Autoreparatur, die Zweite, Ocala, FL, days 37-38 (USA 2022)

Wir fahren vormittags weiter Richtung Süden. Wir wollen noch einmal eine Woche bei den Freunden im RV-Resort verbringen und im Pool relaxen. Mit einer weiteren Tornado-Warnung im Rücken brechen wir mit dem lauten Motorhome auf.

Während der Fahrt gucken wir immer wieder in den Himmel, ob irgendetwas Seltsames zu sehen ist. Der Motor wird lauter und lauter. Ich wünsche mir, jemand würde von hinten schieben, wenn wir die Berge hochkriechen. Der Wagen schafft nicht einmal mehr überall die Mindestgeschwindigkeit von 50 Meilen.

Zwischendurch telefoniert Kay in halbstündigen Abständen mit dem Verleiher in Peekskill, mit einem zunehmenden verbalen Aggressionsniveau. Irgendetwas hilft, denn mittags erhält er eine Nummer von einem repair shop in Ocala.

Kurz vor Ocala fahren wir auf eine Tankstelle mit Kundenzusatznutzen, damit Kay in der Werkstatt anrufen kann. Wir bekommen für den nächsten Tag die Zusage, dass der Wagen am gleichen Tag repariert werden wird.

Langsam fahren wir zum RV-Resort, das Gefährt gibt auch nicht mehr richtig Gas, tourt zu hoch ohne zurück zu schalten, und ruckelt wie blöd, wenn er bei 1500 Umdrehungen läuft. Und dann regnet es später auch noch wie aus Eimern, die ganze Nacht durch.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker früh, wir fahren 25 Meilen und geben den Wagen um kurz vor neun Uhr bei PatRicks Auto & Truck Repair in Ocala ab.

Kurz darauf werden wir von den Freunden abgeholt. Wir wollen die Wartezeit mit einem gemeinsamen Frühstück überbrücken. Uns wird Darrell‘s Dog Gone Good Diner empfohlen. Zu Recht!

The Great Dane: drei Eier, nach Wahl zubereitet, hash browns, bacon, Frikadelle und ein dicker fetter pancake.

Breakfast Burrito, gefüllt mit Rührei, sausage, Salsa und gebratenen Zwiebeln, und grits (weiße Maisgrütze) mit Butter und Ahornsirup, dazu getoastetes Rosinen-Zimt-Brot.

Ein anschließendes Telefonat wegen des Autos ergibt nichts gutes. Außer den Zündkerzen und den Zündspulen sind auch noch Löcher in den Abgaskrümmern. Ersteres kann heute repariert werden, letzteres frühestens am Montag und es würde mindestens drei Tage dauern. Ein Kostenvoranschlag wird nach Peekskill gemailt, $ 1.700 für den heutigen Teil und kurz darauf freigegeben.

Um 15 Uhr tauchen wir wieder in der Werkstatt auf und müssen feststellen, dass leider noch nichts getan wurde, außer alles auseinander zu nehmen. Es fehlt das endgültige Okay, was zu tun sei! Es gibt eigentlich keine Worte, um unseren Gefühlszustand hinreichend genug zu beschreiben.

Unsere Freunde fahren nach Hause, Kay telefoniert sich weiterhin den Mund fusselig. Am Ende werden die Zündkerzen und die Spulen ausgewechselt und wir werden mit dem lauten Auspuff weiterfahren. Das Auswechseln dauert dann noch mal bis 16:30 Uhr, die Wartezeit verbringen wir mit dem Lesen von National Geographic Ausgaben.

Wahrscheinlich wäre alles schneller gegangen, wenn wir gleich dageblieben wären, wer weiß. Dann geht es endlich wieder zurück zum Resort, mit guter Beschleunigung und lautem Knattern, das nicht mehr ganz so laut wie gestern ist.