Regen, Regen, drus‘ … (DK, Juli 2023)

… Wi sitt hier warm in Hus‘! Ach nee, Klaus Groth, der norddeutsche, plattdeutsch schreibende Dichter, kannte noch keine Wohnwagen. Dort sitzen wir trocken, aber so richtig warm wird uns nur unter der heißen Dusche. Um uns herum, wie überall in Nordeuropa, entlädt sich das Tiefdruckgebiet „Unai“, während es im Süden des Kontinents auf den Inseln brennt.

Dann doch lieber Regen, es gibt ja Regenbekleidung. Pfützen sind sowieso ein wunderbares Spielzeug. Die Sandwege auf dem Campingplatz verwandeln sich im Laufe des Tages in ‚Wasserstraßen‘.

Auf dem Spielplatz sammelt sich Wasser in Töpfen, Förmchen und Pfannen. Das muss gesammelt werden, um daraus eine ‚warme‘ Suppe zu kochen, mit harten Äpfeln, die durch den Wind vor ihrer Zeit vom Baum gefallen sind.

Der Wind drückt den Regen so langsam durch die Kleidung und wir stolpern durch die Pfützenlandschaft zurück zum Wohnwagen. Das Vorzelt wird mit nassen Klamotten vollgehängt. Von unten drückt sich das Wasser langsam aber sicher durch den Teppich. Wir beschäftigen uns drinnen im Wohnwagen mit Brettspielen, Malsachen und Vorlesebüchern, während um uns herum die Welt langsam untergeht.

Nach vierundzwanzig Stunden Dauerregen geben sich die Wolken immer noch imposant, lassen aber nicht mehr unter sich. Auf dem Spielplatz scheint wieder die Sonne und verursacht bei den geduldig ausharrenden Großeltern einen unerwarteten Sonnenbrand.

Es gibt kein schlechtes Wetter, … (DK, Juli 2023)

… nur unangemessene Kleidung!

Inzwischen sind wir wieder in Vikær auf dem Campingplatz und machen Ferien mit dem Enkelkind. So richtig warm ist es nicht, aber der Strand lockt zum Buddeln. Schiffe brauchen schließlich einen sicheren Hafen, falls es noch Sturm geben sollte.

Und mit einem Neoprenanzug kann man auch schwimmen gehen ohne auszukühlen. Das Wasser ist mindestens so warm wie die Luft, wenn nicht sogar etwas wärmer.

Am nächsten Tag drohen dicke Wolken über uns, doch ein Blick auf den Regenradar (wir nehmen extra den von Danmarks Meteorologiske Institut) sagt uns, wann das Regengebiet durchgezogen ist.

Eingepackt in Neopren und bepackt mit Schwimmweste und Buddelzeugs geht es wieder an den Strand. Der Hafen benötigt eine Erweiterung und so nach und nach verändern wir die Küstenlinie.

Die Wolkenberge, die sich zwischenzeitlich über uns auftürmen, haben die Wettervorhersage leider nicht korrekt verstanden. Kurz bevor sie sich entladen, flitzen wir wieder zurück zum Wohnwagen.

Badespaß in der Ostsee, Vikær/ DK, Juni 2023

Die Wochenenden verbringen wir, zu zweit oder mit dem Enkelkind zusammen, wenn es sich zeitlich einrichten lässt, im Wohnwagen an der Ostsee in Dänemark. Mitte Juni war es am Wochenende ziemlich warm, die Wassertemperatur beträgt inzwischen 21 Grad in unserer Badebucht. Es sind aber noch nicht viele Wochenendurlauber auf dem Platz und damit auch nicht am Strand.

Das Enkelkind macht den ersten Versuch ins Wasser zunächst noch in Neopren gehüllt, stellt aber schnell fest, dass das Wasser sehr angenehm temperiert ist, zumindest nach Kindergefühl.

Bei anderen Wasserratten steht stand up paddling hoch im Kurs. Das Wasser ist so flach, dass man gut üben kann, das Gleichgewicht zu halten. Die meisten Menschen bewegen sich dann auch eher sitzend fort.

Zur Mittagszeit wird es etwas voller am Strand. Wir haben vom vielen Plantschen inzwischen Hunger und gehen zum Wohnwagen zurück. Am Nachmittag lockt dann das Minigolf spielen mehr als das Wasser.

Am nächsten Tag geht es dann für das Enkelkind ohne Neopren, sondern nur mit Badehose bekleidet, ins Wasser. Es möchte gern genauso lange wie beim vorherigen Mal im Wasser bleiben. Doch ohne Neopren kühlt so ein kleiner Körper wirklich schneller als gedacht aus. Gut, dass einen die Sonne (und das Handtuch) anschließend schnell wieder aufwärmt.

Himmelfahrtswochenende in der Diernæsbucht, DK (Mai 2023)

Extralanges Wochenende durch einen Brückentag, wir sind zurück auf dem Campingplatz. Der ist voll belegt, das Wetter tagsüber sonnig, nachts brauchen wir immer noch zwei Decken. Die Heizung funktioniert auch wieder, das Auswechseln der Batterie war leicht.

