Auf geht‘s, cruise day 1 (Anthem, Oktober 2023)

Diesmal müssen wir den Wecker stellen, da wir das Appartement um 10 Uhr räumen müssen. Wir holen uns bei Wenzel, the Bakeries Kaffee und ein süßes Teilchen. Beides wird im Appartement verzehrt, bevor wir alles packen und die Koffer pünktlich im Flur abstellen können.

Wir wollen noch ein bisschen Shopping erledigen, die Geschäfte haben hier in Southampton auch sonntags geöffnet. Inzwischen ist es auch wärmer geworden (vorhin war es nur 3 Grad, aber sonnig) und die Fußgängerzone füllt sich merklich. Wir stromern noch ein bisschen durch die Straßen und das Westquay Shopping Center, bevor es zurück zum Appartement geht.

Dort steht die Tür offen: die Reinmachefrauen sind grad angekommen. Kein trouble mit dem Yale-Schloss, hurra! Wir schnappen uns unsere Koffer und machen uns auf den Weg zum Hafen.

Wir sind nicht die einzigen, die zu Fuß dorthin gehen. Und dazu kommen noch eine ganze Menge mehr, es ist 12 Uhr, wir müssen Schlange stehen. Nach der Kofferabgabe geht es durch die Sicherheitskontrolle, dann zur Pass- und Visaüberprüfung.

Das dauert bei uns etwas, da wir immer noch mit zwei Pässen hantieren müssen. Aber dann wird noch ein Foto für die Kontrollen beim Schiff betreten und verlassen gemacht und schon geht es nach drinnen.

Das Schiff ist groß!! Wir suchen uns zunächst unsere Musterstation, werden abgehakt und bekommen noch eine live-Vorführung, wie die Schwimmweste anzulegen ist (wir hatten uns das Video nicht vorher in der App angesehen; was die alles merken!). Dann ist auch die Kabine schon fertig, 8506 im Bug, schön groß mit viel Platz. Da wir schon oft mit Royal Caribbean gefahren sind, finden wir eine Einladung zu einem Mix & Mingle für nachmittags im Solarium für Diamond Members and above. Da wollen wir dann hin. Vorher holen wir uns Kaffee, etwas zu essen und aus der Bücherei insgesamt fünf Bücher (was man hat, das hat man) und beginnen schon mal zu lesen.

Auf dem Mix&Mingle treffen wir bei sehr lauter Musik auf sehr viele Menschen. Es gibt kleine Häppchen und reichlich Champagner. Wir trinken ziemlich viele Gläser, gucken uns die Abfahrt aus Southampton an und finden dafür später einen Platz auf einer großen Schaukel.

Vor dem Abendessen legen wir uns noch einmal hin. Die großen Koffer sind inzwischen auch vor unserer Kabine angekommen und waren auf das Auspacken. Wir haben diesmal my time dining gebucht, da die festen Zeiten für das Abendessen 17:15 Uhr oder 20:00 Uhr sind. Das eine ist zu früh, das andere zu spät für uns. Für heute haben wir einen Platz im Silk vorgebucht. Das Essen ist sehr lecker, die waiter nett, aber der Platz gefällt uns nicht, zu sehr am Durchgang gelegen. Morgen hätten wir es gern anders. Nach dem Essen geht es für uns direkt auf die Kabine. Der Tag war voll und anstrengend. Aber: schön, wieder auf dem Schiff zu sein.

Pre cruise day: Southampton im Herbst (Oktober 2023)

Nach einer guten Nacht machen wir uns auf den Weg, um irgendwo zu frühstücken. Die erste Bäckerei verkauft leider keinen Kaffee, in der zweiten dürfen wir uns nicht hinsetzen, dann geht es eben auf die High Street. Dort haben trotz des Sonnabends einige Banken offen und wir versuchen unser Glück, die alten Pfundscheine doch noch zu wechseln. In der ersten Bank sind sie sehr freundlich, haben aber an dem Tag gar kein Bargeld da und verweisen uns an die Post schräg gegenüber. Dort sind sie sehr freundlich, doch wechseln dürfen sie auch nur, wie schon zuvor bei der Bank, wenn wir ein Konto in Großbritannien hätten. Auf dem Weg zum auserkorenen Frühstücksrestaurant probieren wir noch eine Bank aus, man weiß ja nie.

