Ankunft in New York (USA 2022)

Vor dem Frühstück gehen wir an den Bug auf Deck 7, um das Einlaufen zu beobachten. Es geht vorbei an Rockaway Beach und Coney Island. Leider ist es zu neblig, um Fotos zu machen. Dann geht es unter der Verrazano-Narrows-Bridge hindurch mit genügend Zwischenraum (drei Meter vertikaler Abstand zwischen Brücke und Schiff), sehr langsam Richtung Brooklyn und mit Abstand an der Freiheitsstatue vorbei.

Nach einer Stunde draußen sind wir reichlich durchgefroren. Deshalb gibt es noch einmal ein ausgiebiges Frühstück an einem Fensterplatz, so dass wir das Rückwärtseinparken beobachten können. Der Anleger, seit 2006 für die Queen Mary 2 in Betrieb, ist ziemlich abgewrackt und ranzig, aber das merken die Passagiere nicht, wenn sie nachher über die Gangway aussteigen. Letzteres verzögert sich noch mehr, denn die Behörden brauchen sehr lange, um an Bord den Landgang freizugeben.

Wir räumen die Kabine und trinken noch einen Tee, bevor wir uns in die Schlange einreihen. Die mäandert sich durch das halbe Schiff, es gibt offensichtlich kein geplantes Ausschiffen. Anderthalb Stunden später gehen wir an Land und weitere 40 Minuten später sind wir mit unseren Koffern und einem neuen Stempel im Reisepass in Brooklyn, wo unser Fahrer (mit Ehefrau) nach Peekskill (schon vorher gebucht) bereits seit fast fünf Stunden geduldig wartet. Unsere text messages sind wohl nicht durchgegangen.

Die Autofahrt durch Brooklyn Richtung Norden ist ein Erlebnis für sich. Der Fahrer, ca. 80 Jahre alt (kein Witz), fährt zwar mit Navi (heißt hier GPS), hat aber seine ganz eigenen Vorstellungen im Kopf, wie er fahren möchte. Ein mobiles Navigationsgerät hängt an der Windschutzscheibe, spricht mit weiblicher Stimme und zeigt den Weg an. Ein weiteres Navigationsgerät ist fest im Auto eingebaut, spricht ebenfalls mit weiblicher Stimme und zeigt den Weg an, ist aber zu neu, als dass es von Fahrer oder Beifahrerin (ca. 70 Jahre) bedient werden könnte. Das dritte GPS befindet sich auf dem Mobiltelefon der Beifahrerin, zeigt den Weg, ist aber stumm geschaltet. Dafür spricht die Beifahrerin nahezu ununterbrochen, entweder mit ihrem Mann (hierhin, dorthin, zu schnell) oder mit uns (was viel Spaß macht und uns von den Gefahren, in denen wir uns häufig befinden, ablenkt) oder mit den anderen Navigationsgeräten (die sie aber nicht hören können). Drei weibliche Stimmen in unterschiedlichen Lautstärken, die dem Fahrer Anweisungen geben. Kein Wunder, dass er, zusätzlich zu seinem Alter, in dem man Anweisungen auch nicht mehr schnell genug umsetzen kann, auch noch auf Durchzug schaltet.

Auf diese Weise fahren wir etliche Umwege und können den La Guardia Airport von allen Seiten betrachten. Der liegt weiter im Osten, wir wollen eigentlich nach Norden. Irgendwann sind wir doch auf dem gewünschten (dem Fahrer vertrauten) Highway angekommen und es geht, vorbei an der Bronx, durch Yonkers, auf den Taconic State Parkway bis wir nach gut zwei Stunden in Peekskill an der Verleihstation des motorhomes ankommen.