Wir machen einen Spaziergang an der Bucht entlang bis Sønderballe und von dort durch die Felder zurück zum Campingplatz.

Am Strand können wir sehen, wieviel Land das Meer während des starken Ostwinds vor zwei Wochen von der Steilküste abgeknabbert hat.

Der Landwirt, der das Rapsfeld ausgesät hat, muss auf einen Teil seiner Ernte verzichten.

Ansonsten zeigt sich Dänemark heute von seiner hyggeligsten Seite.

Am Freitag machen wir einen kleinen Ausflug nach Aabenraa zum Einkaufen. Außer den wichtigen Grundnahrungsmitteln finden wir zum Tee ein leckeres Gebäck: Brunsvigerkage, extrem lecker.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz halten wir an der Kalvø Røgeri an, um fürs Abendessen geräucherte Makrele zu kaufen. Auch diese ist später sehr lecker auf Brot, zusammen mit einem Salat.

Unser Spaziergang heute führt uns in die andere Richtung am Strand entlang. Wenige mutige Kinder sind im Wasser, es muss eiskalt sein. Die anderen versuchen durch Buddeln am Strand doch irgendwie das Grundwasser zu erreichen und machen dann mutige Sprünge über die tiefe Grube.

Sonnabend dreht der Wind wieder nach Osten, durch den Wind erscheint es kühler zu sein als es wirklich ist. Zum in der Sonne sitzen ist es draußen zu windig. Aber zum Spazierengehen und Rasenmähen ist das Wetter perfekt.

Den Spindelmäher kann man sich an der Rezeption ausleihen. Als vorübergehende Dauercamper muss man regelmäßig um Wohnwagen und Vorzelt herum mähen.

ein holpriger Camping-Kaltstart, DK (April/ Mai 2023)

In diesem Jahr probieren wir aus, wie es sich als Dauercamper anfühlen wird. Der Wohnwagen soll die Saison über in Dänemark stehen. Als wir den Wohnwagen im frühen Frühjahr auf dem Campingplatz in Vikær aufstellten, war es eisig kalt und der Boden noch total durchgeweicht vom dauernden Regen im Winter. Zuerst setzte sich das Auto im Matsch fest, es ging weder vor noch zurück. Dann versuchten wir es mit dem Wohnwagen, der verfügt über einen Mover. Doch auch das schlug fehl, die Räder des Wohnwagens versanken ebenfalls in der Grasnarbe. Nichts ging mehr, weder vor noch zurück. Alles war matschbespritzt und unsere Laune auf dem Tiefpunkt.

Der Campingplatzbesitzer kam schließlich mit Trecker und Gummimatten zu unserer Rettung (wir waren nicht die einzigen, er hatte an dem Tag gut zu tun). Zuerst schob und zog er den Wohnwagen an Ort und Stelle. Es war faszinierend, wie filigran er mit dem Trecker umgehen konnte. Danach wurde unser Auto auf den Schotterweg gezogen, es musste nach diesem Ausflug ganz dringend in die Waschstraße.

Damit wir das Vorzelt überhaupt aufbauen konnten, wurde eine Baggerschaufel an den Trecker montiert und kurzerhand Sand vom Strand geholt. Diese Schaufel voll Sand kippte er einfach vor dem Wohnwagen aus, und wir konnten mit dem Zeltaufbau beginnen.

Pünktlich mit dem ersten Regen war das Vorzelt komplett aufgebaut. Eigentlich wollten wir zwei Nächte auf dem Platz bleiben und die Campingsaison richtig einläuten. Aber es war noch mehr Regen und Kälte angekündigt. Daher tranken wir noch einen Tee, um uns aufzuwärmen und fuhren dann wieder nach Hause.

Fünf Wochen später (zwischenzeitlich waren wir ja in der Karibik) versuchten wir es wieder mit dem Campen. Diesmal blieben wir, mit reichlich Kuscheldecken ausgestattet, immerhin für zwei Nächte. Das Enkelkind freute sich so sehr darauf, im Wohnwagen zu sein, wir konnten es ihm nicht abschlagen, trotz des anhaltenden Sturms. Das Vorzelt flatterte laut im Wind, der Regen pladderte auf das Dach, die Heizung lief zuverlässig. Die Gasflaschen waren voll. Es war sehr kuschelig im Wohnwagen, doch ab und zu mussten wir einfach mal hinaus in den Sturm zum Auslüften.

Dem Enkel machte die Kälte nichts aus, wir harrten im strammen Ostwind auf dem Spielplatz aus, bis wir unsere Hände und Füße nicht mehr fühlten. Gut, dass wir uns im Wohnwagen aufwärmen konnten.

Doch am letzten Morgen blieb die Heizung kalt. Ein Blick ins Handbuch zeigte, dass die Batterie, die in der Heizung für den Zündfunken sorgt, wohl leer war. Ein Ersatz war nicht an Bord, und so strichen wir nach dem Frühstück die Segel und fuhren nach Hause.