
Von Madeira aus sind wir direkt in die norddeutsche Wetterwirklichkeit zurück katapultiert worden, mit Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt und Dauergrau. Doch manchmal ist auch etwas Sonnenschein zu sehen, den wir für einen Spaziergang am Nord-Ostsee-Kanal nutzen wollen. Wir fahren zum Kanalfähranleger in Sehestedt, der einzigen Gemeinde, die durch den Bau des Kanals Ende des 19. Jahrhunderts in zwei Teile zerschnitten wurde.

Noch bevor wir uns richtig auf den Weg machen können, holt uns das Wetter schon ein. Planänderung! Wir gehen nicht erst über „Los“, sondern direkt zum geplanten Endpunkt des Spaziergangs, zum Kanalimbiss.

Hier machen sie die wirklich allerbesten Pommes, die wir jemals gegessen haben. Es ist auch noch ein Strandkorb frei, so dass wir etwas vor dem Regen geschützt sind. In der Gaststube ist es rappelvoll mit Menschen, von denen einige immer noch nicht wissen, dass der Impfnachweis vorher kontrolliert werden muss. Da möchten wir nicht hinein.

So haben wir einen Logenplatz mit freiem Blick auf den Kanal. Große Schiffe fahren grad gar nicht an uns vorbei. Dafür kontrolliert die Polizei mit drei Mann, ob die Angler auch im Besitz eines Angelscheins sind (Ja, sind sie.), bevor auch sie zum Imbiss hochgehen. Die Gelegenheit ist günstig.

Als wir mit dem Essen fertig sind, scheint auch die Sonne wieder. Allerdings sind wir so dermaßen durchgefroren, dass wir nur noch zum Auto mit seiner Sitzheizung und dann nach Hause ins Warme wollen.

Einen Blick auf die St.-Peter-und -Paul-Kirche schaffen wir noch, deren Anfänge bereits im 13. Jahrhundert liegen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier nach einer Schlacht Soldaten einquartiert. Auch da muss es ziemlich kalt gewesen sein, es war Anfang Dezember. Die Soldaten verfeuerten das gesamte Gestühl der Kirche. Wie gut, dass wir die Sitzheizung haben!