
Während unseres Aufenthaltes versuchen wir, viele lokale Gerichte und Getränke zu probieren. Manchmal gibt es auch Brot, Käse von den Azoren oder Brie, Oliven und portugiesischen Wein vom Festland oder seltener auch von hier auf dem Balkon. Man mag einfach nicht immer abends auch noch ausgehen.

Die Caldo verde, übersetzt heißt sie grüne Suppe, ist tatsächlich grün. Das liegt am Grünkohl, der das Hauptgemüse der Suppe darstellt. Der herzhafte Geschmack wird verstärkt durch die mitgekochte Knoblauchwurst. Sie schmeckt sehr gut und mit dem traditionellen Brot Bolo do Caco ist es durchaus sättigend. Der Teig (bolo) besteht aus Weizenmehl und Süßkartoffeln und wird auf einer Basaltplatte (caco) gebacken, sehr gut auch mit Knoblauchbutter.

Gefüllt wird aus dem Brot unter anderem ein Prego no Bolo do Caco, ein Steak-Sandwich. Wir essen die Spezial-Variante, dort ist auch noch Salat, Tomate, Bacon, Käse drauf, und alles wird gekrönt mit einem Spiegelei. Was für ein cooles Street Food! Eigentlich ist es für das schnelle Mittagessen gedacht. Wir essen es als Abendessen in der Bar an der örtlichen Markthalle, zusammen mit einem Coral Bier, ebenfalls auf Madeira hergestellt.

Madeiras Brauerei wurde bereits 1872 gegründete und gehört heute, wie auch unser Hotel, zur Pestana-Gruppe. Das Bier schmeckt sehr gut, ebenso wie Brisa. Diese Limonade wird ebenfalls auf Madeira in verschiedenen Geschmacksrichtungen hergestellt. Am besten schmeckt uns die Maracuja-Variante.
Câmara de Lobos ist bekannt für seine vielen Fischrestaurants. Espada preta, der schwarze Degenfisch, steht überall auf der Speisekarte und wird auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet. Die Fischer ziehen den Tiefseefisch aus zwei Kilometern Tiefe mit hakenbesetzten Angelschnüren heraus. Er kommt im ganzen Nordatlantik vor und ist für Madeira der wichtigste Speisefisch. Es gibt sogar ein spezielles Degenfisch-Festival im August. Allerdings sollte man davon nicht zuviel essen, da er recht viele Schwermetalle enthält. Und wie alle beliebten Fischarten droht auch der schwarze Degenfisch überfischt zu werden.



Der andere Tiefseefisch hier ist der Thunfisch, der in verschiedenen Varianten von Anglern aus dem Meer gezogen werden kann. Man kann von den Hafenmolen aus angeln, aber auch eine der angebotenen Hochseeangeltouren buchen. Beides ist nicht unser Hobby, aber wir essen Fisch wirklich sehr gern.
Das Bild zeigt Bife de Atum com milho frito, Thunfischsteak mit gebratenen Stücken aus Maisgrieß.

Die Fischsuppe hier auf Madeira ist sehr sämig und wird mit Tomaten und Kartoffeln gekocht. Etwas stückiger im Erscheinungsbild gibt es auch noch einen Fischeintopf, den haben wir aber hier in Câmara de Lobos noch nicht entdeckt.