Caribbean Cruise, day 8, St. Kitts & Nevis 🇰🇳 (April 2023)

Heute legen wir in Basseterre, der Hauptstadt von St. Kitts and Nevis an. Basseterre ist eine der ältesten Städte in der östlichen Karibik und wurde bereits 1627 von Franzosen gegründet. Wir waren vor sieben Jahren schon einmal hier.

In der Zwischenzeit hat sich am Hafen eine Menge getan, es wurde viel Geld in die Touristenversorgung investiert, denn der Tourismus ist inzwischen die wichtigste Einnahmequelle der Insel.

Vom Hafen aus kommt man zu Fuß nicht weit, das wissen wir noch vom letzten Besuch. Daher haben wir diesmal einen Ausflug in den Regenwald gebucht. Unsere Gruppe wird auf offene Busse verteilt, wobei die Fahrer jeweils auch als Tourguides agieren.

Auf der kleinen Sightseeingtour verstehen wir die vielen Informationen über das Land nur, wenn wir einen Stopp einlegen. Wir sitzen in der ersten Reihe, und der Dieselmotor des Toyotas übertönt den Lautsprecher am rückwärtigen Ende des Busses eindeutig. Das ist aber auch nicht so schlimm, denn die letzen Tage lieferten einen Überfluss an Informationen.

White cattle egris, die sonst die Parasiten von den Kühen picken, beschützen hier auf dem Baum ihre Brut vor den Mangusten, ihren Fressfeinden.

Auf dem Weg kommen wir an einem 400 Jahre alten Mahagoni-Baum vorbei. Die frischen Schnittstellen (eine ist auf dem Foto zu sehen) leuchten tiefrot.

Der hinter der Wolke noch sichtbare Berggipfel ist Mount Liamuiga ein Vulkan und der höchste Gipfel der Insel, ca. 1360 Meter hoch. Man kann ihn besteigen.

Auf diesem Hügel liegt das alte Brimstone Hill Fortress, an der einzigen Stelle, an der man von der Atlantikseite aus auf die karibische Seite zum Anlegen kommen konnte. Jedes Schiff war von weither sichtbar. Es ist das größte Fort, das in der westlichen Karibik erbaut wurde.

Die Früchte des Brotfruchtbaums sind sehr nahrhaft. Der Baum wurde von den Sklavenhaltern zur Ernährung der Sklaven in die Karibik importiert, da er sehr viele Früchte trägt, die satt machen. Dass die Früchte auch eine Menge Steroide enthalten, damit die Sklaven länger arbeiten ohne die Schmerzen zu spüren, ist eine gern wiederholte Legende.

Wir fahren (hier herrscht Linksverkehr) durch Old Road Town, dem Heimatort unseres Guides Sil (sein eigentlicher Vorname ist länger und besteht aus den jeweils ersten Silben seines Vaters und seiner zwei Großväter, witzige Idee). Gefühlt jede zweite Person an der Straße wird hier durch Hupen gegrüßt.

Wir nähern uns unserem Ziel, dem Central Forest Reserve National Park und können schon von weitem einen mehr als 400 Jahre alten Baum sehen (die schön geschwungene Baumkrone in der Mitte des Bildes), der Name geht leider im Getöse des Automotors unter.

Zum National Park gehört alles Land auf der Insel, das mehr als 300 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Der Regenwald versorgt die gesamte Insel mit 65% des benötigten Trinkwassers. Auf unserem Trail müssen wir nicht nur auf die Baumwurzeln, sondern auch auf die Wasserleitungen achten.

Nach einer kurzen restroom Pause geht es los. Bevor der eigentliche hike durch den Regenwald beginnt, sehen wir uns noch einige Überreste der Windfield Estate an. Sie war die erste Zuckerrohrplantage auf der Insel.

Einst führte eine Eisenbahn rund um die Insel und verband die Felder der Plantagen mit der Zuckermühle. Inzwischen wird kein Zuckerrohr (im Hintergrund links am Ende der Schiene) mehr angebaut, die Schienen sind überflüssig geworden und werden nur noch auf der Westseite als Touristenattraktion genutzt.

