Auf jedem Campingplatz in den USA ist eine Feuerstelle ein Muss. Meistens kauft man das Feuerholz in Bündeln, die dann vom Personal im ebenfalls obligatorischen golf cart an den Platz gebracht werden. Und meistens stehen die Wohnwagen/ motorhomes/ RVs so eng, dass wir schon genügend Feuergeruch einatmen, ohne ein eigenes Feuer zu entzünden.

Hier im State Park haben wir wirklich viel Platz um uns herum, und der Feuerring befindet sich weit genug von Wagen und ausgefahrener Markise entfernt. Jetzt wollen wir auch mal zündeln.

Am Parkeingang lagen diese kleinen Umschläge herum. Das Holz selbst lagert in einem kleinen Verschlag. Zehn Scheite kosten fünf Dollar. Der Umschlag mit dem „verbrannten“ Geld wird am Ende des Aufenthalts in eine Box am Ausgang geworfen.

Neben dem Häuschen steht rechts ein Wägelchen zum Transportieren der Holzscheite. Kay weigert sich, zehn Scheite Holz mit dem Wagen die 25 Meter zu unserem Platz zu ziehen.
Dazu muss man wissen, dass sogar der Abwassertank eines Wohnwagens auf einen kleinen Anhänger gestellt wird, der wiederum von einem großen Truck zur Entleerungsstelle gezogen wird.
Ich stapele also zehn Holzscheite auf Kays ausgestreckte Arme und wir gehen los. Wir kommen keine fünf Meter weit. Der erste Mann ruft uns zu, dass der Wagen für den Transport gedacht ist. Ich rufe im Weitergehen zurück, dass wir das wissen. Weitere fünf Meter erklärt uns der nächste Mann, dass wir den Wagen benutzen sollen. Diesmal erklären wir, dass wir sture Deutsche sind, die das nicht wollen. Währenddessen ruft uns ein dritter Mann zu, der inzwischen neben dem Wägelchen steht, das genau dieser für den Transport gedacht ist.
Diesmal antworten die anderen ihm, dass sie uns das Procedere bereits erklärt hätten. Der erste Mann kommt auf uns zu und pult ein Stückchen Holz von einem Scheit ab. Das legt er mir in die Hand, damit ich, wie er sagt, meinen Mann ein bisschen entlasten kann und auch etwas zu tragen habe. Alle freuen sich und haben Spaß. Wir sind Sekunden später auf unserem Platz, und Kay lässt das Holz neben unserem Feuerring fallen.
Ohne Kleinholz lässt sich ein Feuer schwer entfachen, dieses gibt es aber nicht. Der amerikanische Weg ist folgender: Holz in den Ring werfen, Brandbeschleuniger darauf kippen, viel hilft viel, Streichholz hinterher werfen – brennt. Wir haben auch keinen Brandbeschleuniger, und wir wollen ihn auch nicht.

Kay besinnt sich auf seine Waldläufer- und Pfadfindertugenden, sammelt etwas Totholz, schichtet die Scheite ordentlich auf, investiert viel Lungenvolumen, um Sauerstoff hineinzublasen.

Das Holz ist nicht genügend abgelagert und recht feucht. Es qualmt ordentlich, aber es stinkt nicht unangenehm.

Schließlich brennt es lustig vor sich hin. Ein nettes Erlebnis, das wir nicht noch einmal wiederholen möchten in den verbleibenden Wochen. Es ist einfach zu unbefriedigend.

Da der Wind sich ständig dreht, müssen wir auch unseren Sitzplatz ständig ändern. In Ruhe sein Bier trinken geht anders.