Teil mit schönen Blühstreifen vom Wegesrand abgegrenzt waren. Die Häuser und alten Höfe, an denen wir vorbei kamen, präsentierten sich in allen Ausbaustufen von ‚verlassen und verfallen‘ bis hin zu ‚nach allen Regeln der Kunst instandgesetzt und modernisiert‘. Vom Rückweg gibt es keine Fotos. Entweder keuchten wir bergaufwärts oder wir genossen die Schussfahrt und den Fahrtwind bergab.
Wie schon öfter erwähnt, lieben wir es ja, in den gemeinnützigen Secondhand-Shops nach interessanten Dingen zu stöbern. In kleineren Orten sind es meist auch kleine, manchmal vollgestopfte Läden in der Nähe der Haupteinkaufsstraßen oder auch auf der Hauptstraße, um Leerstand in den Ladenlokalen zu verhindern. In größeren Orten findet man auch meist einen größeren Laden in einem der am Stadtrand liegenden Industriegebieten.
In diesem großen Laden in Nyborg haben wir nur einen neuen Teebecher erstanden. Glas- und Porzellanwaren gab es zum halben Preis. Auf dem Becher klebten zwei Preisschilder, 10 Kronen und 5 Kronen. Wie man mathematisch nur unschwer errechnen kann, befindet sich der neue halbe Preis bereits auf dem Becher. Das ehrenamtliche, täglich wechselnde Personal, meist alte oder auch sehr alte Damen, benötigt Sicherheit.
Unabsichtlich stand der Becher nun mit dem 5-Kronen-Preisschild der Dame zugewandt auf dem Kassentresen und sie bekam ein 5-Kronen-Stück in die Hand. Sie sagte etwas, was wir nicht so schnell verstanden (kein erkennbarer Kontext) und hantierte mit der Kasse, die nicht so wollte wie sie. Wir warteten noch ein bisschen, aber sie beschäftigte sich weiter mit der Kasse. Daraufhin wünschten wir ihr einen guten Tag und wollten gehen. Sie bekam die Kasse auf und wiederholte, was sie kurz zuvor bereits gesagt hatte: wir sollten doch noch Wechselgeld erhalten. Der halbe Preis für den Becher belief sich also auf 2,50 Kronen. Okay, unsere dänischen Sprachkenntnisse eignen sich nicht zum Argumentieren. So nahmen wir auch noch das Wechselgeld in die Hand und freuten uns.
Mit dem Sparschäler an Bord, erstanden zuhause im lokalen Edeka, hier links im Bild, kam Kay nicht gut zurande. Also hielt der Blick in den Secondhand-Läden auch Ausschau nach einem neuen Sparschäler. Irgendwo in Haderslev fanden wir den schicken neuen, rechts im Bild. Er sieht auch viel stylischer aus. Den probierte ich gestern aus und wunderte mich, dass ich mein Handgelenk beim Apfelschälen in einem so merkwürdigen Winkel halten musste. Scharf war der Sparschäler schon, aber irgendwie unhandlich. Kurzerhand nahm ich ihn in die linke Hand (wie gut, dass ich sehr viele Dinge auch mit links ziemlich gut machen kann) und schälte den Apfel ohne weitere Probleme in Nullkommanichts. Siehe da, da haben wir einen Schäler für Linkshänder erstanden. Na, macht nichts. Ich kann beide verwenden, Kay muss mit dem Blechteil halt üben!
Die Gemeinde Nyborg ist sehr ergiebig, was potentielle Erlebnisse angeht. Wir könnten von Campingplatz aus eine Fahrradtour an der Küste entlang zum nahegelegenen Schloss Holckenhavn machen, oder mit dem Auto eine „Sprit“-Tour. Hier in der Nähe gibt es zwei Brauereien, deren Biere mit Preisen ausgezeichnet wurden und drei Weingüter (mildes Klima hier), alle mit angeschlossenen Hofläden (was für ein Fest!) und in Nyborg selbst eine Destillerie, die Whiskey, Rum, Gin und Aquavit brennt. Auch Odense lockt mit einem tollen Kunstmuseum und dem neu eröffneten Hans-Christian-Andersen-Haus.
