Pfingstausflug zu den Dresdner Musikfestspielen

Schon seit acht Monaten kein Eintrag, das heißt auch schon seit acht Monaten keine Reise mehr. Das hat nun ein Ende, wir fahren nach Dresden.

Die Dresdner Musikfestspiele stehen in diesem Jahr anlässlich der Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren unter dem Motto „Visionen“.

Die „Vision Tanz“, bei der das Triadische Ballett des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer aufgeführt wird, hat uns ursprünglich hierher gezogen. Dafür gab es aber schon bald keine Eintrittskarten mehr zu kaufen. So haben wir ein Kulturwochenende in Dresden gebucht, das dieses Ballett beinhaltete. Die Aufführung sehen wir morgen. Heute steht zuerst die „Vision Musik“ an: im Kulturpalast sehen und hören wir Yo-Yo Ma am Violincello mit seiner langjährigen Partnerin am Klavier, Kathryn Stott, die ein russisches Programm aufführen.

Erwartungsfrohes Publikum vor dem Konzert

und während der Pause.

Doch zuerst kommen vier junge Frauen mit einer kurzen Performance mit Tanz und Sprache zur Musik von Clara Schumann auf die Bühne, in grün, blau, gelb und rot gekleidet. Grün spielt Klavier, Gelb hält einen Kassettenrekorder vor das Mikrofon, abwechselnd, aber auch gemeinsam spricht gelb oder die aufgezeichnete Stimme, während Blau und Rot tanzen, letztere wickelt dabei nach und nach ein langes rotes Band ab. Beeindruckend.

Dann kommen Yo-Yo Ma und Kathryn Stott auf die Bühne und beginnen mit der „Suite italienne“ aus der „Pulcinella“-Ballettmusik von Igor Strawinsky, gefolgt von Sergej Prokofjews Sonate C-Dur op. 119. Letztere ist absolut großartig gelungen, Yo-Yo Ma rockt den Saal. Die Jungs von Apocalyptica sind ja alle klassisch ausgebildete Cellisten. Gut möglich, dass Prokofjew sie inspiriert hat, etwas anderes mit Cello und Bögen zu machen als nur klassisch zu streichen.

Der Konzertsaal hat eine großartige Akustik, man kann in der 8. Reihe des Parketts das Haar hören, wenn Yo-Yo Ma die Reste des zerrissenen Haars abzieht. Fotos während des Konzerts sind natürlich nicht erlaubt.

Nach der Pause, die wir aufgrund der sommerlich warmen Abendtemperaturen draußen am Springbrunnen verbringen (die laue Brise ist ganz schön), spielen sie noch Rachmaninows Sonate in g-Moll, bevor brausender Applaus für die Interpretation dieser emotional aufwühlende Musik aufbrandet. Es gibt zu Recht standing ovations. Die beiden Künstler bedanken sich mit sage und schreibe drei Zugaben.

Für uns gibt es auf dem Rückweg zum Hotel noch ein Eis.

Himbeere ist hier zu empfehlen.

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