Lebensmittel -lebensnotwendig

Eine unserer Hauptbeschäftigungen ist ja die Versorgung mit Nahrungsmittel. Darüber haben wir ja schon des Öfteren berichtet. Die Supermärkte sind hier alle groß, auch in den kleinsten Orten, durch die wir gekommen sind, wenn wir nur die Highways benutzt haben. Mit der zunehmenden Größe eines Ortes steigt auch die Anzahl und Größe der Supermärkte fast exponentiell an. Die Regale sind alle bis zum Bersten gefüllt. (Naja, wenn nicht gerade ein paar Feiertage angesagt sind; ist so wie bei uns, nur mit dem Unterschied, dass die Läden außer an vier bis fünf einzelnen Tagen im Jahr nie schließen.) An die Sortierung können wir uns immer noch nicht gewöhnen. Die dahinter liegende Systematik erschließt sich uns einfach nicht. Vielleicht ist auch gar keine da, man weiß es hier nie so genau. Unser Problem ist nun aber, dass wir das allermeiste in den Regalen einfach nicht essen möchten. Eigentlich handelt es sich immer nur um sehr variantenreich verpackten Zucker. Das ganze Land befindet sich in einer, von der Industrie bewusst herbeigeführten, Zuckerabhängigkeit. Sobald man einmal abhängig davon ist, verlangt der Körper nach immer mehr Zucker. Das Zuviel davon wird dann allmählich in Fettreserven umgewandelt. Und genau so sehen viele Amerikaner auch aus. Nun wollen wir ja gerne, dass ihr uns noch erkennt, wenn wir wieder zuhause sind. Also gehen wir stets mit Brille einkaufen, um die Zutatenlisten zu studieren. Es gibt wenige Supermarktketten wie z.B. Wholefoods, Trader Joe’s oder Publix, in denen es Alternativen zu kaufen gibt, das hat dann natürlich seinen Preis. Leute, ihr habt keine Ahnung, wie billig und gut bei uns in Deutschland die Lebensmittel sind! Bei Brot, des Deutschen liebstes Nahrungsmittel, denken wir hier als erstes ja eher so an schaumstoffartige Konsistenz. Das kann man noch ertragen. Aber hier ist pro Scheibe Brot mindestens eine Zuckermenge enthalten, die einem Stück Würfelzucker entspricht. Gern aber auch mehr, und dann wird das Brot auch noch zusätzlich mit Honig gesüßt, das lieben die Kinder doch so sehr, sagt die Werbung! Es gibt manchmal abgepacktes Vollkornbrot aus Deutschland importiert zu kaufen, liegt dann ganz oben im Regal, will ja keiner. Das schmeckt zur Abwechslung ganz gut, ist aber so exorbitant teuer, dass wir es nur ganz, ganz selten kaufen. Wir sind inzwischen auf für jüdische Kunden produziertes Brot ausgewichen. Das hat am wenigsten Zucker.Der neueste Spaß ist nun, die Serviereinheiten auf den Packungen genauer anzusehen. Es ist mal davon auszugehen, dass sich die Durchschnittsamerikaner daran orientieren, wenn sie sich gut ernähren wollen. 

 

serving amount per person: ca. 7 beans
  
serving amout per person: 1 medium potatoe
  
serving amount per person: ca. 15
 
Die Fotostrecke zeigt es: frische grüne Bohnen, davon sollte man nur ca. 7 Stück essen; dazu eine mediumgroße Kartoffel (unsere waren sehr klein, darum sind zwei auf dem Foto); eine Portion Kartoffelchips (die gehören hier oft genug zum Essen dazu) besteht dann aus ca. 15 Stück. So bleibt natürlich extrem viel Platz für Fleisch auf dem Teller. Da wir das hier im Campervan nicht zubereiten, haben wir das Gericht vegetarisch modifiziert: mehr Bohnen und Kartoffeln, eine Dose gehackte Tomaten dazu plus etwas schärfer gewürzt, anschließend mit Fetakäse bestreut.

 

serving amount per Martina & Kay: no meat, but lots of beans, potatoes, tomatoes and feta cheese
  
serving amount per person: 3 blocks = lots of sugar, no good taste
 Ach ja, und zum Nachtisch ein bisschen Schokolade. Hier beträgt die Serviereinheit pro Person 3 Stücke, das sind 6 Stückchen bei unseren Tafeln. Damit nimmt man dann noch einmal 18 Gramm Zucker zu sich, das entspricht 6 Stück Würfelzucker, vom Fett mal ganz abgesehen. Und die Hershey’s schmeckt noch nicht einmal gut. Dafür war auch sie teuer.

Wenn wir Glück haben, finden wir auch ganz spannendes Gemüse, dies hier zum Beispiel:  

schön und lecker
  
wie heißt sie wohl?
 
Es muss eine verwandtschaftliche Beziehung zu unseren Roten Beten geben, der Geschmack legte das nahe. Leider verlor die Frucht nach dem Schmoren die hübsche Färbung, blieb aber lecker in der Kombination mit Möhren und roten Kartoffeln.

4 Gedanken zu “Lebensmittel -lebensnotwendig

      1. Avatar von ernst ernst

        DIese Rübe mit blauen Kartoffeln, garniert mit weissen Bohnen könnte doch durchaus ein Nationalgericht werden

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