Die Lüneburger Heide ist in dieser Jahreszeit einfach nur hochnebelig, menschenleer und herbstfarben. Wir machen eine kleine Wanderung durch die Felder. Eigentlich wollten wir nur den Trampelpfad finden, von dem die Bäckereiverkäuferin uns erzählte („ein Stückchen die Straße entlang, dann kommt der Trampelpfad zum Campingplatz“). Auf dem Rückweg vom Bäcker fanden wir zwar schon einen Grasstreifen, der als Trampelpfad herhalten konnte. Er führte auch zum Campingplatz, endete allerdings an den Hecken. Das war wohl nicht der richtige.

Nun starten wir auf dem Platz, finden den Pfad, sehr matschig, denn er führt zwischen zwei Pferdekoppeln hin zum Reiterhof. Den Weg zum Bäcker kennen wir jetzt schon, also gehen wir kurzentschlossen in die andere Richtung. Kay hat maps.me auf dem Mobiltelefon dabei, damit finden wir immer einen Weg (zurück).

Die Wirtschaftswege führen uns vorbei an abgeernteten Feldern, schon wieder bestellten Feldern, Feldern mit Gründünger drauf und Weihnachtsbaumplantagen.

Entlang letzterer stehen eine Menge unterschiedlicher Apfelbäume, und nicht alle Äpfel sind abgeerntet. Eine gute Gelegenheit, sie zu probieren, Kay hat sein Taschenmesser griffbereit. Fallobst wollen wir nicht essen, wir pflücken die Reste von den Bäumen. An einigen Stellen wissen wir dann, warum unsere Vorgänger sie haben hängen lassen – Brennnesseln und Brombeerranken. Die Äpfel changieren in Abstufungen zwischen sehr sauer (gut für Apfelkuchen) und sehr lecker.


Nach einer Weile kommen wir am Hof Lehmberg vorbei. Wenig Menschen um sich herum zu haben, ist zwar ganz schön, besonders in Covid-Zeiten, aber so einsam möchten wir auch nicht leben.

Wir kommen wieder auf die Teerstraße, aber ewig geradeaus zu gehen ist langweilig. So biegen wir bald wieder am Waldrand ab, immer parallel zur Haesbeck, bis wir wieder am Campingplatz ankommen. Ein netter Nachmittagsspaziergang von vier Kilometern.

