Georgia on our mind, Etappe 2: eine kleine Landpartie, GA, day 45 (USA 2022)

Um auch weiterhin fern von Atlanta zu bleiben, geht es am heutigen Tag quer durch das Land in den Nordosten, kurz vor die Grenze zu South Carolina, und das überwiegend auf kleinen country roads, berghoch und wieder hinunter, entlang des Georgia Scenic Bypass. Wir fahren durch den Oconee National Forest und das überaus bezaubernde Städtchen Madison, überqueren den Apalachee River und umrunden Athens, bevor wir für das letzte Stückchen doch wieder eine Interstate nehmen. Es ist eine sehr farbenfrohe Tour trotz der dicken Wolken, aus denen ab und zu auch genügend Tropfen fallen, um den Scheibenwischer kurz zu betätigen. Die Wälder bestehen hier überwiegend aus Laubbäumen, die in allen Varianten der hellgrünen Farbpalette schimmernden. In den Gärten blühen die Azaleen in Schattierungen von hellrosa bis dunkelrot. Auf den Weiden stehen Milchkühe oder Pferde. Zwischendurch ist die dunkelrote Erde Georgias zu sehen und scharlachrote Kardinalvögel kreuzen unseren Weg. Einige der vielen Kirchen hier sind mit violetten Bannern oder Schleifen geschmückt, Ostern nähert sich. Insgesamt erinnert uns die Aufteilung der Landschaft an Europa, kleine Felder, umsäumt von Knicks, kleine Orte mit richtigem Stadtzentrum.

Da wir die nächsten zwei Nächte auf einer Halbinsel in einem riesigen See sein werden, wollen wir vorher noch unsere Lebensmittelvorräte aufstocken. Da wir unbedingt zu Aldi wollen, müssen wir mal eben nach South Carolina fahren. Unser dämliches Androidtelefon besitzt inzwischen eindeutig ein Eigenleben. Das Navi führt uns die kleinstmöglichen Straßen Richtung Aldi, entscheidet sich zwischendurch selbstständig, die weiter entfernte Filiale anzusteuern.

So überqueren wir den Lake Hartwell mit seinen Seitenarmen und Zuflüssen so oft, dass wir das Gefühl haben, immer im Kreis zu fahren. Am Ende geht es mit 15 Meilen pro Stunde durch eine Anwohnerstraße, bevor wir seitlich auf dem Parkplatz der Mall ankommen.

Das Gute daran ist, nebenan finden wir unseren neuen Koffer und eine günstige Tankstelle. Eine Dreiviertelstunde später steht das Wohnmobil auf dem Campingplatz mit Blick auf den See.