Lemongrass, kennen wir eigentlich nur als Tee, ist tatsächlich eine Grasart und riecht sehr intensiv zitronig.

Philodendron, bei uns eine Zimmerpflanze, hier mit so großen Blättern, dass die Pflanze auch Elefantenohr genannt wird. Die Blätter kann man gut als Regenschirm bei den kurzen Schauern hier nutzen.

Sandbox Tree, auch Intimidation Tree (Einschüchterungsbaum) genannt, bei Ungehorsam wurden die Slaven an diesen Baum mit seiner stacheligen Rinde gebunden und mit der neunschwänzigen Katze ausgepeitscht. Abgesehen davon ist der Baum giftig. Wenn das Gift durch die Stacheln in den Blutkreislauf gelangt, stirbt man auf lange Sicht. Es bleibt für uns unvorstellbar, wie Menschen mit anderen Menschen umgegangen sind, nur weil sie denen das Menschsein absprachen!

Unser Guide Sil macht seinen Job außerordentlich gut. Welche enormen Kenntnisse er über die Flora und Fauna der Insel hat. Wir hören und sehen wilde Affen im Regenwald. Liebe/r Leser/in dieses Blogeintrags: wer von euch wusste z.B, dass männliche Affen mastubieren und weibliche Affen menstruieren?

Angefüllt mit bemerkenswerten Informationen und tollen Sinneserlebnissen kommen wir zurück und probieren noch einen Saft (meiner ist dunkelrot und schmeckt säuerlich) und ein Stück Kuchen. Im Bus zurück verteilt Sil noch Zuckerrohrstücke zur Stärkung.

Dann geht es mit dem Bus ohne weitere Stopps zurück zum Hafen, wo unser Schiff auf uns wartet. Wir haben diesmal neben einem sehr hässlichen Hochhausschiff festgemacht.

Tschüss, St. Kitts, heute hast du uns gut gefallen!

Caribbean Cruise, day 7, Bridgetown, Barbados 🇧🇧 (April 2023)

Heute legen wir sehr früh auf Barbados an, wir werden von den Geräuschen des Anlegemanövers geweckt. Barbados ist die östlichste Insel der Kleinen Antillen. Geographisch befinden wir uns schon in Mittelamerika. Barbados ist nicht vulkanischen Ursprungs, sondern eine Koralleninsel, deren unterseeische Riffkalke in die Höhe wuchsen. Die Strände sind auf der Westseite am Karibischen Meer weiß-rosa gesprenkelt.

Deshalb haben wir keine Tour gebucht, sondern wollen heute zu Fuß zum nächsten erreichbaren Strand gehen. So ungefähr wissen wir, wo es längs gehen soll. Aber mit einem kleinen Stadtplan fühlt man sich doch wohler. Hinter dem Duty Free-Gebäude fragt uns ein Anbieter für Taxitouren, ob ich eine Karte der Insel haben möchte. Klar möchte ich, allerdings muss ich ihn dann erst einmal langwierig abwimmeln. Er würde uns gern eine Tour über die Insel zu den tollsten und verschwiegensten Stränden verkaufen. Er hat auch recht damit, dass die Einwohner von uns Touristen leben und sie, wenn wir ihnen kein Geld dalassen, es schwierig haben, Essen auf den Tisch zu bekommen, aber trotzdem… Wir möchten heute so gern ganz auf uns gestellt zu Fuß gehen. Er rückt die Karte dann heraus, zeichnet den Strand ein und schreibt die Entfernung dazu, zweieinhalb Kilometer!

Reine Abschreckung, denn wir kommen nach zwanzig Minuten an einem schönen, und vor allem leeren Strandabschnitt an. Der Weg dahin führt uns immer am Wasser entlang.

Hier im Zentrum trägt der Fluß den Namen Careenage, da die Holzschiffe hier früher kielgeholt wurden, um Muscheln u.a. von den Rümpfen zu entfernen. Das heißt auf Englisch careening (britische Stadtgründung!).

Am Ende des Yachthafens geht es über eine Fußgängerbrücke, dann noch ein kleines Stückchen die Straße entlang, und schon können wir den Strand sehen.

