Abendspaziergang durch das Botschaftsviertel (Berlin, Oktober 2023)

Wir sind im Pestana Hotel Berlin Tiergarten abgestiegen. Von unserem langen Aufenthalt auf Madeira im letzten Jahr hatten wir genügend Treuepunkte gesammelt, um den Preis des Hotelzimmers etwas zu senken.

Nun wohnen wir im Botschaftsviertel am südlichen Rand des Tiergartens und nutzen die Zeit nach dem Einchecken noch für einen kleinen Spaziergang, bevor es zum Abendessen geht.

In kurzer Zeit kommen wir hier fast um die ganze Welt. Kleinere Länder mieten sich eher in Bürohäusern ein, wie hier in dem linken Gebäude, in dem sich die Botschaften des Königreichs Bahrain, von Malta und Luxemburg befinden.

Als Berlin wieder Hauptstadt geworden war, kehrten andere Länder an die Standorte zurück, an denen sich ihre Botschaft schon seit dem Kaiserreich befunden hatte. Den Zweiten Weltkrieg haben dabei nur wenige Villen unbeschadet überstanden. Viele Gebäude wurden auf den alten Grundstücken neu gebaut.

Andere wie zum Beispiel Italien hier mit ihrem Palazzo rekonstruierten die alten Bauten oder knüpften daran an. Hier folgt eine kleine Auswahl weiterer Botschaften:

Hier im Viertel befinden sich jedoch nicht nur Botschaften und Hotelgebäude. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württembergisch haben dazwischen sehr repräsentative Landesvertretungen errichtet.

Im Gebäudekomplex, das heute dem Bundesverteidigungsministerium gehört, findet sich auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Im Innenhof des früher auch „Bendlerblock“ genannten Gebäudes erinnert ein Mahnmal an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Das Bronzedenkmal eines jungen Mannes mit gefesselten Händen stand vor der Umgestaltung 1980 noch auf einem Sockel. Geschaffen wurde es 1952 vom Bildhauer Richard Scheibe, wie auch immer dieser damals zu diesem Auftrag gekommen ist.

Denn er war während der Nazi-Zeit ein sehr beliebter Künstler, wurde in die „Gottbegnadeten-Liste“ des Reichspropagandaministeriums aufgenommen und befürwortete noch im April 1945 die Fortsetzung des Krieges. Unfassbar!!

Die Gedenktafel erinnert an die Offiziere rund um Graf von Stauffenberg, die nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler noch in der Nacht vom 20. Juli 1944 hier im Innenhof hingerichtet wurden.