Und, wer sagt‘s denn? Unsere Ausdauer wird belohnt, da der Filialleiter anwesend ist und offensichtlich Mitleid mit unserer aussichtslosen Touristensituation hat. Ohne Konto im Land hätten wir die Geldscheine nämlich nur bei der Bank of England direkt in London umtauschen können.

Der gute Mann schaut in einer little box mit Bargeld in einem der hinteren Räume nach, wie er sagt. Ich glaube ja, er zieht das Geld von seinem Konto ab und zahlt anschließend die alten Banknoten darauf ein. Nachdem er mehrere Türen mehrmals durchquert hat, kommt er mit zehn neuen £10-Scheinen für uns wieder, juhu!! Die Scheine wechseln ihre Besitzer und wir ziehen glücklich von dannen.

Im Poppins gibt es für beide ein full English breakfast inklusive zweier Scheiben black pudding. Leider ist der große Kaffee dazu ziemlich dünn und ungenießbar. Daher holen wir uns anschließend gegenüber bei Costa noch einen Cafe Mocha und genießen ihn draußen in der Sonne.

Dann machen wir das, worauf wir uns schon gefreut hatten, wir bummeln durch die Straßen, gucken in die charity shops und genießen das gute Wetter: kühl, aber sonnig. In der East Street schaue ich durch ein kleines Feld in ein Künstleratelier hinein. Ihnen werden hier für sehr wenig Geld unbenutzte ehemalige Geschäftsräume auf Zeit überlassen. Der Künstler ist bei der Arbeit, sieht mich und öffnet die Tür, so dass wir eintreten können. Es entwickelt sich ein sehr lebhaftes Gespräch über Kunst, kreatives Schaffen und Ergebnisse, wir lieben so etwas!

Er heißt David McDearmid und ist Teil von The Keepers Artist Collective und arbeitet gerade jetzt an einer Skulptur eines zu schlanken Mannes, den er in eine Figur verwandeln möchte, die dem Bacchus ähnelt. Die Holzspäne, die er dafür verarbeitet, schnitzt er alle von dem Stock Redwood-Holz, der am Tisch lehnt.

Nach diesem ungeplanten, wunderbaren Erlebnis nutzen wir das sonnige Wetter für ein paar Fotos der Gebäude in diesem Viertel, in welchem an allen Stellen eine langsame Gentrifizierung zu erkennen ist. Vor ein paar Jahren war es hier noch ziemlich heruntergekommen.

Unser Bummel führt uns dann die High Street hinunter zum Hafen. Auf dem Weg sehen wir die Reste der mittelalterlichen Stadt.

Hier befand sich das Watergate, indem im 15. Jahrhundert der Bürgermeister und Kontrolleur der Marine von King Henry V. lebte und arbeitete.

Hier (jetzt weit weg vom Wasser) landeten 1476 italienische Handelsschiffe an, um Wein, Früchte, Gewürze und Seidenstoffe aus dem Mittelmeerraum zu entladen.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher Richtung City Cruise Terminal, um den günstigsten Weg für morgen zu finden, um zu Fuß mit den großen Koffern vom Appartement dorthin zu kommen. Dies ist noch nicht unser Schiff.

Nach einer Tee- und Verschnaufpause gehen wir noch einmal los zum Spazierengehen. Es geht die High Street nordwärts, die meisten Geschäfte haben noch geöffnet. Wir gehen bis zur City Gallery, in die wir morgen gehen wollen bzw. wollten, wie wir dann feststellen müssen. Sie hat sonntags geschlossen, wie außerordentlich schade, denn The Keepers Artist Collective stellt dort gerade aus! Nützt aber nichts.

Durch die schönen Parkanlagen geht es wieder zurück. Es ist noch zu früh zum Abendessen, deshalb machen wir noch eine Tour durch das Westquay Shopping Center.

Bei John Lewis ist schon Weihnachten ein großes Thema und wir nehmen einen Elefanten für unseren Adventsbaum mit, als Erinnerung an diese Tour/Cruise.

Dann geht es zum Abendessen in einen Fish ‚n‘ Chips Shop um die Ecke, wo wir lecker Dorsch und Pommes essen. Im Appartement gibt es noch ein leckeres Bier von BrewDog gibt, ein Punk IPA, sehr gut.