Brownes Beach ist ein Strand, zu dem die Einheimischen mit dem Auto hinfahren, ein genauso toller weiß-rosa gesprenkelter feiner Sandstrand und glasklares Wasser wie überall, nur eben ohne Sonnenliegen, Sonnenschirme, Spielsachen und Jet-Ski-Anleger! Wir benötigen keinen möblierten Strand, wir wollen den feinen Sand spüren und schwimmen. Vormittags ist es wunderbar leer.

Himmlisch, und sehr erfrischend bei der Hitze (27 Grad) und der hohen Luftfeuchtigkeit. Wir gehen abwechselnd hinein, schwimmen und lassen uns anschließend von der Sonne und dem leichten Wind trocknen. Dann wird es uns zu heiß, dabei ist es noch nicht einmal 12 Uhr mittags, und wir machen uns auf den Rückweg.

Das historische Bridgetown, mit seiner Garnison seit 2011 UNESCO Weltkulturerbe, wurde 1628 von britischen Siedlern gegründet. Wir erkunden Downtown ein bisschen auf unserem Rückweg vom Strand zum Schiff, entdecken Fußgängerzonen, überall ist es sehr voll und laut.

Ein bisschen Sightseeing fällt auch noch ab, obwohl es sehr warm ist, 27 Grad schon vor 12 Uhr mittags, mit einer hohe Luftfeuchtigkeit.

Gebäude des Parliament von Barbados, komplett mit einem kleinen Glockenturm wie Big Ben
Independence Square (Barbados wurde 1966 unabhängig, blieb aber Mitglied des Commonwealth, seit November 2021 ist Barbados eine Republik)
Anlieferung auf dem Marhill Street public market
Old Fire Brigade House, die erste fire company in Bridgetown wurde 1840 gegründet.
Town Hall (Rathaus) and Gaol (Gefängnis), 1730 erbaut, das unterirdische Gefängnis wurde 1876 aus humanitären Gründen aufgegeben.
Das Carnegie Gebäude dient heute als öffentliche Bücherei.
Die Nidhe Israel Synagoge und der jüdische Friedhof, erbaut 1654, beinhaltet die einzige Mikwe, das Ganzkörpertauchbad für die rituelle Reinigung von Personen und Gegenständen.
St. Mary‘s Church von 1825; schon 1660 wurde hier eine Kirche erbaut.
auf dem Weg zurück zum Schiff

Ziemlich verschwitzt kommen wir schließlich wieder beim Terminal an und genießen die Ruhe auf dem Schiff, bevor die Passagiere der gebuchten Touren wieder ankommen.

Abends kommen die angenehmen Temperaturen der Karibik voll zur Geltung: am Pooldeck werden jetzt abends Kinofilme auf der großen Leinwand gezeigt. Das macht in der Wärme sehr viel mehr Spaß. Der tropische Regenguss zwischendurch stört nicht, wenn man unter einem Dach sitzt.

Caribbean Cruise, day 9, Philipsburg, St. Maarten 🇸🇽 (April 2023)

Wir legen an unserer letzten Insel der Cruise an, in Philipsburg auf der niederländischen Seite der Insel St. Maarten/ St. Martin, die kleinste Landmasse auf der Welt, die zwei Staaten regiert wird.

Kolumbus sah sie als erster Europäer zuerst am 11. November 1493 und benannte sie nach dem Heiligen des Tages, St. Martin von Tours. Die Insel war schon viel früher entdeckt und bewohnt worden. Archäologen haben Siedlungsspuren entdeckt, die bis nach 2000 vor Christus zurückreichen!

Fast 200 Jahre nach Kolumbus’ Ankunft und nach einem 80 Jahre lang währenden Krieg mit den Niederländern gaben die Spanier die Insel auf, zu deren Territorium sie bis dahin gehörte. Niederländer und Franzosen ergriffen die Chance und kamen von den ihnen schon gehörenden jeweiligen Nachbarinseln.

Sie stritten sich erst einmal gehörig, sahen aber schnell ein, dass keine der beiden Parteien nachgeben würde und beschlossen die mehr oder weniger friedliche Koexistenz.

