Remagen besteht aus dem Stadtkerngebiet (s. vorheriger Beitrag) und sieben eingemeindeten Ortsteilen. In einem davon, Rolandseck, steht das wohl einzige Kunstmuseum mit Gleisanschluss, das Arp-Museum.

Das 1856 fertiggestellte spätklassizistische Bahnhofsgebäude verfiel Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde 1964, kurz vor dem geplanten Abriss, von einem Bonner Galeristen „gerettet“ und steht seit 1981 unter Denkmalschutz. Seit 2000 ist dort im Untergeschoß der großzügige Eingangsbereich des Museum untergebracht (und es donnert ordentlich, wenn die Züge am Bahnhof ein-, durch- und abfahren), darüber befinden sich die Bildhauerwerkstatt, das Bistro und Festräume.


Schon hier sind Skulpturen ausgestellt, die Teil der aktuellen Ausstellung ‚Rodin / Arp‘ sind. Sie stehen sich gegenüber und verdeutlichen den Wandel von der Figuration hin zur Abstraktion der Skulptur. Weiter geht es durch einen langen Tunnel, quasi in den Berg hinein, um dann noch mehrere Treppen nach oben zu steigen.

Hier gibt es Skulpturen und Plastiken vom Mittelalter bis 1900 zu sehen. Der Querschnitt durch die klassische Bildhauerei bereitet einen quasi auf die Rodin-Arp-Austellung vor, die beide die Bildhauerei innovativ veränderten.

Weiter geht es durch einen verglasten Gang, der Blicke in den Garten (eher Hänge) gewährt und durch den nächsten Tunnel in den Berg hinein. Dieser Tunnel erinnert an einen Bahntunnel und wird beleuchtet durch eine Licht-Skulptur.

Der Tunnel verbindet den Bahnhof Rolandseck mit dem neuen Gebäudekomplex, entworfen vom amerikanischen Architekten Richard Meier. 2007 war das Gebäude fertig und wurde von der Bundeskanzlerin und dem damaligen Ministerpräsidenten eröffnet. Einen guten Eindruck von der Architektur bekommt man auf der Webseite des Museums: https://arpmuseum.org/museum/unser-haus/architektur.html
Hinauf fährt ein verglaster Fahrstuhl in einem wirklich sehenswerten Schacht, den man allerdings auch mittels 230 Stufen erklimmen kann. Wir fahren hinauf und nehmen die Treppe nachher hinunter.

Man weiß nicht, ob Rodin und Arp sich zu Lebzeiten begegnet sind. In der Ausstellung sind Skulpturen der beiden gegenüber gestellt worden, damit die Besucher selbst Ähnlichkeiten und Weiterentwicklungen feststellen können.

Im Obergeschoss werden aktuelle Arbeiten der deutschen Bildhauerin Stella Hamberg ausgestellt. Sie arbeitet sehr monumental an „der zeitgenössischen Darstellbarkeit der menschlichen Figur und ihren formalen wie existentiellen Fragestellungen“.

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch alle Etagen und auf jeden zugänglichen Balkon geht es wieder abwärts, diesmal, wie schon erwähnt, nehmen wir die Treppe.


Zwischen den beiden Fotos habe ich mich lieber damit beschäftigt, das Treppengeländer festzuhalten.
Dieses Museum werden wir bestimmt noch einmal besuchen. Es hat uns sehr gut gefallen. Und die Ausblicke ins Siebengebirge sind von jeder Höhe aus sehenswert, auch im Herbst.
