
Natürlich bekommen wir zu wenig Schlaf! Ich wache davon auf, dass das Schiff so leise ist und schaue aus dem Fenster. Wir drehen uns gerade im Wasser, um rückwärts in Bayonne „einzuparken“. Es ist noch stockfinster und es nieselt, viel ist nicht zu sehen, außer dicken Regenwolken. Ich schlafe noch ein bisschen weiter.
Zum Frühstück, viel zu früh für uns, aber man muss ja etwas essen, gehen wir ins Windjammer. Auf die Idee sind ungefähr tausende Mitreisende auch gekommen. Wir finden nur beim zweiten Mal herumgehen einen Platz an einem Tisch. Dann holen wir unsere restlichen Siebensachen aus der Kabine und gehen ins Theater.

Dort treffen sich um acht Uhr alle, die eine shore excursion gebucht haben. Nach den schlechten Erfahrungen vor acht Jahren hier in Bayonne (das ist eine kleine unbedeutende Stadt von nur rund 72.000 Einwohnern und liegt südlich von Jersey City) haben wir diesmal die ultimative Kombi gebucht: Manhattan‘s Highlights and Transportation to Airport. Unsere schweren Koffer fahren mit uns im Bus und am Ende landen wir automatisch am richtigen Flughafen.

Die Verantwortlichen auf dem Schiff entwerfen immer einen ausgeklügelten Plan, wer wo wartet und wann von Bord geht, damit es keine Staus etc. gibt. Und jedes Mal, wenn wir auf US-amerikanischem Gebiet ankommen, wird der Plan, an den sich alle auf dem Schiff halten, von Custom and Border Protection an Land über den Haufen geworfen.
Also kommen wir nicht um 8 Uhr von Bord, sondern später. Anschließend finden wir unsere Koffer und schlängeln uns aufreizend langsam durch die Halle, in der man natürlich auch nicht fotografieren darf. Ich habe vorher noch Fotos vom Schiff aus gemacht, es hat sich doch deutlich etwas an der Bebauung (vor acht Jahren war hier nichts) getan.

Denen ist es völlig egal, wie lange und wo man vor der Einreise warten muss. Und genügend Personal ist auch nie da, um alle booths zu besetzen. Das geschieht dort unten in der dunkelgrauen Halle.

Diese Skulptur heißt im Volksmund Tear of Grief, offiziell To the Struggle of World Terrorism. Sie ist ein Geschenk der russischen Regierung an die Vereinigten Staaten zum Gedenken an die Opfer des Anschlags vom 11. September 2001. Die zwölf Meter lange Träne aus Stahl, die zwischen den Säulen hängt, ist auf meinem Foto nur schwer zu sehen, falscher Winkel. Unten auf der Bodenplatte sind alle Namen der Opfer eingraviert.
2006 wurde das Denkmal in Gegenwart von Bill Clinton und Wladimir Putin eingeweiht. Im letzten Jahr entfernte die Stadt Bayonne Putins Namen in Folge seines Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Als wir dann endlich durch und draußen sind, können wir noch einen letzten Blick auf „unser“Schiff werfen. Schön war die Zeit auf der Anthem of the Seas. Doch das nächste Mal werden wir wieder ein kleineres Schiff buchen.

Wir gehen immer in Richtung wartende Busse, freundliche Menschen weisen uns den Weg. Glücklicherweise warten die gecharterten Busse auf uns, und dann auch noch länger, bis schließlich die letzte gebuchte Person im Bus ist. Los geht’s!