St. Maarten/ St. Martin ist bis heute als einzige Insel zweigeteilt, aber ohne sichtbare Grenze. Der südliche Teil gehört seit 2010 als autonomes Land dem Königreich der Niederlande an, ist aber nicht Teil der EU. Der nördliche Teil gehört seit 2007 zu Frankreichs Überseegebieten, die gemeinsam ein eigenes Département bilden und zur EU gehören. Bezahlt wird dort mit dem Euro. Davor war die Insel Teil der niederländischen Antillen.

Im 17. Jahrhundert begannen die holländischen Siedler mit der Salzgewinnung in dem Binnensee von Philipsburg und verschifften das weiße Gold nach Europa.

Den ‚salt pickers‘ wurde ein großes Deckmal am Binnensee gesetzt, der große Verkehrskreisel stellt den Binnensee dar, drauf die salt pickers.

Wir spazieren noch ein bisschen durch downtown, wo einige Straßen und Gassen immer noch holländische Namen tragen. Neben Englisch ist die zweite Amtssprache Niederländisch. Uns haben Einwohner erzählt, dass der obligatorische Niederländisch-Unterricht an den Schulen bereits vor acht oder zehn Jahren eingestellt wurde. Langsam wird es uns einfach zu heiß, wir brauchen eine Abkühlung.

Der Strand ist in weiten Teilen mit Sonnenschirmen und Strandliegen bestückt, beides wird gern im Paket mit einem Getränk und freiem wifi an die Amerikaner vermietet. Wir finden einen Teil des Great Bay Beach mit seinem feinen Sand für uns und genießen noch ein letztes Mal das tolle karibische Salzwasser. Es ist einfach zu schön, man möchte gar nicht mehr heraus aus dem Wasser.

Um das Vergnügen noch ein bisschen zu verlängern, gehen wir immer am Wassersaum zurück, solange es geht. Dann geht es zurück zum Schiff, etwas essen und auf den Sonnenliegen am Pool ausruhen.

Auf Wiedersehen, Karibik! Bis zum nächsten Mal.

Caribbean Cruise, day 6, St. Lucia 🇱🇨 (April 2023)

Hurra, heute geht es an Land! Wir sind an den „Inseln über dem Wind“ angekommen, die den nördlichen Teil der Kleinen Antillen bilden.

Für den Aufenthalt auf St. Lucia haben wir einen Ausflug gebucht, St. Lucia Wonders of Nature, unser Guide heißt Ricardo. Wir fahren mit dem Minibus, und unser Fahrer David fährt uns sicher durch die engen Straßen und Serpentinenstraßen hoch und runter quer über die Insel.

150 Jahre lang führten England und Frankreich Krieg auf und um die Insel, beide Länder waren jeweils sieben Mal siegreich. St. Lucia gehörte zuletzt lange zu den Britischen Jungferninseln, seit 1979 ist sie unabhängig, aber Mitglied im Commonwealth of Nations.

Daher ist das Staatsoberhaupt König Charles III., der durch einen Generalgouverneur vertreten wird, welcher hier hinter dem Tor residiert.

Wir starten in der Hauptstadt Castries, in der als einziger Hauptstadt der Welt zwei Nobelpreisträger geboren wurden, Arthur Lewis (1979, Wirtschaft) und Derek Walcott (1992, Literatur). Unsere Tour führt uns zunächst auf den Morne Fortune (258 Meter) zum ehemaligen Fort Charlotte, in dem das einzige College der Insel untergebracht ist (was den Guide zu dem Wortspiel ‚St. Lucia’s highest education‘ veranlasst.

Den ersten Fotostopp legen wir oberhalb der Marigot Bay ein, deren innerer Teil auch Hurricane Hole genannt wird, da hier kein Wind weht, auch nicht während eines Hurrikans. Die Franzosen versteckten sich hier erfolgreich hinter dem Sichtschutz aus Palmen vor den Engländern.

Die Insel ist aufgrund der vulkanischen Erde ein Garten Eden für Früchte, Nüsse, Gemüse, Gewürze und Kaffee und natürlich für Rum. Die Bewohner aromatisieren den Rum mit allem möglichen, an diesem Stopp kann man 40 unterschiedliche Sorten probieren, nur 1$ pro Gläschen. Wir kaufen eine Dose mit Zimtstangen.

