Bis wir auf Madeira ankommen, müssen wir insgesamt fünf mal die Uhr um eine Stunde vorstellen. Im Gegensatz zur Atlantiküberquerung mit der Navigator of the Seas, wo die Uhr immer mittags von 12 auf 13 Uhr vorgestellt wurde, wird sie diesmal nachts vorgestellt. Und es ist ganz egal, wann wir zu Bett gehen, wir sind an den folgenden Tagen morgens immer ganz groggy, auch wenn unser head waiter der Meinung ist, das wäre alles nur im Kopf. Beim Frühstück im Restaurant benötigen wir immer einen extra Becher Kaffee. In der Zwischenzeit wird unsere Kabine aufgeräumt und gesäubert. Wenn wir abends wieder zurückkehren, ist noch einmal aufgeklärt worden und an einigen Tagen sitzt ein aus Handtüchern gefaltetes Tierchen auf unserem Bett.



Die Tage vergehen mit schöner Regelmäßigkeit: schlafen, essen, Unterhaltung und ein bisschen sportliche Betätigung. Bei den angebotenen Sport- und Fitnesskurse machen wir nicht mit. Dafür walken wir nach dem Frühstück unsere Runden auf dem Joggingpfad auf Deck 12. Ich mache in der Kabine Yoga, die ist groß genug dafür. Das ist lustig, wenn das Schiff plötzlich ein bisschen mehr schaukelt. Insgesamt ist der Ozean aber eher glatt, eine sehr angenehme Überfahrt.

Bewegung tut Not, am Abend werden wir mit extra Portionen indischen Essens verwöhnt. Insgesamt ist das Essen überall sehr gut. Einige Menschen planen tatsächlich ihren Tag um die ausgedehnten Mahlzeiten herum, treffen sich dort und essen, essen, essen. Man kann sehen, wo sie das alles lassen. Alkohol kostet relativ viel, ein kleines Glas Wein zum Abendessen schlägt mit fast 13 Dollar zu Buche, genau so viel wie ein Bier und da ist die Größe egal, eine kleine Flasche oder eine Dose mit einem Dreiviertelliter Inhalt.

Das Wetter ist nicht mehr ganz so gut, wie noch an den ersten Tagen der Überquerung, wobei die Einschätzung relativ ist. Es reicht nicht mehr für stundenlanges Abhängen am oder im Pool. So wird das Unterhaltungsprogramm angepasst, es gibt Shows auch schon nachmittags und zusätzliche Kinovorstellungen bereits am Morgen und auch mittags.

Nur die täglichen Bingo-Sessions an den Seetagen finden nicht mehr in dieser Regelmäßigkeit statt. Ich gehe noch einmal hin und bin diesmal rechtzeitig da, um einen Platz an einem Tisch zu bekommen. Doch die Beteiligung ist so gering, dass lange nicht sicher ist, ob überhaupt gespielt wird. Langsam wird es voller. Am Ende findet ein einziges Spiel statt, diesmal bekommt jeder Papierkarten und digitale Karten auf dem Tablet, damit die Verteilung des Zufalls größer ist. Trotzdem gewinne ich die 500 Dollar Preisgeld (wieder) nicht. Ich hatte mich schon ein wenig auf den Handtaschen-Sale gefreut. Pech gehabt!
Am Tag bevor wir Madeira und damit offiziell Europa erreichen gibt es am Nachmittag eine Atlantic Crossing Celebration Party. Die erfolgreiche und sichere Überquerung soll gefeiert werden. Alle (1120 Passagiere) sind eingeladen, viele sind in Abendgarderobe, da gleichzeitig auch formal night angesagt ist. Wir feiern von Deck 8 aus. Die Party-Band spielt, es gibt ein Glas Sekt (und wenn man die Kellner noch einmal trifft, dann noch ein Glas), der Kapitän und die anderen Offiziere (the Stripes) halten jeweils ein Grußwort auf der Showtreppe und dann geht der Countdown los. Bei null werden die Ballons heruntergelassen, Cracker mit buntem Flitter werden geknallt, alle stoßen auf die Ankunft in Europa an. Auf der Tanzfläche startet ein Kindergeburtstag, die älteren Herrschaften treten mit Wonne auf die Luftballons, um sie platzen zu lassen. Den Rest erledigt anschließend das Putzgeschwader mit Besen, Feger und Staubsauger. Nach einer halben Stunde ist von dem Fest nichts mehr zu sehen, alle widmen sich dem Abendessen.




Und wenn nur wenig Wolken da sind, sind die Sonnenuntergänge auf dem Atlantik spektakulär, das Foto gibt den Wow!-Faktor nur unzureichend wieder.














































