Southampton (UK), Day 3 (Cruise Queen Mary 2)

Heute müssen wir früh aufstehen, um uns noch vor dem Frühstück mit Reisepass der britischen Passkontrolle in persona zu präsentieren. Einmal kurz die Maske abnehmen, ein Blick in die Papiere und schon haben wir die kleine grüne Karte in der Hand, die es uns erlaubt, später an Land zu gehen. Die digitale Anmeldung (passenger locator form) mussten wir schon vor Fahrtantritt zuhause ausfüllen.

Nach dem Frühstück kommen wir auf unserem Weg zur Gangway an diesem traditionellen roten englischen Briefkasten vorbei. Die Queen Mary 2 heißt mit vollem Namen RMS Queen Mary 2, wobei die Abkürzung für Royal Mail Ship steht. Sie befördert immer noch Post der britischen Royal Mail. Wenn man die passenden Briefmarken dabei hätte, könnte man also etwas in den Briefkasten hineinwerfen.

Wir werden von einem Doppeldecker-Shuttlebus zum West Quai Shopping Centre gebracht, in dem die meisten Mitreisenden schnell verschwinden. Kein Wunder, es regnet. Wir wollen auch ein bisschen shoppen, besuchen aber zunächst die City Art Gallery und genießen die Kunst aus den Sammlungen. Die nächste Sonderausstellung wird leider noch aufgebaut.

Danach ist der Regen eher stärker geworden, wir trocknen uns in einem Café mit Wifi, um gleichzeitig den letzten Beitrag von Europa aus zu posten. Anschließend bummeln wir durch einige charity shops, von denen es weniger gibt als noch vor sechs Jahren. Wir entdecken die ersten starken Anzeichen vom bevorstehenden Frühling, zumindest hier in der Nähe des Golfstroms.

Der Regen hört einfach nicht auf, wir gehen früher als gedacht zurück zur Bushaltestelle des Shuttles. Wir durchqueren das West Quay Shopping-Center, aber auch dort es hält uns nicht weiter. Wir lassen uns zum Schiff zurückfahren.

Während wir zu Abend essen, bricht das Schiff zu seiner 336. Transatlantiküberquerung auf. Die Lichter des Hafens ziehen an uns vorbei, wir genießen dabei das sehr gute Essen. Danach ist Showtime: Zuerst erfreuen uns die MacDonald Bros. mit (im weitesten Sinne) schottisch-irischer Musik, danach gehen wir wieder ins Kino und gucken uns The Protégé an. Die Liveauftritte an Bord sind alle handwerklich gut, das Repertoire allerdings für den sehr breiten Massengeschmack. Ein bisschen etwas hören und sehen wir uns immer an, aber wir bleiben nie lang an einem Ort.

Quinta Magnólia, Funchal (Madeira 22)

In Funchal und Umgebung gibt es viele tolle Gärten, die man besichtigen kann, die meisten nur gegen Eintritt. Die Quinta Magnólia kostet keinen Eintritt, da die Anlage eine öffentliche Freizeiteinrichtung mit Sportanlagen (Tennis und Squash, ein putting green), Kinderspielplatz, Cafeteria, unterschiedlichen Gärten und Wegen ist. Nach der Renovierung 2019 befindet sich im Haupthaus eine neue Galerie für Kunst mit wechselnden Ausstellungen.

Erbaut wurde die Quinta Anfang des 19. Jahrhunderts von Howard March, einem amerikanischen Kaufmann und Konsul, bevor sie in den 1930er Jahren vom British Country Club übernommen wurde. 1980 übernahm die Regionalregierung das Gebäude und machte Garten und Park der Öffentlichkeit zugänglich. Zeitweise befand sich hier die Hotelfachschule, in die man Punkt 13 Uhr zum Mittagessen erscheinen konnte. Die sogenannte Ausländerbibliothek, die hier laut Reiseführer sein soll, konnten wir nicht finden. Es gab oder gibt hier aber eine Bibliothek für Fremdsprachen. Der Rosengarten ist nach der ehemaligen Leiterin der Bibliothek benannt worden.

Im Januar blühen noch einige Rosen.

Im August 2019 wurde die gesamte, ca. 40.000 Quadratmetern große Anlage nach einer umfassenden Renovierung wieder eröffnet.

Der weitläufige Rasen bedeckt einen Großteil der Quinta.

Im Januar blüht nur etwa ein Drittel der Pflanzenarten auf Madeira, die im Mai zum berühmten Blumenfest in Blüte stehen, aber einige Blumen finden wir zum Fotografieren.

Am beeindruckendsten sind allerdings die zum Teil sehr alten, exotischen Bäume, von denen wir einige in wesentlich kleinerer Ausgabe aus den heimischen Wohnzimmern und Wintergärten kennen. Wie alt wohl einige Exemplare sind, bei der Höhe und der Stammdicke?

Im Haupthaus gibt es eine Ausstellung (O Espólio) mit Werken des madeirischen Künstlers António Aragão (1921-2008). Hinein geht es nach dem bereits bekannten Procedere (Impfnachweis, Testergebnis, Fieber messen).

Dann schaltet die Aufsicht erst einmal alle Lampen ein und geht mit uns nach oben. Wir besichtigen die Exponate von Raum zu Raum, die Aufsicht folgt uns ebenfalls von Raum zu Raum.

Am Ende gehen wir wieder nach unten, und die Aufsicht schaltet alle Lampen wieder aus. Der Mann, der sie unten am Tresen vertreten hat, bittet uns, etwas ins Gästebuch zu schreiben. Er kann ein paar Wörter auf deutsch, da er wohl an einem Austauschprogramm in der DDR teilgenommen hatte. So genau ist es aufgrund des starken Akzents im Englischen nicht zu verstehen.

Am Abend findet noch ein soziales Event statt, irgendetwas mit Bezug zum Motorsport. Es wird entsprechend aufgebaut.