Eines der Wahrzeichen der Insel sind die Pitons, quasi Ventile zweier schlafender Vulkane, aus denen das Material entwich, um dann diese beiden Kegel zu formen.

Das ist schon lange her, der letzte Ausbruch war im Jahr 1766. Auf dem Weg in die Vulkanumgebung hinein (UNESCO Weltnaturerbe) kommen wir durch das Fischerdorf Anse la Raye und das Künstlerdorf Canaries.

Wir lernen etwas über die Frucht der Kakaopflanze, orange, links im Bild (rechts liegen Kokosnüsse). Jede Frucht enthält 45 Kakaobohnen, die von einer weißen Schicht umhüllt sind. Diese Schicht wird abgelutscht (schmeckt ziemlich gut, wir probieren es aus), die Bohne darunter ist bitter und muss vor der Weiterverarbeitung zu Kakao erst fermentiert werden.

Wir fahren weiter in den Krater hinein, und man kann sogar durch die geschlossenen Fenster des Busses die heißen Schwefelquellen riechen. Ein Bad in ihnen soll einen gleich zehn Jahre jünger erscheinen lassen. Wie gut, dass auf dieser Tour keine Zeit für ein Ausprobieren bleibt.

Unser Ziel ist der Tet Paul Nature Trail, ein community project. Privatleute haben das Land kaufen und den Naturpfad anlegen können.

Unser Guide dort heißt Raoul, und er führt uns über Stock und Stein immer weiter hinauf, um schließlich einen 360-Grad-Blick über den Süden der Insel zu erhalten.

Hier erklärt Raoul, wie die Cassava-Wurzel, uns besser bekannt als Maniok, essbar gemacht wird. Im Rohzustand ist sie giftig. Bearbeitet stellt sie ein Grundnahrungsmittel dar.

Dies ist ein Pavillon für Hochzeiten und andere Gelegenheiten, die Pitons immer im Blick. Allerdings nicht auf diesem Foto, sie befinden sich links davon.

In der vulkanischen Erde bauen sie Gemüse an, komplett ökologisch, weder Dünger noch Pestizide werden hier benötigt.

Wenn ich groß bin, reise ich vielleicht nach Deutschland, sagt die kleine Ananasfrucht. Die erste Fabrik, denen das Eindosen von Ananas gelang, stand übrigens ins Baltimore, Maryland (Ende des 19. Jahrhunderts).

Die Frucht am Cashew-Busch (unten rechts im Bild) enthält nur zwei Cashewnüsse. Daher ist die Ernte mühsam, weil zeitintensiv.

Ein Panoramafoto der beiden Pitons, beide Gipfel liegen etwa 3 Kilometer auseinander.

Dann geht es wieder hinunter. Dieser Trail gilt bei den Amerikanern als strenuous, als anstrengend. Entsprechend langsam ist das Gehtempo.

Unten wieder angelangt, werden uns Kostproben des Landes gereicht, im Uhrzeigersinn Ananas, frische Kokosnuss, Zuckerrohr (muss man kauen und den Saft aussaugen, sehr lecker), Wassermelone, Guave (man ist die gesamte Frucht, sehr erfrischend) und ein Stück Kokoskuchen. Im Becher ist Saft der grünen Mango, auch sehr gut.

Dann geht es hinunter in die Bucht, ins Fischerdorf Soufrière, einstmals die Hauptstadt der Insel. Am Hummingbird Beach haben wir Zeit, um baden zu gehen. Erstaunlicherweise nutzen nur wenige diese Gelegenheit. Dabei hat das Wasser Badewannentemperatur.

Während die Amerikaner wieder nur im Wasser stehen (die wenigsten können anscheinend schwimmen), ziehen wir ein paar Bahnen quer zur Küste.

Danach geht es ohne weiteren Stopp zurück in den Nordwesten nach Castries und zu unserem Schiff zurück. Uns steht nicht der Sinn nach Duty Free Shopping, das ist überall gleich. Die Insel, ihre überbordende Vegetation und die extrem freundlichen Menschen haben einen tollen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Den wollen wir nicht durch Konsum, Konsum, Konsum überlagern lassen.

