Unser Hotel Eurostars Langford liegt in Downtown Miami, so mittendrin in der Business District Area. Früher war das Gebäude eine Bank, erbaut 1920 und so ein schönes Beispiel der Beaux-Arts-Architektur. Einiges aus der ehemaligen Inneneinrichtung ist beibehalten worden.




Zum Frühstücken gehen wir einfach die Straße ein Stückchen herunter. Dort finden sich jede Menge unterschiedlicher Frühstückslokale, die vormittags alle sehr gut besucht sind. Rund ein Viertel der BewohnerInnen hier sprechen kein oder nur gebrochenes Englisch. Da wir das nicht wussten, trifft uns das häufige „No hablo inglés!“ etwas unvorbereitet. Ein merkwürdiges Gefühl, sich plötzlich nicht mehr einfach verständigen zu können, aber glücklicherweise ist eigentlich alles hier zweisprachig beschriftet. Und sonst kann man ja auch noch mit dem Finger zeigen.
Das historische Downtown und das benachbarte Bicknell sind eine der Gegenden in den USA, die am schnellsten wachsen und sehr dicht besiedelt sind. Zwischen den renovierten Altbauten und glitzernden Neubauten finden sich überall homeless people, die in Zelten oder nur in Pappkartons am Straßenrand, unter den Überführungen oder in kleinen Nischen ihr Leben fristen. Sie betteln nicht und sprechen einen auch nicht an. Aber es bleibt sehr irritierend für uns, diese Gegensätze zwischen Arm und Reich an jeder Ecke so deutlich zu sehen.



Die Stadt ist nahverkehrstechnisch sehr gut für Fußgänger erschlossen, außer, man wartet an einer Fußgängerampel auf „grün“. Das dauert so lange, dass die meisten Menschen die Ampeln ignorieren und gehen, sobald kein Auto in unmittelbarer Nähe ist. Es gibt Trolleybusse, die umsonst zu benutzen sind. Auch eine Art Hochbahn, der Metromover, ist kostenlos.


Wir fahren mit dem Trolleybus nach Coral Gables, einer Stadt südlich von Downtown, die vor einhundert Jahren auf dem Reißbrett geplant wurde. Der „Erfinder“, George E. Merrick, wurde mit einer Statue vor dem Rathaus geehrt. Die Stadt ist im Mediterranean-Revival-Style erbaut worden, das Kernstück ist natürlich auch hier der Business District. Hier ist noch mehr Geld unterwegs, wir haben schon lange nicht eine so hohe Dichte an Ferraris, Porsches, BMWs und Audis gesehen wie hier. Die Geschäfte sind ebenfalls hochpreisig. Wir gucken uns alles an, trinken bei Starbucks einen normalpreisigen Kaffee und fahren nach einer Weile mit dem Trolleybus wieder zurück. Wir sind erschöpft von den starken Kontrasten, die wir in dieser Stadt erleben, aber auch vom ständigen Lärm um einen herum. Unser Hotelzimmer ist Bein angenehmer Rückzugsort.