Aber eine mächtige Regenfront macht alle Pläne zunichte, wir sitzen das Wetter im Wohnwagen aus, lesend, schreibend, Gitarre spielend, essend und trinkend. Das geht ganz gut. Am Nachmittag scheint wieder die Sonne. Wir erkunden den Strand in die andere Richtung, nach Süden hin. Aber auch dort nur Kiesel, Algen, eine Spur von Sand und flaches Wasser; nicht besonders schön und auch nicht gut zu gehen.
Für den Rückweg finden wir einen Aufgang zu einem Gerstenfeld mit einem gemähten Randstreifen, wie gemacht für uns. Leider endet der Streifen bald, und wir gehen weiter in den Furchen. Die Gerste wächst höher und ist unten nasser als gedacht. Aber nun sind wir unterwegs. Wir treffen auf eine weitere gemähte Schneise mitten im Feld, der wir folgen. Aber auch die stellt sich nicht als unser Weg heraus, sondern führt direkt und in gerader Linie zum Bauernhof. Wie cool, ein privater Zugang zum Meer. Da wir den Umweg über den Hof und die Straße nicht laufen möchten, geht es wieder querfeldein, bis wir schließlich unseren Ausgangspunkt erreichen.
Zur Belohnung gibt es ein Eis aus dem Campingplatz-Kiosk und Unterhaltung durch die Mitcamper am Badesteg.
Das kleine ankommende Boot wird gleich aufgeslippt.„Unsere Eis-Bank“toller Ausblick, die fünftlängste Hängebrücke der WeltTeile des Campingplatzes als Blumenwiese, die Mischung kann man hier kaufen.
Als erstes gleich mal etwas geschichtliches zum Dazulernen: Nyborg ist Dänemarks erste Hauptstadt. Das Schloss wurde vor mehr als 800 Jahren von König Waldemar gegründet, zentral im damaligen Dänemark gelegen und damit auch Danehof (damaliges Parlament in der Zeit des Reisekönigtums). Vom Turm des Schlosses aus konnte man wunderbar den Schiffsverkehr auf dem Großen Belt überwachen.
Nyborg Slot
Von den ehemaligen Wallanlagen rund um Schloss und Innenstadt ist noch einiges erhalten, wenngleich manchmal nicht mehr unbedingt als solche zu erkennen, wie z.B. der jetzige Friedhof, der allerdings sehenswert ist. In der Anlage erinnert er eher an einen Park. Unsere Friedhöfe sehen deutlich anders aus.
Direkt am Schloss steht noch ein Stück Wall. Dort findet man auch einen Wasserturm von 1899, der immer noch funktionsfähig ist und alte Kanonen, die früher die Stadt beschützten. Das ist heutzutage nicht mehr nötig. Stattdessen wird nun jedes Jahr der Sommer mit Kanonenschüssen begrüßt.
Die Wallanlage bestand aus Doppelwällen, dazwischen lief der Wassergraben. Die Mauern links und rechts stauen das Wasser. Diese Ausfallpforte diente gleichzeitig auch als Versorgungsweg.
Das alte Landtor, Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut, war bis 1869 der einzige öffentliche Zufahrtsweg in die Stadt hinein. Die Straße führte direkt auf das Schloss zu. Gesichert wurde das Tor durch das Wallsystem uns die Wasserbräben. Um 22 Uhr wurde das Tor, mit 40 Metern das längste Tor Dänemarks, geschlossen, eine Viertelstunde vorher wurden die Glocken geläutet, um darauf aufmerksam zu machen. Noch heute läuteten in Nyborg jeden Abend um 21:45 Uhr die sogenannte Wächterglocke in der Kirche.
Am zentralen Marktplatz (Torv) gegenüber des Schlosses liegen das Rathaus und andere repräsentative Gebäude. Schon immer fand hier der Markt statt und in früheren Zeiten auch die königlichen Rittertuniere, für die er einst angelegt wurde.
RathausDie alte Schlossmühle ganz links staut den Schlosssee.ganz links: Borgmestergården, 1601 vom damaligen Bürgermeister und Kaufmann Mads Lerche erbaut, heute lokalhistorisches Museum
Am anderen Ende der Altstadt, am Gamle Torv (alter Marktplatz) steht die Vor Frue Kirke, errichtet von Margrethe I. (1388-1428). Seitdem wurde sie mehrmals bis ins 19. Jahrhundert hinein, umgebaut. Auch heute ist der Eingangsbereich mit Turm eingerüstet, allerdings nur zu Renovierungszwecken.
