Nach einer langen Reise durch die Nacht erreichten wir bei Tagesanbruch die Grenze zu Frankreich. Es war eine gute Entscheidung, die Nacht durch zu fahren: keine Staus vor oder in Baustellen, nur zu Beginn noch Reiseverkehr, und die meisten LKW-Fahrer schliefen schon, in Belgien sogar auf den Standstreifen vor und hinter den Raststätten, so viele waren es.
Die Route über die A1 und dann Richtung Amsterdam weiter, ist zwar ein bisschen länger als die Ursprungsroute, die das Navi errechnet hatte, hat aber den Vorteil, dass sie (zumindest nachts) nicht so stark frequentiert ist. Tagsüber mag es anders sein, vor allem in Holland. Dort hat man in weiten Teilen der Strecke das Gefühl, die Autobahn führt fast ständig durch riesige Vorstädte einer einzigen großen Stadt. Belgien hingegen ist sehr flach in Flandern, aber auch mitten in der Nacht beleuchtet. Die Raststätten sind fast taghell. Macht aber nichts, Kaputze über den Kopf und versuchen, ein bisschen Schlaf zu bekommen.
In Dunkirque (Dünkirchen) erwarteten uns sehr starke Grenzkontrollen: Soldaten mit Maschinengewehren im Anschlag baten freundlich, aber bestimmt jedes Fahrzeug darum, den Kofferraumdeckel zu öffnen. Es hätte ja ein unerwünschter Passagier an Bord sein können. Innerhalb der auch mit Natodraht gesicherten hohen Zäune wurde der Kofferraum zweimal kontrolliert, die Ausweise dreimal, erst dann ging es auf die Wartespur an die Fähre. Wie das wohl erst sein wird, wenn der Brexit vollzogen ist??
Auf der anderen Seite des Ärmelkanals war es dann wie „nach Hause kommen“, das Fahren auf der linken Seite immer noch vertraut, die Ortsnamen bekannt. Und dann setzte das Gefühl ein, unsere große Reise nur kurz unterbrochen zu haben (für das Jahr zuhause im anderen richtigen Leben). Einkaufen auf dem Weg, ankommen in „unserem“ Zimmer bei den Freunden, alles ganz vertraut, starker schwarzer Tee zum Entspannen – und auch der Regen im Sommer fühlte sich üblich an. Allerdings haben wir diesmal schon im Vorwege Gummistiefel, Regenjacken und warme Pullis eingepackt und die Sonnencreme zuhause gelassen. Man wird ja schlauer bei den vielen Reisen.
Und es ist anscheinend möglich, mehrere „normale“ Leben parallel zu führen.
Ich liebe es ebenfalls, nachts auf der beleuchteten belgischen Autobahn zu fahren. Es ist so einfach! Wir kommen dort auf dem Weg zum Campingurlaub in Frankreich vorbei. Hier regnet es gerade in Strömen. Wir wünschen euch trockene Tage.
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Lieber Kay, einen herzlichen Glückwunsch senden wir von EF nach GB! Wir lauschen den Proben zum Troubadour und denken dabei an dich. Die sommerliche Wärme überströmt die Dramatik des Stückes – Eis, Bier und Wein tun das Ihrige. Liebe Grüße von Gudrun und Harm-Peer
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