Wenn man während des Urlaubs in Berlin so schön am Tiergarten wohnt, dann spaziert man unweigerlich immer wieder auf unterschiedlichen Wegen darin herum. Dabei sieht man sehr interessante Dinge. Um einige wenige davon geht es in diesem Blogbeitrag.
Einen Tiergarten als Jagdrevier für Regenten wurde bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt und dann nach und nach durch Landzukäufe erweitert. König Friedrich II. (auch „der Große“ genannt) hatte dann gar nichts mit der Jagd am Hut.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Park zu einem „Lustgarten“ umgewandelt und auch für die Untertanen geöffnet. In der Folge wurden im Park eine Vielzahl von Denkmälern aufgestellt.

1980 hatte die Luftverschmutzung und der saure Regen dem meistens verwendeten Mamor so zugesetzt, dass die meisten Denkmäler abmontiert, in Innenräumen gelagert und durch Betonkopien im Tiergarten ersetzt wurden. Inzwischen ist die Luft so viel sauberer geworden, dass die Originale wieder im Park zu sehen sind, wie hier das Standbild der Königin Luise, der Preußen liebste Königin.

Dieses steht auf der Luiseninsel, ein Wassergraben trennt den Bereich vom übrigen Parkgelände ab. Zusätzlich immer geschlossen zu haltende Tore für die Fußgänger schützen die Blumenbeete vor den allgegenwärtigen Kaninchen und ihrem Hunger.

Für Luises Mann, König Friedrich Wilhelm III., gibt es dort natürlich auch ein Denkmal. Das steht aber nicht so prominent sichtbar. Sie war einfach die weitaus beliebtere in der Bevölkerung.

Ganz frisch gereinigt und vergoldet erstrahlt das Denkmal für die drei Komponisten Beethoven, Mozart und Haydn (auf der nicht sichtbaren Seite). Wir wollten es zuerst gar nicht angucken, da wir dafür die mehrspurige B96 hätten überqueren müssen. Doch inzwischen verläuft diese unterirdisch im sogenannten Tiergartentunnel, wir können einfach nur über den Rasen laufen zum „Musikerofen“ (die Berliner haben ein Faible für Spitznamen).

Direkt an der Tiergartenstraße, an der etliche Botschaften vertreten sind, steht das Denkmal für Richard Wagner. Ihm zu Füßen sind Hauptfiguren aus seinen Opern platziert. Dieses Denkmal wird immer noch von einem Dach vor Wettereinflüssen geschützt. Es war (und ist) damals einfach viel zu groß zum Einlagern und für eine Nachbildung aus Beton gewesen.

In der Nähe unseres Hotels, im Schatten von Bäumen und Büschen, finden wir das Denkmal für das Volkslied!
Eine sehr neue Gedenkstätte im östlichen Teil des Tiergartens stellt das „Global Stone Project“ des Künstlers Kraker von Schwarzenfeld dar. Das als Friedensprojekt gedachte Kunstwerk wollte auf jedem Kontinent zwei besondere Steine bzw. Steingruppen finden. Eines sollte dort an einem besonderen Ort verbleiben, das andere nach Berlin kommen. Die geschliffenen Steinoberflächen sollten so ausgerichtet werden, dass zur Sommersonnenwende zwischen allen Steinen auf allen Kontinenten durch Sonnenstrahlen eine Verbindung entsteht.
Der Künstler hat den Steinen Namen gegeben: Erwachen, Hoffnung, Vergebung, Liebe und Frieden. Wir sehen Hoffung und Vergebung, im Hintergrund Erwachen und Frieden. Das sind nur vier Stein (-gruppen), dazu eine leere sandige Fläche. Dort lag der Stein der Liebe. Er kam 1999 aus Venezuela und ist seit 2020 auch wieder dort, in einem Naturreservat eines indigenen Volkes. Der Stein ist für sie ein heiliger Stein und wurde damals ohne ihre Zustimmung abtransportiert. Der Streit darum zog sich bis in Regierungskreise hinein.

















































































































