Vom Hotel aus gelangten wir zuerst (natürlich) zu Beethovens Geburtshaus, aber das war ja (immer noch) geschlossen. In Bonn gibt es natürlich auch diverse Statuen zu Beethoven, im Jubiläumsprogramm 2019/2020 sehr viele Konzerte, auch anlässlich seines Tauftages und auch sonst sind die Bonner sehr erfinderisch, wenn es um die Vermarktung seines Namens geht.


Wir kamen dann am Ende des Marktplatzes zum Alten Rathaus, im Stil des Rokoko erbaut. Während der Zeit als Bundeshauptstadt liefen sehr illustre Gäste die vergoldete Freitreppe am Marktplatz hinauf und ließen sich vom Volk bejubeln: 1949 Theodor Heuss als frischgebackener Bundespräsident, 1962 Charles de Gaulle und 1963 John F. Kennedy, 1989 dann auch Michail Gorbatschow. Heute waren es viel fotografierende, aber nicht umjubelte Touristen, die die Treppe benutzen.

Direkt vor den Treppe ist im Boden ein Mahnmal zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 eingelassen. 2013 wurden in das Pflaster der Marktplatzes insgesamt 60 sichtbare Buchrücken eingelassen, die sich an der Rathaustreppe verdichten.

Unter dieser Platte, auf der alle Autoren verbrannter Bücher genannt werden, befindet sich ein wetterfester Archiv-Behälter mit Büchern, die jedes Jahr am 10. Mai an Passanten verteilt werden. Anschließend wird die „Büchertruhe“ wieder neu aufgefüllt.





Und dann fanden wir auch noch „The English Shop“ mit allen Lebensmitteln, die man so als expat benötigt, um auch in der Fremde glücklich zu sein. Wir kauften dort unseren Lieblingstee „Yorkshire Breakfast Tea“, denn unsere Vorräte aus GB gingen unaufhaltsam zur Neige. Den trugen wir in einer Plastiktüte mit Signalwirkung zum Hotel zurück. Auf dem Weg dorthin sprach uns eine junge Frau an, ob wir denn wüssten, wo sich der Shop befindet. Den Weg konnten wir ihr beschreiben, wir kamen ja grad von da. Dann fragte sie noch, ob es denn dort wohl auch Marmite geben würde, eine 1902 in Großbritannien erfundene vegetarische Würzpaste, die man aufs Brot streicht. In meinen Augen ist sie ungenießbar, daher antwortete ich, ich hätte sie aus dem Grund gar nicht wahrgenommen. Die Verkaufskampagne in GB zu dem Zeug läuft übrigens passenderweise unter dem Titel „Love it or hate it“.
