Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade Funchals (Madeira 22)

Als wir die Rua Carvalho Araújo den Berg hinunterkommen, fallen uns die beiden Kreuzfahrtschiffe ins Auge. Das große konnten wir schon von weiter oben aus sehen.

An der Promenade des Schiffsanlegers liegt eine große Fischskulptur, gestaltet vom Künstler Bordalo II (Artur Bordalo, geb. 1987 in Lissabon), der auch das Relief mit dem Seehund in Câmara de Lobos gestaltet hat (s. Blogeintrag vom 11.12.2021).

Wir kommen am Museu CR7 vorbei, in dem die Lebens- und Erfolgsgeschichte von Fußballstar Cristiano Ronaldo, der auf Madeira geboren wurde, erzählt wird. Wir begnügen uns mit einem Foto der lebensgroßen Bronzestatue (einer der meist fotografierten Punkte der Stadt) davor und wundern uns, welche Stellen die Fans am meisten anfassen.

Weiter geht es entlang der Avenida do Mar. An der Marina bleiben wir eine ganze Weile stehen und beobachten die sehr jungen Menschen, die mit ihren Surfbrettern aus dem kabbeligen Hafenwasser ins offene Meer steuern, und das bei starkem Wind in atemberaubender Geschwindigkeit.

Die lange Mole, die die Marina nach Osten hin abschließt, sieht jetzt sehr leer und langweilig aus. In der Weihnachtszeit stand hier der wunderbare Lichtertunnel, der uns so begeistert hat (s. Blogeintrag vom 15.12.2021). Aber dafür ist der Blick auf die Hügel, an denen sich Funchal in die Höhe zieht, imposant. Gut, dass das Wetter da oben in den Bergen bleibt!

Das Fortaleza do Pico ist ebenfalls gut zu sehen, wie es auf dem Pico dos Frias über der Stadt thront. Den Aufstieg auf den 111 Meter hohen Berg sparen wir uns für einen anderen Besuch auf. Diese Festung von dreien insgesamt in Funchal wird noch militärisch genutzt zur Ausbildung von Marinesoldaten.

Der Weihnachtsbaum steht noch, wie so einiges andere der aufwendigen Weihnachtsbeleuchtung. Macht auch nach Weihnachten optisch etwas her.

Eine kleine Pause tut jetzt ganz gut. Das Café direkt an der Promenade eignet sich wunderbar, um die anderen Flaneure zu betrachten. Allerdings zahlen wir hier für die Getränke das 2,3-fache als an der Praia Formosa.

Gleich nebenan liegt die Parkanlage Praça do Povo, die 2016 fertiggestellt wurde. Sie ist auf Geröll gebaut, das 2010 bei schweren Unwettern ins Meer gespült wurde. Auf der Fläche von mehr als einen Quadratkilometer ist auch ein neuer Anleger für Kreuzfahrtschiffe entstanden.

Wir haben noch Zeit für einen Abstecher in die Kathedrale, bevor der Bus uns zurück nach Câmara de Lobos bringt.

Die Hauptkirche Funchals stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und ist wie alle Kirchen aus der Zeit von außen sehr schlicht gehalten, hier eine Aufnahme aus dem Dezember vom Hauptportal.

Von der Seite sieht man den Kirchturm mit den Azulejos (Fliesen) und die Tuffsteinbalustrade mit den schraubenförmigen Türmchen, ein Beispiel des manuelinischen Baustils, durch den die Portugiesen bis heute an ihre glorreiche Zeiten als einstmals führende Wirtschaftsnation erinnert werden.

Von innen ist sie prächtig ausgeschmückt, schließlich ist sie Sitz des Bischofs (= ).

Zurück fährt mal wieder der gewünschte Bus laut Fahrplan nicht, nach einer Dreiviertelstunde des Wartens kommt dieses bislang älteste Exemplar, das uns transportiert, mit vier Gängen und gut, aber lautstark funktionierenden Bremsen.