Jede/r kann darauf wahrscheinlich eine Antwort geben, aber wohl keine dieser Antworten wird sich auf das Tier beziehen, über das hier geschrieben werden soll. Ich meine das Panthertier oder auch Pantier, ein feuerspeiendes Fabelwesen aus der Heraldik. Dieser heraldische Panther ist schlank und aufrecht stehend, hat den Unterkörper eines Löwen und die Klauen eines Adlers an den Füßen. Der Kopf ist wahlweise der eines Drachens oder eines Pferdes. Dazu speit er Feuer aus allen (!) Körperöffnungen.
Er ist seit dem Jahre 1160 das Wappentier der Steiermark und erscheint dort als Steirischer Panther silbern auf grünem Hintergrund, gekrönt vom Herzogshut. Der Panther symbolisiert ein starkes Christentum, der Feueratem steht in Verbindung mit dem Heiligen Geist. 1315 wurde das Wappentier das erste Mal genauer beschrieben.

Der Panther der heutigen Form speit sein Feuer nur noch durch das Maul. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es als obszön empfunden, dass der Atem des Heiligen Geistes auch aus Ohren, Phallus und After austrat. So setzte 1926 eine Landtagsabgeordnete schließlich durch, dass die Darstellung des Wappens entschärft wurde.

Auch die Landeshauptstadt Graz trägt seit ungefähr 1245 den Panther im Wappen. Hier trägt er selbst eine goldene Krone, dafür aber keine Hörner und, ganz wichtig: darf seinen Feueratem immer noch aus allen Körperöffnungen heraustreten lassen.

Hinter diesem Panthertier (fotografiert im kleinen Innenhof des Landhauses) befindet sich das Landeszeughaus. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts wurde dieses zentrale Waffendepot der Steiermark erbaut.
Die Grenze zur Militärgrenze des damaligen osmanischen Reichs (ungefähr im heutigen Kroatien und Ungarn) war nicht weit entfernt und damit auch eventuelle kriegerische Scharmützel. Mit den im Zeughaus eingelagerten Waffen konnten 16.000 Mann schnell ausgerüstet und auf den Weg geschickt werden. Doch schon fünfzig Jahre nach dem Bau wurde ein Friedensvertrag geschlossen und die Grenze zum Osmanischen Reich war weitgehend sicher. Nach weiteren fünfzig Jahren wurde die Waffenkammer geschlossen, sollte aufgelöst und alle Gegenstände nach Wien verbracht werden.
Gegen diese kaiserlichen Pläne wehrten sich die Grazer erfolgreich und sorgten dafür, dass Gebäude und Inventar als Museum in Graz erhalten bleibt. Damit ist es das älteste Museum der Steiermark und heute mit seinen 32.000 Exponaten die größte Rüstkammer der Welt.
Schwarze Panther gibt es übrigens gar nicht. Es handelt dann sich um (durch Melanismus) schwarzgefärbte Jaguare oder Leoparden.