In Amerika ist es ja so eine Sache mit der Freiheit. Der erste Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung legt die Freiheiten der Bürger fest. Da steht aber nichts darüber, wie die Freiheit klingt. The Sound of Freedom ist nicht nur der Name eines aktuellen Kinofilms über Kinderhandel, sondern auch der Name eines Indoor-Schießstands in Missouri. Ein sehr weites Feld. Im Prospekt des Campingplatzes lesen wir unter der gleichen Überschrift folgendes: Der Donner, den man abends hört, entsteht auf dem nahen Militärgelände. Dort testen sie Geschütze, die sie dort herstellen, bevor diese an die Truppen ausgeliefert werden.

Das stimmt wohl so, allerdings heruntergebrochen auf den Bildungsstand des Feld-Wald-Wiesen-Amerikaners. No offence, aber das Grundbildungsniveau hier erscheint uns manchmal atemberaubend niedrig zu sein. Die Airbase ist flächenmäßig die größte der amerikanischen Armee und wohl auch weltweit. Sie nimmt 1875 Quadratkilometer auf dem Land ein, was sie nicht zur größten macht. Dazu kommen aber noch 318.000 Quadratkilometer Wasserareal im Golf von Mexiko als Schussbereiche. Alles eine Frage der Rechnung.

Hier auf der Airbase werden luftgestützte Waffensysteme entwickelt und getestet. Der größte Teil des Geländes und der Teil der vorgelagerten Insel dient als Waffentestgelände. Und sie testen an einigen Tagen ausgiebig, auch von morgens bis abends. Ständigen Geschützdonner möchte man nicht hören, wenn man Strandurlaub macht. Aber es scheint hier niemanden zu stören. Im Gegenteil.

An der Rückseite des Rezeptionsgebäudes ist dieses Bild zu sehen. Militärangehörige, auch Veteranen, erhalten in Amerika bei allem Rabatte, auch auf den Campingplätzen.
Aber warum sie Geschützlärm von getesteten Waffen als Sound of Freedom bezeichnen, das ist uns immer noch rätselhaft. Auch unsere Freunde, junge Leute, mit denen wir uns hier getroffen haben, haben keine Erklärung dafür. Ihnen kam bei dem Begriff Sound of Freedom als erstes der Klang der Liberty Bell in den Sinn.