Schade, so schnell kann eine Woche vorbei gehen! Wir haben die Chance genutzt, noch einmal ausgiebig in den Wäldern zu wandern. Da wir ja die Abschlussprüfung gestern erfolgreich bestanden hatten (Ach ja, kleiner Nachtrag zum Hirschsprung. Den haben wir in echt gesehen, ausgeführt von einem etwas kleineren Exemplar von Wild, Damwild?), haben wir heute alles, was zeitlich ging, zusammen geworfen: die Nummern 14, 21, 17, 6; ergab dann eine Gesamtlänge von 10 km (wer Lust hat, kann daraus eine kleine Matheaufgabe basteln, das Ergebnis muss dann aber auch 42 betragen, obwohl wir die ganze Strecke gelaufen sind).
Die Kurwälder heißen uns willkommen! Gut, dass wir unser kleines tschechische Wörterbuch dabei haben, so ein Smartphone ist was feines.Wir kamen mal wieder an der „Mutter“ vorbei, konnten sie aber diesmal buchstäblich links liegen lassen. Es folgte ein neu angelegter Lehrpfad, „der auf die Forstwirtschaft und Dendrologie orientiert ist“. Irgendwie kennt man dieses Fremdwort Dendrologie, aber was war es bloß noch mal? Irgendetwas mit Wald oder Baum, aber Baum ist doch arbor…, Arboretum kennen wir, gibt’s in Pinneberg, hmmm. Mutter können wir ja nun nicht fragen, aber Wiki. Wiki weiß ja auch eigentlich alles. Und Wiki spuckt dann aus, dass arbor zwar richtig ist, aber die falsche Sprache, nämlich lateinisch und dendro aus dem Altgriechischen stammt. Nun sind wir schlauer. Zwischendurch „überquerten“ wir ein Wildgehege, auch neu:
Damwild, Sikahirsche, Wildschweine, alles irgendwo unter uns, aber nicht zu sehenUnd kamen an der St. Leonhards Kapelle vorbei:
kaple sv. LinhartaIn der Nähe dieser Kapelle stand einmal das Dorf Obora, man kann noch Überreste finden, wenn man sucht (haben wir nicht, war zu warm). Obora wurde bereits 1246 das erste Mal schriftlich erwähnt. Wahrscheinlich sind die Bewohner nach der Gründung von Karlsbad in die Stadt gezogen. Da ist man schließlich näher dran am Geschehen als auf dem Dorf. Diese Tendenz kennen wir von unseren Kindern.
Das Restaurant svaty Linhart (Heiliger Leonhard) blieb auch unbesucht von uns, wir wollten schließlich wieder zur Diana. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem der insgesamt fünf Aussichtstürme, die Karlsbad umgeben, vorbei, den Aberg (Doubská hora). Aber wie die anderen auch (bis auf die Diana, da ist immer etwas los, weil die Menschen nicht dorthin gehen müssen, um sie zu besuchen, sie nehmen einfach die Seilbahn), war die ehemals vorhandene Restauration geschlossen.
Aberg, sollte ein Hotel werden, aber die Immobilienkrise oder etwas anderes kam dazwischen
aber der Ausblick ist schön
Auf diesen Gesellen trafen wir dann auch noch, er hat uns mehr erschreckt, als der lebendige Pilzsammler in einer der Hütten.
diese Hütte trägt den schönen Namen ‚Beim Gemälde‘ (chata u Obrazu). Um welches Gemälde es sich dabei handelt, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. es war weit und breit nichts zu sehen.Und dann waren wir endlich wieder in der Diana-Gastwirtschaft. Dort sollte heute Abend svatba gefeiert werden. Was das ist, sagt euch das nächste Bild.

Aber wir bekamen noch unsere Wanderbelohnung, die berühmte Gulaschsuppe im Brot, endlich!
sieht sie nicht köstlich aus, und erst der Geruch, lecker!!
schon fast verzehrt, die Hülle hält
Hilfe, die Suppenschüssel ist kaputt!Auf dem Rückweg ins Centrum kamen wir dann noch an der, im klassischen byzantinischen Stil erbauten russisch-orthodoxen Kirche vorbei, frisch gestrichen strahlt sie mit den Besuchern um die Wette.
Kirche Hl. Petrus und PaulusWarum sind wir nun immer wandern gegangen? Wir waren im Hotel mit Halbpension untergebracht, und der Koch meinte es mit der Größe der Portionen richtig gut. Für heute hatten wir uns für das gefüllte Brathuhn entschieden, schon deshalb, weil wir wissen wollten, welches Teil vom Huhn wohl auf dem Teller sein würden. Um es kurz zu machen, das ganze!
die Kellnerin, die nur wenig deutsch sprach, sagte dazu nur „Baby“. na dann, guten Appetit