
Im Sommer gibt es jeden Dienstag in der Sankt Maria Magdalena Kirche in Karlsbad ein Orgelkonzert, immer mit Ave Maria, also einer Sopranistin und immer mit einem wechselnden weiteren Instrument. Die Interpreten wechseln ebenfalls von Woche zu Woche, das Programm jedoch ähnelt sich.
Wir holen uns die Eintrittskarten vorher in der Tourist Information und verbinden das mit einem Spaziergang durch eines der Villenviertel, immer schön im Schatten gehend. Es ist heiß hier.




Am Abend erleben wir eine junge Organistin, Jiřina Marešová, die uns mit der Bachschen Toccata und Fuge in D-Moll in einer sehr interessanten Registrierung in den Abend einstimmt.

Die Menschen drängen sich vor Konzertbeginn ungeduldig in die Kirche, um dann zügig die vorderen Bankplätze einzunehmen. Wir sind geduldiger und setzen uns in die Mitte des Kirchenraums. Wir wissen, was uns erwartet, da es hier nicht unser erstes Konzert ist. Nach der Toccata sind dann viele Besucher sehr überrascht, als das Gloria von Vivaldi, ebenso wie das weitere Programm von der Orgelempore erklingt.

Erst zu den letzten beiden Stücken des heutigen Programms kommt zunächst die heutige Sopranistin, Eva Müllerova nach vorne und dann auch der Oboist Jiří Sejkora. Davor lauschen wir der Musik und haben genügend Zeit, unsere Blicke durch die Kirche schweifen zu lassen. Die Barockkirche ist seit 2010 ein nationales Kulturdenkmal der Tschechischen Republik. Der Hauptaltar wird von vier lebensgroßen Skulpturen eingerahmt. Unten stehen die Kirchenväter Augustinus und Hieronymus. Darüber sind Petrus und Paulus dargestellt.

Erbaut und seit Jahrhunderten verwaltet wurde die Kirche (und wird sie seit 1990 wieder) vom Ritterorden der Kreuzherren mit dem roten Stern. Dieser männliche, in Tschechien und Österreich tätige Kirchenorden wurde im 13. Jahrhundert interessanterweise von einer Frau gegründet, Agnes von Böhmen.
Im Anschluss gibt hier der Sommerabend-Himmel noch einmal alles!

