Besuch im World Equestrian Center, Ocala, FL, day 38 (USA 2022)

Um uns die Zeit während der Autoreparatur zu vertreiben, besuchen wir das World Equestrian Center in Ocala. Die Stadt wurde 2007 offiziell als Horse Capital of the World benannt. Hier gibt es mehr als 400 reinrassige Pferdezuchten und Trainingszentren. Das World Equestrian Center ist natürlich das größte. Das Bild zeigt nur eine von sehr vielen „kleinen“ Hallen.

Und es ist riesig, gigantisch groß. Wir fahren zuerst über das Gelände des RV Parks. Sie haben hier einen General Store und eine eigene Tankstelle. Ungewöhnlich viele RVs haben auf dem Rasenstück Zäune für ihre Hunde aufgestellt.

Das bringt uns auf die Idee, dass eine Hundeveranstaltung auf dem Gelände stattfinden könnte. Da alle Veranstaltungen hier für Zuschauer kostenlos sind, parken wir das Auto (auch kostenlos) und gehen hinüber zum Veranstaltungszentrum.

In der Tat, heute startet die dreitägige AKC National Agility Championship. AKC bedeutet American Kennel Club (gegründet 1884). In zwei Hallen mit je einen Warming up Parcours und zwei Wettbewerbsstrecken treten Hunde (und ihre Eigentümer) gegeneinander an, um den 2022 National Agility Championship title zu gewinnen.

Das ist unerwartet unterhaltsam anzuschauen. Die Hunde sind einfach niedlich, wie sie in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über die Hürden springen. Den Hundebesitzerinnen (es nehmen nur wenige Besitzer teil) beim Begleiten ihres Hundes zuzusehen ist noch viel unterhaltsamer. Sie müssen ja mitlaufen, je schneller sie sind, desto schneller schafft es auch the canine athlete, den Parcours zu meistern.

Hauptsächlich geht es hier aber um Pferde, wie man unschwer erkennen kann, wenn man durch die Anlagen streift. Für uns ganz erstaunlich, nichts ist hier abgesperrt, wir kommen überall hinein, auch bis nach oben in den Lounge-Bereich der Hallen.

Der Mittelpunkt der Anlage ist eine offene Reitarena, die von einem riesigen Luxushotel flankiert wird. Man kann vom eigenen Balkon aus den Wettbewerben zusehen. Die Zimmerpreise starten bei $ 350 pro Nacht, wahrscheinlich gehen die Zimmer dieser Preisklasse nach hinten raus.

Im Erdgeschoss des Hotel befindet sich nicht nur die Empfangshalle, sondern auch etliche Läden für Luxusgegenstände. Alles ist so glänzend und neu, einige Läden sind noch gar nicht fertig eingerichtet. Aber Hauptsache, Kronleuchter und Blumengestecke sind an Ort und Stelle.

Am interessantesten ist das flächenmäßig größte Geschäft, ein Spielwarenladen. Passend zur Umgebung findet man hier auch das größte Tier:

Rundum in den Hallen befinden sich auch Geschäfte, in denen man alles mögliche für den Reitsport erwerben kann. Sehr zentral steht eine lebensgroße Statue eines Pferdes, Staff Sergeant Reckless, ausgezeichnet mit neuen Medaillen und Auszeichnungen, erworben im Koreakrieg. Kein Scherz! Das Pferd brachte Munition vom Lager zur Frontlinie, meistens ohne einen Soldaten zur Führung, fünf Tage lang, 51 Runden, 35 Meilen durch Reisfelder und über Berge, durch feindliches Feuer und trotz Verwundungen. Auf der Plakette steht: „She wasn‘t a horse – She was a Marine!“ Auf uns wirkt das Ganze seltsam abstrus.

Fazit: wir hätten nicht gedacht, dass sich ein Besuch des World Equestrian Centers für uns lohnen würde. Es war unterhaltsam und interessant, gleichzeitig stellt sich aber wieder das Disneyland-Gefühl ein. Alles zu glatt, zu teuer, zu leblos, irgendwie surreal. It’s just all that money can buy.