Auf zur nächsten Kreuzfahrt (Oktober 2023)

Wir machen uns auf den Weg zur nächsten cruise, wieder einmal über den Atlantik, diesmal von Southampton, England aus. Der Reisetag wird lang, und wir wechseln die Verkehrsmittel häufig. Wir starten morgens um 8:30 Uhr mit dem PKW zum Flughafenbus und mit dem weiter nach Hamburg. Alles funktioniert gut, auch die elektronischen Tickets können eingelesen werden. In Hamburg sind die Bordkarten schnell ausgedruckt und die Koffer abgegeben. Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen haben wir uns diesmal einen Slot&Fly gebucht, aber dann doch nicht genutzt. Die Wartezeit in der regulären Schlange ist kürzer als die bis zum Slot-Beginn.

Da Großbritannien nicht mehr in der EU ist, müssen wir durch die Passkontrolle, doch Dank unserer Pässe geht es durch das eGate. Danach füllen wir die Wasserflaschen auf und laufen schon mal zum Abfluggate. Diesmal fliegen wir mit Eurowings, leider hebt der Flieger mit einer Dreiviertelstunde Verspätung Richtung London ab. Das bringt nicht nur unseren Zeitplan durcheinander. In Heathrow gelandet, kommen die Koffer recht schnell, wieder geht es durch das elektronische Tor bei der Passkontrolle. Und ab da ist Geduld angesagt. Den gewünschten Bus für die Weiterfahrt nach Southampton verpassen wir so gerade eben. Der nächste Bus (sie fahren alle zwei Stunden ab) ist schon ausgebucht. Es wird also der um 20:00 Uhr Ortszeit (21 Uhr bei uns) werden.

Wir lassen uns häuslich bei Cafè Nero nieder, die haben guten Kaffee und gutes WLAN. Immerhin müssen wir hier vier Stunden verbringen. Als ich den Kaffee bezahlen will, wir haben noch £100 Bargeld in Scheinen dabei vom letzten GB-Aufenthalt, erfahre ich, dass die Scheine seit drei Jahren nicht mehr gültig sind! Wie gut, dass wir auch über Kreditkarten verfügen.

Am Geldwechselschalter erkundige ich mich später, ob die die alten Scheine vielleicht gegen neue einwechseln können – leider nein! Wir müssen zu einer Bank gehen, die natürlich am Wochenende (heute ist Freitag) geschlossen haben. So ein Pech, ich werde Britisch höflich angemessen bedauert. Das gute Internet wird dann genutzt, um schon mal die Bustickets zu buchen, wir können ja nun nicht mehr Cash bezahlen. Wir vertreiben uns die Zeit mit lesen (am Hamburger Flughafen lagen noch Papierzeitungen herum) und spielen. Vier Stunden können sehr langsam vergehen, aber der Cafe Mocha ist echt gut!

Nach gut drei Stunden beschließen wir, uns schon mal auf den Weg zum Busbahnhof zu machen. Im Café war zuletzt immer weniger los, von daher überrascht uns der Andrang auf die Fahrstühle doch etwas. Es ist voll, aber dann kommen wir doch in einem Fahrstuhl abwärts hinein. Dann geht es mit allen anderen immer den Hinweisschildern Richtung Busse, U-Bahn und Parkplätzen hinterher. Wir müssen dann mit einem Fahrstuhl wieder hinauffahren und dort erwartet uns Dunkelheit, Regen und wiederum viele Menschen, die mit den Bussen weiter fahren wollen.

Es ist Freitagabend um zwanzig Uhr. Unser Bus kommt, der Fahrer kontrolliert das online-Ticket und lädt dann die Koffer ein. Dann kommen doch noch zwei Personen mit sehr viel Gepäck und ohne zusätzliches Ticket. Der Fahrer (und wir im Bus) wartet, bis der Mann im Busbahnhof das extra Ticket für das Mehrgepäck besorgt hat und lädt es anschließend ganz in Ruhe ein. Wir fahren mit einer Viertelstunde Verspätung ab.

