Misty Mountain and rat cheese (Virginia)

Almost heaven, west Virginia,  Blue Ridge Mountains, Shenandoah River … „Country Roads“ von John Denver kommt uns automatisch in den Sinn. Wenn man, wie wir, mit amerikanischer Musik sozialisiert wurde, sind hier in der Gegend viele Namen vertraut und warten darauf, jetzt mit konkreten Bildern gefüllt zu werden. Interessanterweise liegt dieses ganze Gebiet nicht in West Virginia, sondern in Virginia, da aber ganz im Westen.

 

heading south, Blue Ridge Mountains on our left
  
Unsere Route führt mehr oder weniger nach Süden, immer der Sonne hinterher. Aber man kann es nicht verhehlen, auch hier ist es Mitte November, nur trocken und wärmer. Im Moment wohnen wir auf dem Misty Mountain Camp Resort unter hohen amerikanischen Stieleichen in raschelndem Laub, können abends im Dunkeln draußen auf den Picknickbänken sitzen und den Zikaden bei ihrem Konzert zuhören. Davon lassen sie sich auch nicht von Kays Gitarrenspiel abhalten. Die Blätter und Früchte der Eichen sind, wie sollte es anders sein in Amerika, sind ebenfalls riesig.

 

on Misty Mountain Camp Resort, we are in the smallest one
  
 Auf dem Weg immer an den Appalachen entlang haben wir kurz in Gettysburg Halt gemacht, ein bisschen  amerikanische Geschichte ist ja nicht verkehrt (entscheidende Schlacht im Bürgerkrieg und Lincolns berühmte Gettysburg Address). 

 

Gettysburg National Military Park, Visitor Center
  
President Lincoln (left) and Kay
 In Charlottesville sind wir zu Jeffersons Plantage Monticello gewandert und haben uns über den Bau des Anwesens (er war Hobbyarchitekt und liebte es, Gebäude zu bauen und umzubauen), die Unabhängigkeitserklärung, die Gründung der Universität von Virginia, seine Reisen durch Europa als Botschafter in Frankreich und seine Taten während der Präsidentschaft informiert. Hier, wie auch schon in Gettysburg, sind wir nur bis zum Besucherzentrum gekommen und haben uns dann angesichts der happigen Eintrittspreise den Besuch des Hauses gespart.  

President Jefferson (left) and Kay
 Die Wanderung den Sauders Monticello Trail entlang betrug hin und zurück 6,5 km und führte immer am Berghang entlang durch den Wald. Die meisten Amerikaner fuhren allerdings zur Plantage hinauf, wir waren fast allein auf dem Trail. Wir konnten auch nicht zwischendurch im historischen Gasthaus auf dem Weg einkehren, denn das war ausschließlich von der Straße aus zugänglich. Darum haben wir es uns dann im Camper auf dem Parkplatz gemütlich gemacht. Es ist ja alles an Bord.

Charlottesville ist eine besuchenswerte amerikanische Kleinstadt mit einer sehr großen Universität, die von Jefferson gegründet wurde. Die historic downtown mall entpuppte sich als schöne Fußgängerzone mit netten kleinen Geschäften, fast hatten wir das Gefühl, in Europa zu sein.   

historic downtown mall

historic downtown mall
 Dann gibt es auch noch, außer dem normalen Busverkehr, einen Free Trolley Bus, mit dem man eine Stadtrundfahrt hätte unternehmen können. Das wollten wir machen, aber alle Parkmöglichkeiten entpuppten sich als nicht zugänglich für unseren Camper (für alle Parkhäuser zu hoch), sodass wir ihn schließlich in der Nähe der Altstadt an der Straße abstellten und aus Zeitmangel auf die Stadtrundfahrt verzichteten.  

free Trolley

 Die Blue Ridge Mountains quasi in Griffweite, aber keine Zeit, dort wandern zu gehen? Kein Problem, denn es gibt ja den Skyline Drive. Der Shenandoah National Park wurde 1935 gegründet, der Bau der Straße auf den Bergrücken entlang wurde aber schon während der Depression zu Beginn der 1930iger als  Arbeitsbeschaffungsmaßnahme begonnen. Wir sind nur ein kleines Teilstück von 40 Meilen gefahren und es geht wirklich immer ganz oben auf den Bergen entlang. Über uns nur noch die obersten Baumwipfel und dann der blaue Himmel, ganz gemäß unseres Reisemottos „… into the blue“. In regelmäßigen Abständen gibt es Aussichtspunkte zum Fotografieren und Parkplätze, falls man doch ein Stückchen wandern möchte. 

   
 Zurück ging es dann am Fuße der Bergkette entlang. Hier wird Wein angebaut und wir haben einen Stopp auf Stinson Vineyards eingelegt. Diese winery ist winzig und nutzt außer Holz-und Edelstahlfässern zwei große Fässer aus Beton, genannt „The Egg“ aufgrund ihrer Form, und kombiniert dann die Inhalte zu leckeren Weinen. Wir haben den Sauvignon blanc probiert, ganz wunderbar, völlig anders als Weißweine bei uns. Schon die Römer anno 2000 BC verwendeten Beton zum Weinmachen, wurde uns erzählt.

 

The Eggs, Weinfässer aus Beton
 
Und dann gibt es noch Apple Cider, naturbelassener, auf den Apfelplantagen gepresster Apfelsaft – ein Genuss! Nicht vergoren wie Cidre zuhause, sondern leckerster Saft. Auf dem letzten farmer’s market haben wir auch noch rat cheese gekauft, einen sehr würzigen Cheddar. Zum Namen gibt es zwei Geschichten: a) mit dem Käse wurden früher die Ratten angelockt und b) der Käse kommt in einer runden Box aus Rattan. Welche wohl stimmt?
John Denver’s song „Country Roads“ gets visualized while we are here in the west of Virginia. The Blue Ridge Mountains are always visible and we were definitely on top of them. Shenandoah National Park’s scenic roadway, Skyline Drive, follows the crest of the Blue Ridge Mountains for 105 miles and we toured 40 miles of it. Amazing vistas on many overlook stops. We had to pay an entrance fee and bought an annual pass instead, because it’s definitely not the only National Park we will visit. On the east side of the mountains they grow wine and we visited a small winery called Stinson Vineyards. The Stinsons repurposed a garage and filled it with winemaking equipment. Not only wooden barrels and steel tanks, the core of their winemaking are „The Eggs“, egg-shaped containers made from concrete. The Sauvignon blanc was just amazing in smell and taste!

We took some history lessons as well: we had a brief look at the visitor’s center of the National Military Park in Gettysburg on our way towards Virginia (end of the Civil War) and walked the Saunders Monticello Trail (4 miles to and fro) to President Jefferson’s plantation (drafted the Declaration of Independence, designed and founded the university and much more). The town of Charlottesville is worth a visit as well, a charming university town with a lot of young people and bicycle lanes on the streets, and with an historic downtown mall, one of the longest pedestrian malls in the U.S., which was a Monacan Indian hunting path centuries ago.

They grow a lot of apples here as well. The local apple cider, pure juice of pressed apples, is a convenient way to have the apple a day without eating it. The rat cheese, named in the headline, is a tangy cheddar. We heard two stories concerning the name: the man told Kay, that they used to bait rats with it; the woman told Martina, that the name derives from the box the cheese comes in. Which one is true?

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