Der temporäre Eingang an der Seite führte uns direkt hinein in den Altarraum mit dem angeblich größten Kirchenleuchter Dänemarks, darüber das Triumphkreuz.
Durch dieses Gittertor (1649) führte der Weg nicht.Links die Kanzel, ein Meisterstück des Barocks, ganz in schwarz; vorne die Kirchenbänke, jede zweite ganz modern mit weißen Gummibändern coronabedingt gesperrt.
Langer Bericht, sehr langer Rundgang. Am Ende noch schnell was eingekauft und Kanelstanger zum Tee auf dem Campingplatz zur Erholung.
Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich Gedanken machen, für wen oder für welchen Anlass wohl diese zwei Herzen gepflanzt wurden. Wir wissen es nicht.
Inzwischen sind wir auf Fünen angekommen, genauer gesagt auf der Ostseite der Insel auf dem Tårup Strand Camping südlich von Nyborg. Auch dieser Platz wirbt mit der Möglichkeit, den Morgenkaffee direkt am Strand zu genießen. Der besteht allerdings überwiegend aus Kieselsteinen und riesigen Flintsteinknollen unterhalb einer kleinen Steilküste. Wir haben einen Stellplatz auf der Steilküste, mit Blick auf die Ostsee und die gigantische Brücke über den Großen Belt. Vor uns grasen Schafe, ein Stückchen weiter sind es Ziegen. Letztere wohnen auch in einem Gehege mit Teich mitten auf dem Platz. Rundherum liegen die Stellplätze, es sind überwiegend Dauercamper. Wir haben ein riesiges Rasenareal am Ende des Geländes für uns, der Platz ist nicht voll.
StorbeltsbroenZiegen und Schafe schützen die Steilküste.ä
So hatten wir auch nur wenige Zuschauer, als wir versuchten, in der Hitze (windstill, 24 Grad, höhere Luftfeuchtigkeit) den Wohnwagen einigermaßen gerade auf einer schiefen Ebene zu platzieren. Der dritte Versuch war erfolgreich: Wagen um 90 Grad gedreht und auf eine improvisierte Rampe aus drei Holzplanken (Reste unseres Terrassendecks) gefahren. Glücklicherweise haben wir uns beim Kauf des Wohnwagens den Mover einbauen lassen!!! Es war auch so schon anstrengend genug.
Und dann noch das Vorzelt antüddern, zuerst falsch herum in die Kederleiste eingefädelt, dann darunter geschwitzt wie in einem tropischen Regenwald. Als wir wieder zur Besinnung gekommen waren, gab es ein Eis aus dem Kiosk und einen Spaziergang am Wasser entlang. Der Campingplatz hat einen eigenen Aufgang die Steilküste hinauf, den wir aber zuerst nicht fanden. Ein versteckter Weg führt durch die Büsche, wir hatten aber Ausschau nach einer Treppe gehalten. Dafür fanden wir noch einen zweiten Aufgang, der viel näher an unserem Stellplatz liegt. Vielleicht gehen wir ja hier mal Schwimmen. Langsam wird es auch für uns warm genug dafür.
Das Wetter war wieder sehr wechselhaft: so warm, dass der Wunsch nach kurzen Hosen aufkam und so unbeständig, dass die knapp 15km nach Haderslev doch lieber mit dem Auto statt mit dem Rad gefahren wurden.
Die fehlende kurze Hose ließ uns einer unserer Lieblingsbeschäftigung nachkommen, shoppen in den gemeinnützigen Secondhand-Läden. Fünf davon fanden wir in Hadersleben, und dort drin nicht nur die gewünschte Hose, sondern auch gleich noch Kleinkram für die Küche (so wichtige Sachen wie ein Sparschäler und ein Auffülllöffel) und ein paar Bilderbücher für das Enkelkind (Weihnachten kommt ja immer schneller als man denkt). Uuuund eine riesige dänische Fahne, passend zum heutigen Halbfinale der EM, Dänemark gegen England. Die Fahne ist so groß, dass sie der Kassiererin beim Zusammenlegen beinahe auf den Boden gerutscht wäre. Und das ist etwas, was der dänischen Fahne auf gar keinen Fall passieren darf, niemals!! Wir haben sie dann noch einmal zu zweit ganz ordentlich zusammengefaltet.