Vor uns liegen etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. Die erste Stunde verbringen wir damit, vom Flughafenterminal 2+3, wo wir eingestiegen sind, erst zum Terminal 4 und dann zum Terminal 5 zu kommen. Jedesmal steigt der Fahrer aus, kontrolliert die Tickets. Der Flughafen London-Heathrow ist riesig! Danach geht es aber sofort auf die vierspurige Autobahn, wir hatten kurz in the middle of nowhere an einem Park&Ride Parkplatz in der Nähe von Winchester, wo tatsächlich Menschen aussteigen. Dann erreichen wir auch schon Southampton und sind pünktlich um 22:15 Uhr am Busbahnhof, ohne dass der Fahrer gehetzt wirkte. Nur einmal wurde er ungehalten, als sich Fahrgäste trotz seiner wiederholten Aufforderung, sich zu setzen, dem nicht nachkamen, denn er darf nur fahren, wenn alle Passagiere sitzen. Daran hält er sich strikt. Und alle Passagiere schnallten sich nach seiner Aufforderung auch an, denn it‘s the law. Auch das ist faszinierend zu beobachten.

Nach einer kleinen Orientierung und einem kurzen Fußweg durch die Innenstadt, die gut gefüllt mit Partygängern ist, erreichen wir unser AirBnB-Appartement, dessen Tür mit einem Yale-Schloss gesichert ist, das einen Zahlencode erfordert. Den haben wir, und wir wissen ihn trotz Müdigkeit auch auswendig. Doch das Zahlenfeld, um ihn einzutippen, erscheint nur, wenn die Fläche zunächst von der ganzen Hand vollständig verdeckt wird (und auch dann nicht sofort). Wir sind müde, hungrig, ungeduldig, benötigen sehr viele Versuche, aber schließlich klappt es doch. Wir sind drin, das Appartement ist gut ausgestattet. Wir verzehren unsere Sandwiches mit Bier (der Tesco Express in der Nähe hatte noch bis 23 Uhr geöffnet) und fallen kurz nach Mitternacht local time völlig fertig ins Bett.

Southampton (UK), Day 3 (Cruise Queen Mary 2)

Heute müssen wir früh aufstehen, um uns noch vor dem Frühstück mit Reisepass der britischen Passkontrolle in persona zu präsentieren. Einmal kurz die Maske abnehmen, ein Blick in die Papiere und schon haben wir die kleine grüne Karte in der Hand, die es uns erlaubt, später an Land zu gehen. Die digitale Anmeldung (passenger locator form) mussten wir schon vor Fahrtantritt zuhause ausfüllen.

Nach dem Frühstück kommen wir auf unserem Weg zur Gangway an diesem traditionellen roten englischen Briefkasten vorbei. Die Queen Mary 2 heißt mit vollem Namen RMS Queen Mary 2, wobei die Abkürzung für Royal Mail Ship steht. Sie befördert immer noch Post der britischen Royal Mail. Wenn man die passenden Briefmarken dabei hätte, könnte man also etwas in den Briefkasten hineinwerfen.

Wir werden von einem Doppeldecker-Shuttlebus zum West Quai Shopping Centre gebracht, in dem die meisten Mitreisenden schnell verschwinden. Kein Wunder, es regnet. Wir wollen auch ein bisschen shoppen, besuchen aber zunächst die City Art Gallery und genießen die Kunst aus den Sammlungen. Die nächste Sonderausstellung wird leider noch aufgebaut.

Danach ist der Regen eher stärker geworden, wir trocknen uns in einem Café mit Wifi, um gleichzeitig den letzten Beitrag von Europa aus zu posten. Anschließend bummeln wir durch einige charity shops, von denen es weniger gibt als noch vor sechs Jahren. Wir entdecken die ersten starken Anzeichen vom bevorstehenden Frühling, zumindest hier in der Nähe des Golfstroms.

Der Regen hört einfach nicht auf, wir gehen früher als gedacht zurück zur Bushaltestelle des Shuttles. Wir durchqueren das West Quay Shopping-Center, aber auch dort es hält uns nicht weiter. Wir lassen uns zum Schiff zurückfahren.

Während wir zu Abend essen, bricht das Schiff zu seiner 336. Transatlantiküberquerung auf. Die Lichter des Hafens ziehen an uns vorbei, wir genießen dabei das sehr gute Essen. Danach ist Showtime: Zuerst erfreuen uns die MacDonald Bros. mit (im weitesten Sinne) schottisch-irischer Musik, danach gehen wir wieder ins Kino und gucken uns The Protégé an. Die Liveauftritte an Bord sind alle handwerklich gut, das Repertoire allerdings für den sehr breiten Massengeschmack. Ein bisschen etwas hören und sehen wir uns immer an, aber wir bleiben nie lang an einem Ort.