Wir machen uns auf den Weg zur nächsten cruise, wieder einmal über den Atlantik, diesmal von Southampton, England aus. Der Reisetag wird lang, und wir wechseln die Verkehrsmittel häufig. Wir starten morgens um 8:30 Uhr mit dem PKW zum Flughafenbus und mit dem weiter nach Hamburg. Alles funktioniert gut, auch die elektronischen Tickets können eingelesen werden. In Hamburg sind die Bordkarten schnell ausgedruckt und die Koffer abgegeben. Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen haben wir uns diesmal einen Slot&Fly gebucht, aber dann doch nicht genutzt. Die Wartezeit in der regulären Schlange ist kürzer als die bis zum Slot-Beginn.
Da Großbritannien nicht mehr in der EU ist, müssen wir durch die Passkontrolle, doch Dank unserer Pässe geht es durch das eGate. Danach füllen wir die Wasserflaschen auf und laufen schon mal zum Abfluggate. Diesmal fliegen wir mit Eurowings, leider hebt der Flieger mit einer Dreiviertelstunde Verspätung Richtung London ab. Das bringt nicht nur unseren Zeitplan durcheinander. In Heathrow gelandet, kommen die Koffer recht schnell, wieder geht es durch das elektronische Tor bei der Passkontrolle. Und ab da ist Geduld angesagt. Den gewünschten Bus für die Weiterfahrt nach Southampton verpassen wir so gerade eben. Der nächste Bus (sie fahren alle zwei Stunden ab) ist schon ausgebucht. Es wird also der um 20:00 Uhr Ortszeit (21 Uhr bei uns) werden.

Wir lassen uns häuslich bei Cafè Nero nieder, die haben guten Kaffee und gutes WLAN. Immerhin müssen wir hier vier Stunden verbringen. Als ich den Kaffee bezahlen will, wir haben noch £100 Bargeld in Scheinen dabei vom letzten GB-Aufenthalt, erfahre ich, dass die Scheine seit drei Jahren nicht mehr gültig sind! Wie gut, dass wir auch über Kreditkarten verfügen.
Am Geldwechselschalter erkundige ich mich später, ob die die alten Scheine vielleicht gegen neue einwechseln können – leider nein! Wir müssen zu einer Bank gehen, die natürlich am Wochenende (heute ist Freitag) geschlossen haben. So ein Pech, ich werde Britisch höflich angemessen bedauert. Das gute Internet wird dann genutzt, um schon mal die Bustickets zu buchen, wir können ja nun nicht mehr Cash bezahlen. Wir vertreiben uns die Zeit mit lesen (am Hamburger Flughafen lagen noch Papierzeitungen herum) und spielen. Vier Stunden können sehr langsam vergehen, aber der Cafe Mocha ist echt gut!
Nach gut drei Stunden beschließen wir, uns schon mal auf den Weg zum Busbahnhof zu machen. Im Café war zuletzt immer weniger los, von daher überrascht uns der Andrang auf die Fahrstühle doch etwas. Es ist voll, aber dann kommen wir doch in einem Fahrstuhl abwärts hinein. Dann geht es mit allen anderen immer den Hinweisschildern Richtung Busse, U-Bahn und Parkplätzen hinterher. Wir müssen dann mit einem Fahrstuhl wieder hinauffahren und dort erwartet uns Dunkelheit, Regen und wiederum viele Menschen, die mit den Bussen weiter fahren wollen.

Es ist Freitagabend um zwanzig Uhr. Unser Bus kommt, der Fahrer kontrolliert das online-Ticket und lädt dann die Koffer ein. Dann kommen doch noch zwei Personen mit sehr viel Gepäck und ohne zusätzliches Ticket. Der Fahrer (und wir im Bus) wartet, bis der Mann im Busbahnhof das extra Ticket für das Mehrgepäck besorgt hat und lädt es anschließend ganz in Ruhe ein. Wir fahren mit einer Viertelstunde Verspätung ab.
Vor uns liegen etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. Die erste Stunde verbringen wir damit, vom Flughafenterminal 2+3, wo wir eingestiegen sind, erst zum Terminal 4 und dann zum Terminal 5 zu kommen. Jedesmal steigt der Fahrer aus, kontrolliert die Tickets. Der Flughafen London-Heathrow ist riesig! Danach geht es aber sofort auf die vierspurige Autobahn, wir hatten kurz in the middle of nowhere an einem Park&Ride Parkplatz in der Nähe von Winchester, wo tatsächlich Menschen aussteigen. Dann erreichen wir auch schon Southampton und sind pünktlich um 22:15 Uhr am Busbahnhof, ohne dass der Fahrer gehetzt wirkte. Nur einmal wurde er ungehalten, als sich Fahrgäste trotz seiner wiederholten Aufforderung, sich zu setzen, dem nicht nachkamen, denn er darf nur fahren, wenn alle Passagiere sitzen. Daran hält er sich strikt. Und alle Passagiere schnallten sich nach seiner Aufforderung auch an, denn it‘s the law. Auch das ist faszinierend zu beobachten.
Nach einer kleinen Orientierung und einem kurzen Fußweg durch die Innenstadt, die gut gefüllt mit Partygängern ist, erreichen wir unser AirBnB-Appartement, dessen Tür mit einem Yale-Schloss gesichert ist, das einen Zahlencode erfordert. Den haben wir, und wir wissen ihn trotz Müdigkeit auch auswendig. Doch das Zahlenfeld, um ihn einzutippen, erscheint nur, wenn die Fläche zunächst von der ganzen Hand vollständig verdeckt wird (und auch dann nicht sofort). Wir sind müde, hungrig, ungeduldig, benötigen sehr viele Versuche, aber schließlich klappt es doch. Wir sind drin, das Appartement ist gut ausgestattet. Wir verzehren unsere Sandwiches mit Bier (der Tesco Express in der Nähe hatte noch bis 23 Uhr geöffnet) und fallen kurz nach Mitternacht local time völlig fertig ins Bett.












































































