Câmara de Lobos wird in den Reiseführern immer als pittoresker Fischerort beschrieben, was auch zutrifft. Es gibt jedoch auch Spuren aus längs vergangenen Industriezweigen, z.B die Herstellung von gebranntem Kalk für die Bauindustrie.

Beim Verbrennen des Kalksteins entsteht gebrannter Kalk, der mit Wasser weiter verarbeitet wird zu Kalkfarbe und Kalkmörtel. Der 1874 von Roque Teixeira de Agrela, einem Sohn der Stadt, erbaute Brennofen erhielt 1914 seine heutige Form. 1960 wurde er grundlegend renoviert.

Noch voll funktionsfähig wurde die Kalkbrennerei aber in den 1970ern aufgegeben. Die Anwohner störten sich massiv am Geruch und dem ständigen Qualm aus dem Ofen, der für Smog sorgte. Und gebrannter Kalk konnte inzwischen per Schiff eingeführt werden. Heute ist der Ofen als lokales Kulturerbe anerkannt. Das hilft ihm aber auch nicht wirklich weiter. Es schützt ihn nur vor dem Abriss. Ansonsten gibt es nicht einmal ein Hinweisschild, um was es sich hier handelt.

Unterhalb des Brennofen befindet sich die Salinas Badeanstalt. Sie erhielt ihren Namen nach den alten Salzpfannen, in denen Meersalz gewonnen wurde und nach den Trockenplätzen für Fisch, speziell Katzenhai.

Geplant vom Architekten Paolo David wurde sie 2004 fertiggestellt. Unterhalb der Befestigungsmauer entstanden die Schwimmbecken für Erwachsene und Kinder und die Bar. Die notwendige Infrastruktur wie Umkleideräume und Duschen sind hinter der Mauer verborgen.

Mit einem Fahrstuhl kommt man auf das Straßenniveau und von dort aus in den Park und in das Restaurant. Paolo David hat dafür einige Preise gewonnen.



Aber von der einstigen Schönheit ist kaum noch etwas zu erkennen. Seit Ausbruch von Covid-19 ist das Schwimmbad geschlossen, was dem Gelände nicht unbedingt zuträglich ist. Auch das Restaurant oberhalb ist geschlossen, es ging im Laufe der Epidemie bankrott. Davor gehörte es zu den besten Restaurants am Ort. Eine ausgiebige Recherche im Internet ergab, dass wohl geplant ist, in dem Komplex ein neues Hotel zu eröffnen. Davon ist noch nichts zu sehen. Es war auch kein konkretes Datum angegeben. Wir bleiben gespannt.