Wir haben eine Woche in Buffalo, NY verbracht. So weit in den Norden wollten wir ursprünglich gar nicht, aber unsere Kinder hatten zwischenzeitlich beschlossen, ihre Flitterwochen in den USA schon dieses Jahr im März zu verbringen. In Buffalo wohnen Onkel und Tante unserer Schwiegertochter, also haben wir uns für deren letzte Urlaubswoche und unsere letzte Woche mit einem Auto dort oben am Eriesee getroffen. Das war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, nach acht Monaten die Kinder wieder in die Arme schließen zu können. Gesehen hatten wir uns zwar schon immer mal zwischendurch per Skype, aber das ersetzt die Realbegegnung nicht.

Buffalo ist eine Stadt, die ihren Charme erst auf den zweiten oder dritten Blick entfaltet. Wir haben uns auf die historische und die architektonische Facette konzentriert.
Frank Llyod Wright, der berühmte amerikanische Architekt, hat in Buffalo einige Wohnhäuser im Prairie-School-Stil gebaut. Wir haben uns das Darwin M. Martin Haus angesehen, ein Gebäudekomplex gebaut von 1904-1906. Es wird schon seit längerem aufwändig restauriert, einige Gebäude mussten sogar neu aufgebaut werden, da sie in den 1950er Jahren abgerissen wurden. Es ist ganz erstaunlich, wie modern das Anwesen von außen und innen wirkt, obwohl es schon mehr als 100 Jahre alt ist. Einige der Möbel, die während der Renovierung ausgelagert sind, werden im Burchfield Penney Museum ausgestellt. Da sind wir auch gewesen. Da man innen nicht fotografieren durfte, gibt es hier nur Fotos von außen zu sehen. Es war ziemlich kalt, regnerisch und windig, als wir dort waren. Wer das Haus auch von innen ansehen möchte, muss auf den Link klicken. Es lohnt sich.



Im Burchfield Penney Art Center, das 2008 in das neue Gebäude umgezogen ist, haben wir uns nicht nur die Wright-Möbel und die anderen Ausstellungen angesehen, sondern auch eine fast private Führung bekommen. Wir waren gerade einmal durch alles durchgegangen und wollten einen Kaffee trinken, als uns eine Frau ansprach, ob wir nicht Interesse an der öffentlichen Führung hätten. Das hatten wir durchaus. Da außer uns niemand anderes daran teilnahm, konnten wir uns aussuchen, was wir mit der Dozentin Marian gemeinsam ansehen und besprechen wollten. Das war sehr gut, außer über die Kunstwerke haben wir uns auch über Politik und Gesellschaft ausgetauscht und verabschiedeten uns erst nach 90 intensiven Minuten voneinander.



An einem anderen Tag haben wir eine Führung durch die City Hall, dem Rathaus von Buffalo, gemacht. Bevor es hinein ging, haben wir das Gebäude außen umrundet und eine Menge zur Fassade im Art Deco und auch zu den angrenzenden Gebäuden erfahren. Die Eingangshalle allein ist schon sehenswert mit den Wandgemälden, Verzierungen und wunderschönen Fahrstuhltüren, alles gut erhalten. Mit den Fahrstühlen fuhren wir dann zunächst in den 13. Stock, um den Sitzungssaal (Council Chamber) mit dem schönen Glasoberlicht anzusehen, bevor es dann zur Aussichtsplattform ging. Die letzten Höhenmeter überwanden wir mit gut sechzig Treppenstufen. An diesem Tag war es zwar kalt, aber sonnig, und wir hatten einen tollen Blick über die Stadt und nach Kanada hinein.






Am Eriesee direkt waren wir natürlich auch. Wir sind an der Marina entlang spaziert. Die Sportboote waren aber noch alle im Winterlager. Dafür haben wir eine Gedenktafel für das berühmte Gedicht „John Maynard“ von Theodor Fontane entdeckt. Das Gedicht kennt wohl fast jeder in Deutschland aus dem Schulunterricht.

Die Hafenfront wird nach und nach umgestaltet, um aus einer Industriebrache nach und nach Freizeitgelände für die Einwohner zu entwickeln. In Buffalo wurde der grain elevator erfunden, der das Getreide aus den Schiffen in die Silos und umgekehrt transportiert.
We visited Buffalo, NY for a week to meet family. We met our son and daughter in law there on their honeymoon. And we did some sightseeing: City Hall, Waterfront, Frank Lloyd Wright‘ s architecture, modern art from local artists and Lake Erie, of course.


