Vom Rhein an die Haesbeck

Wir sind weitergefahren. Der Stellplatz direkt am Rhein war auf den ersten Blick wirklich klasse, egal, wie piefig der Platz sich sonst darstellte. Aber er ist nichts für uns, denn der Rhein war nicht romantisch, sondern viel zu laut.

Direkt hinter unter uns fließt der Rhein, hier fast ohne Schiffe.

Man muss sich das im Querschnitt so vorstellen, denn es ist nicht auf ein Foto zu bannen: Berge/Hügel – B9 (zweispurig) – Bahnschienen (zweigleisig) – städtische Bebauung – Campingplatz – Rhein mit starkem Schiffsverkehr in beide Richtungen – Bahnschienen (zweigleisig) – B42 – Siebengebirge.

Die Güterzüge sind sehr lang und fahren Tag und Nacht und quietschen gern. Die Großen Rheinschiffe, so die Typenbezeichnung, fahren Tag und Nacht mit tuckernden Dieselmotoren. Der Berufsverkehr auf den Bundesstraßen beginnt morgens gegen fünf Uhr. Die Hügel und Berge rundum reflektieren den Lärm.

Kurz gesagt: sieht hübsch aus, schläft sich aber nicht gut.

Wir sind durch das Bergische Land gefahren, die immer wieder angekündigten Staus waren sich kilometerlang stauende LKWs auf der rechten Spur. Unser Gespann fuhr mit seiner kleinen Anhängerlast und der großen Motorleistung auf der mittleren Spur links an ihnen vorbei. Es gab nur wenige Baustellen, und wir nutzten die Zeit zwischen Berufs- und Feierabendverkehr. Nun sind wir in der Lüneburger Heide angekommen, mittendrin. Der Campingplatz ist in der Nachsaison ziemlich leer, auch hier haben wir einen Platz mittendrin in der Leere bekommen.

Stellplatz direkt neben dem Barockgärtchen

Die erste Nacht war himmlisch ruhig, kein Tuckern, kein Rauschen, kein Quietschen. Nichts! Am nächsten Vormittag bleibt die Ruhe, wir erkunden den Platz, auf dem nach-nach-saisonale Zustände und Umbaumaßnahmen, die wir sehen aber nicht hören können, herrschen. Nur die Mini-Schweine sind aktiv, machen aber auch nur Mini-Grunzer.

Die Menschenleere ist von Vorteil, denn auf dem Weg zum Bäcker rutschen mir die gefalteten Geldscheine aus der Hosentasche. Der Natur-Bäcker hat auch gar nicht geöffnet (nur FR, SA, SO), aber die Backvorbereitungen laufen, und die nette geschäftstüchtige Frau verkauft uns leckere gefüllte Kekse. Nur, wir können sie nicht bezahlen!

Also schnell auf den Rückweg gemacht und 300 Meter später findet sich das kleine Geldbündel auf dem nassen kombinierten Fuß-/ Fahrradweg wieder an. Glück gehabt, die Kekse sind unsere. Und sie schmecken sehr, sehr lecker!

Das Bächlein ist übrigens die Haesbeck, sie fließt mitten durch das Campingplatzgelände.

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