Eine weitere Lieblingsbeschäftigung sind Kunstmuseen. Davon war in Haderslev nichts zu finden. Insgesamt war wenig los und auch wenig zu sehen, obwohl wir durch das folgende Schild aufgefordert wurden, es uns gemütlich zu machen.
Stattdessen besuchten wir den mächtigen gotischen Dom.
Haupteingang
Außer der schönen Innenausstattung wurden die neuen liturgischen Messgewänder ausgestellt, die von der dänischen Königin entworfen wurden und seit dem letzten Jahr in Gebrauch sind.
Der ganze Innenraum ist schlicht weiß gehalten. So bunt wie hier sah es wohl mal in der ganzen Kirche aus.Ein Votivschiff darf in keiner Kirche an der Küste fehlen.
Zu festen Zeiten werden auch Gottesdienste in deutscher Sprache gehalten. Hadersleben ist die nördlichste Stadt in Dänemark, in der es Einrichtungen der deutschen Minderheit gibt.
Ein paar schöne Giebelhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert gab es noch zum Fotografieren.
Dann ging es zurück, zum Hygge auf unseren fantastischen Stellplatz direkt am Strand.
Der heutige Tag mit der Wetterprognose „hohe Regenwahrscheinlichkeit mit Gewitter“ begann mit einem Frühstück in praller Sonne direkt am Strand, inklusive Sonnenbrandgefahr. Wir haben uns echt einen tollen Platz ausgesucht! Das Gewitter war kurz und heftig, im Wohnwagen war es kuschelig. Auch das Vorzelt hält dicht. Belohnt wurden wir mit einem Regenbogen über der Bucht.
Wiederkehrende Regenschauer sind auch eine gute Gelegenheit, in Ruhe zu lesen. Am frühen Abend war es sonnig und windstill, und wir beschlossen, noch eine Fahrradtour zu machen, immer an der Küste entlang bis zum Inselchen Kalvø. Die ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden.
In der Mitte der Insel, in der Wüste, wurde bis in die 1960er Jahre Kies und Sand abgebaut. Nun ist dort ein Steinkreis mit Findlingen angelegt, die die Herkunft der Gesteine innerhalb der letzten Eiszeit verdeutlichen sollen.
vorne präkambrischer Sandstein, dahinter Sandstein mit Muschelschalen bestückteine kleine Oldtimer-Parade im Hafen, auf unserem Rückweg kamen uns noch mehr entgegen
Da wir dann doch langsam Hunger bekamen, fuhren wir wieder zurück. Und lieferten uns eine Wettfahrt mit dem nächsten Gewitterschauer, vom Meeresniveau (Kalvø) rauf auf den Hügel und wieder runter zur nächsten Bucht (Genner Strand bzw. Sønderballe Strand) und wieder rauf auf den Hügel (Sønderballe) und in Schussfahrt hinunter in unsere Bucht und mit den ersten Tropfen im Zelt angekommen. Gewonnen!!
auf dem Hinweg auf dem Rückweg
Aber auch dieses Gewitterchen wurde schnell vom Wind vertrieben. So lassen sich „Regentage“ gut aushalten.
Es geht wieder los! Ein neues Sabbatjahr-Reise-Abenteuer hat begonnen. Wir waren lange in Zweifel, ob wir wegen der Corona-Situation in Europa überhaupt reisen können würden. Doch nun sitzen wir mit allerschönstem Strandblick an der Diernæs-Bucht in Süddänemark. An der Grenze wurden wir nicht heraus gewunken. Dabei hätten wir zu gern unseren digitalen Impfausweis ausprobiert. Beim Check-in am Campingplatz hatten alle Deutschen eine Maske in der Hand. Reine Gewohnheit, aber hier herrschen Prä-Corona-Zeiten: nirgendwo muss eine Maske getragen werden. Es ist schon schön, zumindest draußen. Mal sehen, wie es uns beim Einkaufen gehen wird. Vielleicht werden wir die Maske freiwillig tragen wollen. Allerdings befinden sich immer noch überall Stationen zur Händedesinfektion. Ein bisschen neue Normalität ist also vorhanden.
