Nachdem wir die nördlichen Ausläufer der Appalachen auf unserem Weg nach Pennsylvania überquert haben, sind wir in der Nähe von Lancaster, mitten im landwirtschaftlich geprägtem Siedlungsgebiet der Amish und der Mennoniten angekommen. Der Indian Summer ist zwar schon vorbei, aber noch nicht alle Bäume haben ihr Laub verloren, so dass wir auf dem Weg durch die bewaldeten Berge hier und da noch wunderschön gefärbtes Laubwerk zu sehen bekamen. Unser Campingplatz liegt direkt neben einer working Amish farm. Im Gegensatz zu denen haben wir aber vollen Stromanschluss und freies wifi.

Das erste, was uns auffiel, waren die schwarzen einspännigen buggys, die mit uns zusammen die Straßen benutzen. Auf den Highways gibt es allerdings eine extra Spur für diese typischen Pferdefuhrwerke der Amish People. Ansonsten gehen sie zu Fuß oder fahren mit Tretrollern. Wenn wir im Van Camper an unserem Tisch sitzen, hören wir das Klickerklacker der Hufe auf der Straße nebenan. Die Männer mit ihren Strohhüten und die Frauen mit den weißen Hauben sind ein ganz normales Bild hier. Sie kaufen auch bei Walmart ein, allerdings lassen sie sich dorthin in taxi vans fahren. Wir haben uns zunächst im Mennonite Information Center über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Konfessionen informiert. Interessant für uns waren aber eher nicht die religiösen Einzelheiten, sondern die sprachlichen. Untereinander sprechen sie Pennsylvania Dutch, und das ist nicht eine Varietät des Holländischen, sondern des Deutschen. Eigentlich müsste es Pennsylvania Deutsch heißen, aber das Wort ‚Deutsch‘ in der alten rheinländischen Aussprache (viele kamen aus der Krefelder Ecke und aus der Schweiz) wurde hier in ‚Dutch‘ verschriftlicht. Uns wurden im Center eine Bibel und ein Sprachlehrwerk gezeigt. Vieles konnten wir lesend verstehen. Später haben wir auf unserer Sightseeingtour Amische Menschen miteinander sprechen gehört. Da war es dann nicht mehr so weit her mit dem Verstehen, höchstens noch einzelne Wörter. Aber umgekehrt lief es genau so. Sie fragten uns, wo wir her kämen, da wir uns miteinander auf Deutsch unterhielten und sie vertraute Klänge und vielleicht auch Worte verstehen konnten. Die Kinder lernen erst in der Schule Englisch, um sich mit den „English“ verständigen zu können. Auf den Feldern waren Arbeitspferde im Einsatz, es wurden Maisstrohballen gepresst, der Boden wurde gepflügt. Der Anblick wirkt sehr idyllisch, aber die selbst auferlegten Beschränkungen aller Art kommen uns schon merkwürdig vor.

Zum landwirtschaftlichen Leben gehört natürlich auch die Verarbeitung und Haltbarmachung der Erzeugnisse. Wir haben extrem leckere whoopie pies, sticky buns und pretzels gegessen und uns daraufhin zwei kleine Broschüren mit typischen Amisch Rezepten mitgenommen. Ihr könnt euch schon mal auf Geschmacksproben freuen, denn die Rezepte sind fast alle ausgelegt, um zehn oder mehr Personen (die engere Familie halt) zu verköstigen. Ist hier nix mit Mama, Papa und 1,3 Kindern.

Lancaster selbst ist eine sehr sympathische amerikanische Kleinstadt, definitiv einen Besuch wert, wenn man sich für Kunst interessiert. Auch hier haben wir nur freundliche hilfsbereite Menschen getroffen, sei es im Lancaster Central Market, Amerikas ältester, immer noch in Betrieb seiender überdachter Markt für lokale Produkte, oder im örtlichen Kunstmuseum, das geschlossen war, für uns aber die Türen öffnete, das Licht anschaltete und uns die schon abgelaufene Ausstellung von mexikanischen Masken ansehen ließ. Dazu gibt es noch viele andere Kunstgalerien downtown und alle fußläufig zu erreichen. Wir fühlten uns hier sehr wohl.





Wer bis hierhin gelesen und die Überschrift noch nicht vergessen hat, wird sich fragen, was es mit der Ukulele auf sich hat. Wir haben einen großen Musikladen besucht und Instrumente für die weitere Reise gekauft: Für Kay eine travel guitar, denn seine große Gitarre ist in England geblieben, damit die Einreisebehörden nicht denken, er wolle hier mit Musikmachen sein Geld verdienen und damit alle amerikanischen Musiker in die Arbeitslosigkeit entlassen. Martina hat nun eine ukulele und bekommt kostenlosen Privatunterricht vom besten Gitarrenlehrer der Welt. Die Fingernägel mussten schon dran glauben, dafür sind die ersten drei Akkorde und Lieder schon gelernt.

We drove across the Apallachian Mountains into Lancaster County, homeland of the Amish. Funny to see a lot of horse carriages in between normal street life. We can hear the sound of hooves on the street while sitting in our van. We’re staying on a campsite next to a working Amish farm. The Mennonite Information Center provided us with interesting facts about religious differences between Mennonites and Amish, but more interesting for us were similarities and differences between our German Language and the Pennsylvania Dutch, which the Amish still speak als their mother tongue. They showed us a bible and a language course book in Pennsylvania Dutch. We could read big parts of it, but when they spoke to each other, only some single words were understandable for us. The Amish children learn English as a second language at school. They still farm their land with horsepower and they produce lovely food. We ate whoopie pies, sticky buns and pretzels, just gorgeous! The men with straw hats and women with bonnets are a common sight around here and everywhere you can buy amazing quilts, which we didn’t. In downtown Lancaster we visited America’s longest running public farmer’s market, established in 1730 and several Art Galleries and Museums. We had a really good time in the countryside as well as in town. And we bought some instruments: Kay got a travel guitar, because he left his big one in England; Martina got a ukulele and tries to play it. Seems to be easy, when you’ve got the best guitar teacher on board.