Levada-Wanderung in der Stadt (Madeira 22)

Laut Reiseführern ist eine Wanderung entlang der Bewässerungsrinnen (Levadas) ein Muss auf Madeira. Zu den meisten beschriebenen Touren muss man jedoch mit dem Bus oder Auto anreisen. Wir wollen nur gehen. Da in Câmara de Lobos die Bananen auch in der Stadt wachsen, gibt es auch hier Levadas. Auf geht’s!

Auch oberhalb des Hafens gibt es noch jede Menge zu investieren. Aber die öffentlichen Grünanlagen werden regelmäßig bearbeitet. Jetzt, Ende Januar, blühen schon merklich mehr Pflanzen.

Wir steigen erst einmal im Osten des Hafenbeckens aufwärts und kommen zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Miradouro do Salão Ideal, eine Etage über unserem Küstenfußweg zum Strand. Vom Bus aus ist uns der Aussichtspunkt noch nie aufgefallen.

Unsere Karte (maps.me) sagt uns, dass links die Travessa do Ferreira abgeht. Es sieht zuerst ein bisschen wie ein Privatweg aus, geht aber rechts weiter. Dann sieht es aus wie die Zufahrt zur Garage des Gebäudes. Links davon führt dann der schmale Pfad zwischen den Häusern in die Höhe.

Diese schmalen Gassen kürzen die Serpentinenstraßen für Fußgänger ab, ganz praktisch eigentlich. Meistens sind sie ganz sauber und gepflegt, immer dann, wenn Einzelhäuser angrenzen. Etwas anders sieht es aus, wenn die Bebauung aus Sozialwohnungsblöcken besteht oder ganz fehlt. Dann scheint sich niemand zuständig zu fühlen und die eine oder andere Ecke wird zur Müllentsorgung aller Art genutzt.

Über die sich anschließende Travessa das Encruzilhadas kommen wir auf die Rua Padre Pita Ferreira. Am Polizeigebäude, das einen neuen Anstrich gut vertragen könnte, geht es rechts hoch den Caminho Velho da Palmeira. Die Straße führt sehr steil nach oben, ein Blick zurück zeigt, wie hoch wir schon gestiegen sind.

Dann biegen wir wieder links in einen Pfad, Travessa da Pedreira, der uns erst einmal kurz treppab Richtung einer Sozialbausiedlung führt, dann aber fast 250 Meter lang treppauf in die Höhe geht. Ein Blick zurück verdeutlicht die überwundenen Höhenmeter. Die Treppe beginnt am Zebrastreifen, der in der ungefähren Bildmitte zu sehen ist (Tipp: Bild aufzoomen).

Nun geht es nur noch einen kleinen Anstieg eine Treppe hoch, an der Ruine links vorbei und schon sind wir auf der Levada do Pico da Torre, an der Südflanke des Hausberges entlang. Doch schon nach einer Kurve ist die Enttäuschung groß. Der weitere Weg ist gesperrt, die komplette Umrundung des Picos wird uns verwehrt. Dabei ist die Aussicht von dieser Seite auf den Ort und das Meer so schön!

Na gut, dann eben Plan B, wir gehen zum anderen Ende der Levada do Pico da Torre ein paar Straßenecken weiter auf der Nordseite und beginnen den Weg dort. Eine kurze Treppe hinunter, an der Grundstücksmauer geht es nach einem Blick auf die Karte links entlang.

Die Bewässerungsrinne wird hier nicht mehr benötigt und ist mit Betonplatten abgedeckt. Auf den ehemaligen Feldern stehen Wohnhäuser. Unerwartet tauchen doch noch Bananen auf.

Plötzlich scheint der lange Weg ins Leere zu führen. Geht es da vorne noch weiter? In den Reiseführern wird bei Levadawanderungen in den Bergen wegen der Tunnel immer auf die Mitnahme einer Taschenlampe hingewiesen. Doch es ist nur eine Überbauung des Weges. Bevor wir die Taschenlampenfunktion des Mobiltelefons finden, treten wir schon wieder ans Tageslicht.

Eine kleine Treppe hinab, die andere wieder hinauf und schon kommen wir zu den Parzellen mit Bananen und einer offenen Wasserrinne.

Nach einer Weile finden wir die Absperrung auf dem anderen Ende der Südflanke und biegen ab auf die Escadinhas de São Bernardino (Treppen), die uns zum Caminho de São Bernardino bringen. Hier waren wir schon mal. Das Sträßlein ist auch für Anwohner zu befahren. Es ist schmal und steil, wenn man in die Auffahrt der Grundstücke fahren möchte, muss man das auf einer Schrägen in einem 90-Grad-Winkel tun. Aber es scheint zu funktionieren, wie die Bilder zeigen. Das Auto parkt links unter der Pergola.

Der Caminho de São Bernardino ist eine Sackgasse und mündet in einer Treppe, die uns direkt hinunter zur Kirche führt. Okay, das war nun keine Levada-Wanderung im klassischen Sinn, aber ein sehr schöner Spaziergang von gut einer Stunde. In der Nähe liegt der Weinkeller von Henriques&Henriques. Auf zur Weinprobe, davon im nächsten Blogbeitrag mehr.

Wanderung zum Pico da Torre (Madeira 22)

Wir wollen eigentlich die Kirche Paróquia de Santa Cecília auf der Ostseite des Picos besichtigen. Dafür geht es immer steil bergan, gut, dass es recht bewölkt ist. Schließlich liegt sie vor uns.

Sie wurde am 11. September 2011 eröffnet. Der moderne Bau stellt ein Boot dar.

Leider ist der Komplex mit Zäunen abgesichert wie Fort Knox und nicht zu besichtigen. Wir stecken das Handy durch die Gitterstäbe, um jedenfalls ein Foto vom Kirchplatz zu machen.

Da wir schon fast oben sind, wandern wir weiter zum Pico da Torre. Von dort aus hat man einen schönen Rundumblick von 205 Metern Höhe aus.

Außer einem Kreuz steht noch der Weihnachtsbaum, den wir im Dezember haben leuchten sehen, und viele Mobilfunkmasten oben drauf. Für welchen Anlass das Kreuz errichtet wurde, ist nicht sicher zu recherchieren. Der Anlass ist auch egal, wir genießen den schönen Ausblick.

Wir sind über die Süd- und Ostseite auf den Pico da Torre gekommen. Hinunter geht es über die Nord- und Westseite. Der Vereda do Pico da Torre führt uns im Norden bis auf ca. 100 Meter bergab, dabei knickt er jeweils um 90 Grad ab. Ich habe nach jedem Knick ein Foto gemacht (außer da, wo das junge Liebespaar intensiv knutschte). Ohne es zu merken, überqueren wir auch den Tunnel, in dem die Schnellstraße nach Funchal läuft.

Westlich geht es etwas später den Caminho de São Bernadino hinab, und wir überqueren den Tunnel noch einmal. Bevor der Pfad nur noch aus einer Treppe besteht, fahren offenbar auch Autos darauf. Wir ahnen nicht, wie das gehen soll, aber in den Auffahrten der Häuser stehen Autos.

Im Café Paraíso do Ambrósio gibt es eine Stärkung.