Es ist schon ein bisschen merkwürdig, aber zunächst fahren wir tatsächlich auf dem US Highway 9 noch weiter nach Norden, bis wir die Interstate 84 nach Westen erreichen. Es ist wirklich kalt hier, die Wasserläufe und Seen sind noch gefroren, an den Bäumen ist kein Anzeichen von Grün zu erkennen, ganz anders als im Süden.

Im Nordosten von Pennsylvania erreichen wir die Interstate 81 nach Süden. Wir fahren durch die Pocono Mountains, immer die Berge hoch und wieder runter, der Motor muss ordentlich arbeiten.
Es regnet, irgendwo hier soll es auch unwetterartig sein. Je weiter wir nach Süden kommen, desto wärmer wird es draußen. In den Flusstälern steigt Nebel auf, da die Gewässer noch überfroren sind. An den Felsendurchbrüchen links und rechts der Interstate hängt noch Schnee. Die Sonne geht schließlich hinreißend schön unter.



Unser Übernachtungsplatz in Carlisle, südlich von Harrisburg, ist vom vielen Regen ziemlich aufgeweicht und (zumindest in der Nebensaison) absolut nicht zu empfehlen. Die meisten Menschen wohnen auf dem Campingplatz dauerhaft und arbeiten in den Logistikbetrieben und Fabriken gleich auf der anderen Seite der Interstate. Ihre riesigen RVs haben alles an Bord. Ich will ins Badehaus, das ist abgeschlossen. Na toll, und das nach der durchfahrenen Nacht.

Nur das Gebäude mit dem Büro ist etwas beleuchtet. Ich probiere dort alle Türen und finde tatsächlich ein warmes Badezimmer zum Duschen. Über die Sauberkeit kann ich in diesem Fall gerade noch hinwegsehen.
Auch das wifi ist zur Zeit not available. Geldabzocke bei denen, die nur auf der Durchfahrt sind. Nach dem Essen geht es bald zu Bett, welche Wohltat nach den Stunden auf der rest area direkt an der Interstate gestern.
Am nächsten Morgen wirkt der Campingplatz nicht besser, immerhin regnet es nicht mehr. Dafür ist es erfrischend kalt draußen. Nach einem schnellen Frühstück sind wir schon um 7:30 Uhr wieder auf der Straße. Bloß weg hier!

Die Interstate 81 ist nicht stark befahren und sehr gut in Schuss. Es ist hier so viel angenehmer zu fahren. Die Landschaft ist wunderschön. Wir fahren durch die Appalachen, Berghügel hoch und wieder runter. Manchmal auf der Kriechspur, manchmal auch an den Trucks vorbei, bis auf 600 Meter hoch und etwas bergab und wieder hoch und wieder bergab. So geht es den ganzen Tag.

In Harrisburg machen wir etwas länger Pause. Erst kaufen wir bei Aldi ein, was für eine Freude; hier gibt es super Qualität zu moderaten Preisen. Dann lunchen wir auf dem Parkplatz. Beim anschließenden Tankstopp gibt es nette smalltalks mit Kunden und Angestellten. Das ist es, was wir am Reisen hier schätzen.

Dann geht es weiter, rechts die Allegheny Mountains (im Foto), links die Blue Ridge Mountains, bis wir kurz vor Wytheville auf den dortigen KOA-Platz fahren.

Nach der Erfahrung der letzen Übernachtung setzen wir lieber auf bekannte Qualität. Wir checken bereits um 16 Uhr ein, genießen die Ruhe und entspannen uns. Die Elektrik funktioniert, die Heizung läuft, das wifi läuft mit 5G. Im Sommer könnte man hier auch etwas länger bleiben. Aber morgen früh geht es weiter, noch zwei Tage bis Florida.

Schon aufgrund der Badehaus-Qualität beschließen wir, zukünftig eher KOA-Plätze zu buchen.