
Es bleibt sogar noch Zeit, die Frauenkirche zu besichtigen. Aus den Ruinen mit einem 17 Meter hohen Schuttberg in der Mitte wurde sie nach der Wende wieder aufgebaut. Die dunklen Steine sind noch die Originalsteine, die mithilfe einer 3D-Animation wieder an ihre ursprünglichen Positionen gepuzzelt wurden.
Im Innern erstrahlt sie in neuem Glanz, nunmehr nur noch 600 Sitzplätze im Rund fassend. Auf der ersten Empore hatten die 48 angesagten Dresdner Familien ihre Plätze in Logen, den sogenannten Betkammern. Diese 48 Familien hatten für den Bau der Kirche wesentliche Geldmittel gespendet und bezahlten auch den fortdauernden Unterhalt.

Vor der Bomben- und Hitzezerstörung waren es unten 800 Plätze. Zu den Gottesdiensten war es immer rappelvoll in der Kirche, und das bereits mindestens eine Stunde vor dem Gottesdienst. Man hatte feste Sitzplätze und traf sich hier, es gab damals ja noch kein Telefon, am Sonntag, um alles durchzukakeln, was sich innerhalb einer Woche an Neuigkeiten, Skandalen etc. ereignet hatte. Die 800 Menschen können dabei nicht besonders leise gewesen sein, den hochwohlgeborenen Familien war das auf jeden Fall viel zu laut. Um das sogenannte Volksgemurmel nicht mehr mit anhören zu müssen, beauftragten sie den Baumeister damit, einen „Schallschutz“ einzubauen. Der kam nun auf die Idee mit den verglasten Fenstern. Doch das hätte zur Folge, dass auch die Orgelklänge und die Predigten nicht mehr zu hören gewesen wären. Das konnte und sollte nicht sein. Also konstruierte der Baumeister die Fenster so, dass diese lotrecht in der Wand zu versenken waren. Mit Hilfe eines Lederriemens wurden sie bei Bedarf herabgelassen oder wieder hochgezogen.
Auch nach dem Wiederaufbau funktionieren die Fenster nach demselben Prinzip.

