Der KOA-Campingplatz in Wytheville ist sehr empfehlenswert. Schade, dass wir schon fahren müssen. Und er liegt sehr komfortabel zwischen zwei Interstates.

Wir biegen gleich auf die I77 South und fahren zuerst durch die Blue Ridge Mountains. Es geht wieder bergauf und ein bisschen hinunter und wieder ein bisschen mehr bergauf, bis auf 820 Meter Höhe.
Danach ging es kilometerlang nur noch bergab, mit reduzierter Geschwindigkeit wegen Nebels (Muss ich noch sagen, dass sich außer uns niemand an diese Vorgaben hält?) und mit runaway ramps für LKW, falls deren Bremsen versagen.



Dann sind wir in North Carolina, holen uns eine Straßenkarte im visitor center. Hier in diesem Gebiet haben die Cherokee gesiedelt, wussten wir auch noch nicht. Auf der steinernen Karte muss man sich eine Linie zwischen Mount Aire und Charlotte vorstellen. Das entspricht der Interstate 77, auf der wir das Land durchqueren.

In South Carolina holen wir uns beim Überqueren der Staatsgrenze die dortige Straßenkarte und erkundigen uns noch, ob die Tornado-Warnung auch für das Gebiet gilt, in das wir fahren wollen (nein). Nach einer kurzen Picknickpause südlich von Charlotte kommen wir so langsam auch wieder in die wärmeren Gefilde, die Bäume werden sichtbar grün.
In Columbia wechseln wir von der I 77 auf die I 26, um anschließend wieder auf die I 95 zu stoßen. Die schlechten Straßen sind wieder da. Glücklicherweise ist es nicht mehr weit bis zu unserem nächsten (und letzten) Übernachtungsstopp in Yemassee.

Am späten Nachmittag rollen wir beim KOA-Campingplatz Point South auf den Hof. Es ist warm, feucht, ein bisschen lummerig das Wetter. Die imposanten Wolken sollen sich eigentlich laut Vorhersage noch in thunderstorms entladen, aber das Wetter ist schon wieder abgesagt worden.

Dieser KOA-Platz hat sehr viel zu bieten, unter anderem „The Swimming Mermaid“, das gleichzeitig ein Coffee House mit frisch gemahlenem Kaffee aus einer Rösterei in Charlston ist und eine Wine Bar mit Ale aus dem Zapfhahn. Und man kann Essen ordern. Es riecht schon beim Einchecken so gut, dass wir kurzerhand nicht selbst kochen.

Wir bestellen „pizza and a double order of wings combo“, aber nicht pro Person wie es hier gedacht ist. Wir wollen uns das teilen und bekommen noch zwei Pappteller dazu.
Die wings sind southern style, kommen mit einem dip und sind extrem lecker. Bei der Pizza können wir den Teig wählen (Original Crust bedeutet hier die dicke amerikanische Kruste oder Thin Crust, was unserem italienischen Original entspricht) und (alles) aus 10 Belegen, was wir wollen. Heraus kommt eine Thin Crust Cheese Pizza mit schwarzen Oliven, Paprika und Pilzen. Und auch sie ist super lecker.

Dazu gibt es ein Bier vom Fass. Es heißt Aria’s Ale, kommt aus einer lokalen Brauerei und schmeckt sehr sehr süffig. Perfekt.

Wir genießen den weiteren Abend in der Wärme und lesen. Neues Lesefutter gibt es wie auf jedem Campingplatz. Hier ist das Bücherregal besonders hübsch.

Am nächsten Morgen fällt uns der Abschied etwas schwer. Es ist schön hier, auch dieser Platz ist sehr empfehlenswert. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und morgens riecht es wie in einem tropischen Gewächshaus.
Aber wir wollen heute ja noch in Florida ankommen. Wir tanken (Die Benzinpreise steigen Tag für Tag an, inzwischen füllt ein Hundert-Dollar-Schein nicht einmal mehr einen Dreiviertel leeren Tank.) und sind gleich wieder auf der interstate. Etwas später überqueren wir zuerst den Savannah River und gleich darauf die Grenze zu Georgia.



Hier ist das visitor center ganz neu und wirklich schön gemacht.

Wir fahren außen an Savannah vorbei, immer in Küstennähe und durch sumpfiges Marschland.

Nach 112 Meilen sind wir in Florida und werden im visitor center wahlweise mit frisch gepresstem Orangen- oder Grapefruitsaft begrüßt. Hier machen wir eine etwas längere Pause mit einem Imbiss.

Dann verlassen wir bald die interstate, es ist auch wirklich langweiliges Fahren. Kurz vor Jacksonville geht es auf dem Highway 301 mehr oder weniger immer geradeaus nach Süden.
Schon auf der Autobahn wurden wir von einem Schwerlasttransport mit Überbreite überholt. Eine ziemliche große Yacht auf dem Weg nach Florida. Der Transporter musste auf der Autobahn eine agricultural inspection (nicht dass merkwürdige Pflanzen oder Tiere eingeschleppt werden) und die Waagen passieren (Wieviele Tonnen so ein Gespann wohl wiegt?). Und dann überholt er uns tatsächlich noch einmal auf dem Highway und ich kann das Foto machen.


Neben uns läuft eine Eisenbahnstrecke entlang und wir fahren etliche Meilen neben dem ewig langen Güterzug her, eine Lok vorne, eine Lok in der Mitte.

Hinter Ocala, einem Gebiet, das für seine Pferdezucht bekannt ist, erreichen wir unser Ziel, das wir schon vor zwei Wochen reserviert haben. Diesmal bleiben wir mindestens eine Woche in einem RV-Resort, um mit Freunden abzuhängen und uns auszuruhen.


