Wir gehen zurück aufs Schiff, genießen die relative Leere der Sonnendecks, machen es uns auf den Liegen gemütlich und genießen die Wärme. Wir bleiben oben und beobachten das Ablegemanöver (und den Sonnenuntergang) und sehen auch noch zwei Flugzeuge auf dem kleinen Flughafen landen. Der internationale Flughafen befindet sich im Süden der Insel, wir konnten ihn vom Nature Trail aus sehen.

Nassau, Bahamas, cruise day 6 (Jewel of the Seas, 2022)

Es ist heiß hier auf den Bahamas, aber nicht feucht wie im mexikanischen Dschungel. Unser Schiff liegt zwischen zwei größeren Kreuzfahrtschiffen. Es sieht aus, als wenn wir auf einem Parkplatz stehen würden.

Wir gehen die lange Pier entlang zum Ausgang und machen dann eine Erkundungstour zu Fuß durch Downtown. Eigentlich hatten wir eine walking tour mit einem local guide gebucht. Die wurde zuerst von vormittags auf nachmittags verschoben und dann ein paar Tage später komplett abgesagt. Jede Straße in sehr fußläufiger Entfernung zum Hafenausgang besteht aus Geschäften, vor denen Angestellte versuchen, uns durch unglaublich günstige Angebote oder Gratisaktionen hineinzulocken. Im Angebot sind Schmuck, am liebsten in Form von Diamanten, hochpreisige Uhren, Zigarren und Kunsthandwerk, dazu kommen alle Arten von Souvenir-Artikel (made in China) und das Angebot, die Haare in kleine Zöpfe zu flechten. Man muss auf dem Fußweg vorbeigehen, auf den engen Straßen herrscht ein unglaublicher Autoverkehr.

Damit die Polizei überhaupt durchkommen kann, fahren sie auf Motorrollern. Und jede Menge Verkehrspolizisten regeln den Verkehr, bzw. setzen Halteverbote durch.

Die zwei im Kartenausschnitt des Shopping-Stadtplans als berühmte Fotospots bezeichneten Gebäude sind schnell erreicht.

Dann gehen wir nach Gefühl weiter und finden ein paar Querstraßen weiter die Christ Church Cathedral, die Cathedral of the Anglican/ Episcopal Diocese of The Bahamas and The Turk & Caicos Islands, established 1670, was für ein Name!Durch die Gitterstäbe können wir einen Blick nach innen erhaschen, sie ist wirklich sehr schön. Doch, wie sollte es auf unserer diesjährigen Fahrt anders sein, sie ist wegen Instandsetzung leider geschlossen.

Wir wollen den Landgang auch für ein bisschen Internetzugang nutzen und suchen nach einer entsprechenden Lokalität. Der Starbucks befindet sich in einer kleinen Mall mit ausschließlich hochpreisigen Konsumgütern. Wir sind nicht entsprechend gekleidet, um dort lange genug mit einem Kaffee herumzustehen. Dunkin‘ Donuts hat keine Sitzplätze, McDonald‘s schon.

Nachdem wir unseren Kaffee haben, darf man trotzdem nicht Platz nehmen, Covid-Maßnahmen (hier in Nassau muss man in den Gebäuden auch Maske tragen). Also gehen wir um die Ecke, da ist eine kleine Bank und das Wifi sehr schnell. Um uns herum stauen sich währenddessen ohne Unterlass die Autos um den Drive in herum. Alle fahren oder werden gefahren, niemand geht zu Fuß.

Die Hitze ist ermüdend, wir beschließen, uns lieber nicht in der prallen Mittagshitze am Strand auszuruhen, sondern auf dem Schiff. Wir wollen nicht zu den sonnenverbrannten Mitreisenden (lobsters) gehören.

Nachmittags gehen wir noch einmal an Land, diesmal gezielt zum Baden. Das Wasser hat eine so unglaubliche türkise Farbe, da müssen wir einfach hinein.

Den ersten Strandabschnitt lassen wir hinter uns, dort ist es uns zu voll.

Wir gehen noch ein bisschen die Promenade entlang und finden den Strand, an dem die Einheimischen baden. Der Sand ist nicht ganz so geharkt, dafür steht auch hier eine security herum. Und das Wasser ist auch hier himmlisch. Das Blau ist unglaublich, der Kalksand weiß und weich, das Wasser recht salzig. Schade, dass man nicht einfach hier bleiben kann.

Auf dem Rückweg zum Schiff hat sich die Stadt merklich geleert, mehrere tausend Touristen sind schon wieder auf den Schiffen, die ersten Geschäfte haben schon geschlossen. Der Fußweg ist leer, wir können uns zwischendurch die Häuserfassaden ansehen.

Hier in Nassau hat es uns gut gefallen, sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, kein Müll und kein meilenweiter Marsch bis zum Strand.

Auf See, cruise day 5 (Jewel of the Seas, 2022)

Wir segeln von Yucatan an Miami vorbei Richtung Bahamas und verbringen diesen Tag auf See. Es ist heiß, die Pools und Liegen dort sind reichlich gefüllt. Wir suchen uns drinnen Unterhaltung. An cruising days gibt es immer jede Menge vergünstigte Angebote in den Shops. Ich werde angelockt mit einem silbernen Armband (eher versilbert) für umsonst. Und dann kann man dazu natürlich passende Charms für 10 Dollar kaufen. Die Schlangen sind sehr lang, und es kommt zu interessanten Diskussionen. Einige möchten nur das Armband haben. Dann müsste man aber einen US-Cent zahlen, denn die Ware muss ja verbucht werden. Das Computersystem kennt kein Gratis, die Reederei natürlich auch nicht. So kaufen viele die Charms dazu, nur sehr wenige lassen das Armband liegen. Auf dem Kassenbon steht dann 0,01 Dollars für das Armband und 9,99 für die Charms.

Es gibt auch zwei T-Shirts für zusammen 25 Dollar im Angebot. Sie sehen ganz gut aus, es sind aber nur noch sehr ausgewählte Größen auf dem Kleiderständer vorhanden. Kay findet trotzdem zwei passable, die nicht pink oder türkis sind. Unsere Ausgaben werden mit unserem Guthaben verrechnet. Das haben wir, da unser Landausflug in Nassau wegen mangelnder Beteiligung gecancelt worden. Wir hatten eine walking tour gebucht und bereits bezahlt. Aber wahrscheinlich ist zu Fuß gehen für die vielen Amerikaner an Bord einfach nicht vorstellbar. Die Boots- und Bustouren am nächsten Tag sind ausgebucht.

Den Tag auf See nutzen wir auch, alle Mahlzeiten im Restaurant einzunehmen. Es ist nicht voll dort, sehr angenehm. Drei Gänge, wenn auch kleine Portionen als am Abend, fordern ihren Tribut in Form einer Mittagsstunde. Vom Tribut in Form von zusätzlichen Kalorien sprechen wir an dieser Stelle gar nicht erst.

Am Nachmittag findet an Seetagen immer ein Bingo-Spiel statt, da gehe ich einmal hin. Ich kaufe ein beginner set (drei Spiele für 32 Dollar), damit bin ich ziemlich allein. Alle anderen investieren eher 42, 52 oder gleich 72 Dollar. Dafür bekommt man ein Tablett geliehen, auf dem das Spiel automatisch läuft. Wie langweilig, man möchte doch das Papier mit dem dauber bepunkten.

Die Amerikaner gehen bei den lustigen Animationen ordentlich mit, die Stimmung ist gut. Keiner der drei Geldpreise geht an mich, man kann nicht jedes Mal gewinnen. Alle Spielshows, Ratespiele und sonstigen Bespaßungen mit Publikumsbeteiligung laufen hier auf dem Schiff sehr gut. Für uns ist das meiste nichts, wir genießen lieber die Ruhe auf ausgewählten Decks. Das Kinoprogramm, ob im kleinen Kino oder draußen am Pool, ist abwechslungsreich, genauso wie das abendliche Showprogramm im Theater. Tage auf dem Wasser sind toll, wir freuen uns schon auf die vielen Tage auf dem Atlantik.