In Graz habe ich von meiner Kollegin aus Dänemark erfahren, dass es in Skanderborg genbrugs butikker mit einer sehr guten Auswahl an hochwertigen Klamotten gibt.

In der Kleinstadt südlich von Aarhus leben viele wohlhabende Menschen, die in Aarhus arbeiten und ihre Freizeit in Skanderborg genießen. Also, auf nach Skanderborg, bereits seit der Steinzeit besiedelt.
Auf dem Weg in die Innenstadt kommen wir an der Schlosskirche vorbei, aber weit und breit ist kein Schloss zu sehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt auf, dass die dänischen Könige schon im Mittelalter damit begonnen haben, am See eine Burg zu bauen. Nach und nach wurde diese ab dem 16. Jahrhundert umgebaut und erweitert. Bereits der spätere König Christian IV (1577-1648) hat als kleiner Kronprinz auf dem See das Segeln erlernt.

Die Renaissance-Ausbaustufe des Schlosses sieht auf dem alten Stich sehr imposant aus, doch im 18. Jahrhundert verlor die königliche Familie ihr Interesse am Schloss zu Skanderborg. Im Jahre 1767 wurde das Schloss mit den angrenzenden Gärten an eine bürgerliche Privatperson verkauft und in seinem Auftrag abgerissen. Die Schlosskirche ging jedoch mit allem Inventar an die Stadt und blieb so bis heute erhalten.
Im Vorwege haben wir uns die entsprechenden Adressen in der Innenstadt herausgesucht. Daher fahren wir einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe an. Die alte Handelstadt Skanderborg kommt sehr unaufgeregt daher. Das Angebot richtet sich eher an die Bewohner als an Touristen, obwohl die Stadt mit ihrer Lage im Seenhügelland (der dänische Lake District) wirbt. Es sind außer uns auch keine weiteren Touristen zu sehen.

Nach dem Shopping (durchaus sehr erfolgreich) wollen wir noch einen Blick auf den großen Skanderborg Sø werfen. Er ist riesig (8,6 Quadratkilometer) mit einem sehr gewundenen Uferverlauf. Den westlichsten Zipfel haben wir schon oft auf der Autobahn Richtung Norden/Süden überquert. Wir hatten ja keine Ahnung, wie schön der große Rest ist!

Es gibt sogar vier kleine Inselchen im See, der durch das Abschmelzen eines eiszeitlichen Gletschers entstanden ist.

Wir nähern uns dem See aber nicht direkt. Nach dem Einkauf dürstet es uns nach einer Tasse Kaffee, gern auch mit einem Stück Kuchen dabei. Beides finden wir im Kulturhus, direkt am See gelegen.
Außer dem sehr guten Café gibt es hier Ausstellungen, eine Bühne, die Bibliothek, einen Lesebereich für Tageszeitungen und Zeitschriften, der unabhängig von der Bibliothek zu nutzen ist und ein Kino.

An den Außenbereich des Kulturzentrums schließt sich das Stadtbad an. In dem sehr modernen Zweckbau befinden sich Umkleidekabinen etc., und rundherum gibt es mehrere Möglichkeiten, bequem über Treppen oder Rampen zum Baden in den See zu kommen.



Picknickareale und ein Beachvolleyball-Feld sind am Seeufer zu finden und werden fleißig genutzt.
Auf unserem Gang zurück zum Auto kommen wir noch am Sløngel Pladsen vorbei. Das ist ein Kinderspielplatz, der mit Namen und Design an einen der berühmten Söhne der Stadt erinnert, den Kinderbuchautor Ole Lund Kirkegaard (1940-1979). Alle dänischen Kinder kennen und lieben seine Bücher.


Jedes Jahr findet in Skanderborg ihm zu Ehren eine Kinderbuchmesse statt und alle zwei Jahre gibt es noch ein großes Fest zum Sløngeldag, dem Schlingeltag.

Der benachbarte Supermarkt, bei dem wir vor der Rückfahrt noch einkaufen, bietet Kindern in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos ein Stück Obst an.
Ob das wohl auch mit der Popularität Ole Lund Kirkegaards zusammenhängt?
Uns hat Skanderborg sehr gut gefallen. Das nächste Mal kommen wir besser Anfang August wieder. Dann wird in der Stadt, aber vor allem im angrenzenden Tierparkgelände ein großes Musikfestival veranstaltet, das Skanderborg Festival.

























