Die nächsten Wochen werden wir durch Dänemark streifen und die Entwicklungen beobachten. Vielleicht geht es noch weiter in den Norden. So, stay tuned!
Nun hat uns das Februar-Grau und der Corona-Blues wieder im Griff, aber für eine winzig kurze Zeit kam Helida zu unserer Rettung.
Dieses arktische Polarhoch bescherte uns zum Wochenende das allerschönste Winterwetter mit Sonne satt, dazu frostige Temperaturen, sodass der Schnee liegen blieb und Windstille, eine seltene Kombination bei uns im Norden. Wir hatten das Gefühl, trotz Lockdowns im Winterurlaub zu sein – und das ohne weit fahren zu müssen.
Nachdem wir am Sonnabend die nahen Ausläufer der Hüttener Berge zum Rodelvergnügen genutzt haben, inklusive Abstürze verursacht durch sich plötzlich auftürmende Maulwurfshügel abseits der Hauptbahn, ging es am Sonntag auf zu einer kleinen Wanderung.
Wir fuhren nach Haddeby bei Schleswig und umrundeten das Haddebyer Noor, die Tour No. 3 auf der Wanderkarte am Parkplatz an der St. Andreas-Kirche, gute sechs Kilometer.
Wir wanderten allerdings entgegengesetzt der hier angegebenen Richtung.
Es ging vorbei am zur Zeit geschlossenen Wikinger Museum Haithabu und der rekonstruierten Siedlung Haithabu. Das Noor war an dieser Stelle unter einer Eis- und Schneedecke verborgen. Das haben wir noch nie gesehen.
Blick über das Noor vom die Siedlung umgebenden Halbkreiswall
Weiter ging es auf eher ebenen Wegen über die kleine Häuseransammlung von Weddelspang in Richtung Holzbrücke, die das Haddebyer vom Selker Noor abtrennt, vorbei am Großen Sigtrygg-Stein, einer Nachbildung des Runensteins. Dort knackte das Eis unter den Füßen, als wir über den gemähten Schilfgürtel gingen.
Blick von der Brücke
Nun folgte der anstrengendere Teil entlang des Hohlwegs, auf und ab entlang der Steilküste auf der östlichen Noorseite Richtung Karberg. Der Weg war teilweise sehr vereist. Manchmal half das Geländer beim Gehen, manchmal schlitterten wir über die schräg verschneiten Treppenstufen nach unten.
Im Hintergrund der Schleswiger Dom am anderen Ufer der Schlei genau in der Bildmitte.Dieser Anstieg zur Schutzhütte mutet fast mittelgebirgsartig an im Schnee.Hier im Hintergrund die rekonstruierten Wikingerhäuser auf dem Gelände des alten Siedlungsgebietes …… und das Museumsgelände unterhalb des Waldes.
An der B76 ging es zurück am Schleiufer entlang zum Ausgangspunkt.
Die Gaststätte Odin‘s hatte natürlich aufgrund des Lockdowns geschlossen. Im Pop-up-Hofladen konnten wir aber trotzdem eine kleine wohlschmeckende Wegzehrung kaufen. Sehr zu empfehlen.
Da wir schon vor langer Zeit einen privaten Termin abgemacht hatten, müssen wir leider (gefühlt viiieeel zu früh) schon wieder gen Süden aufbrechen. Insgesamt ist der Campingplatz sehr leer geworden, die Deutschen reisen ab.
Hier in der Mitte des Platzes sieht es noch gefüllt aus, ist es aber nicht.
Ab dem Wochenende wird es aber sicherlich noch einmal brummen, denn wie schon in einem vorherigen Beitrag erwähnt, beginnen die einwöchigen Herbstferien der Dänen. Und der Campingplatz lockt mit einem speziellen Halloween-Angebot: freier Eintritt ins Badeland und viele Halloween-Aktivitäten für Kinder. Der Platz wurde schon mal anlassgemäß geschmückt:
Den gesamten Hauptweg bis zur Düne hin zieren Kürbisse.Die Betreiber müssen ein ganzes Kürbis-Feld aufgekauft haben!
Wir haben uns gut entspannt. Und warum es hier so entspannend ist, kann man in folgendem kurzen Film sehen: