Das bisherige Reiseabenteuer wird nun wirklich ungeahnt abenteuerlich, doch dazu später mehr. Zuerst lässt sich alles gut an. Die Nacht im Hotel war ruhig, das Frühstück am nächsten Morgen und sehr gut und reichhaltig. Das erwarte ich auch für den Preis von 20€ pro Person. Auch am nächsten Morgen ist es uns nicht möglich, das zusätzliche Aufgabegepäck zu buchen. Wir sind rechtzeitig wieder zurück am Flughafen und reihen uns am Check-in-Schalter in die Schlange ein. Das gestaltet sich recht kurzweilig und zu Beginn auch erfreulich (naja, am Ende dann auch), wir treffen Bekannte (wie eigentlich in jedem Flughafen) und tauschen Neuigkeiten aus. Dann geht es am Schalter weiter. Der junge Mann hat die Ruhe weg und spricht ein vorzügliches Englisch. Das hören wir, als er die Fluggesellschaft auf Island telefonisch um Rat bitten muss, da es auch ihm nicht möglich ist, uns einzuchecken. Das Problem ist dann bald tatsächlich behoben, die Bordkarten können ausgedruckt werden. Das aufzugebende Gepäck allerdings würde nun am Schalter nicht mehr 156€, sondern 240€ kosten, ein sehr stolzer Preis. Das findet auch der junge Mann, sagt uns, dass wir es noch einmal im Internet versuchen sollten, nun wäre das Eincheckproblem ja gelöst. Er würde sowieso für ein Weilchen verschwinden. Das machen wir, aber beide Kreditkarten mit dem neuen Sicherheitssystem sind mit der isländischen Software einfach nicht kompatibel. Schließlich klappt es mit der dritten Karte, die noch mit der eigentlich veralteten Sicherheitsabfrage funktioniert. Die Erleichterung ist groß, dann taucht auch der junge Mann wieder auf, die Koffer können mit und werden durchgecheckt bis Baltimore.

Die Sicherheitskontrolle geht auch zügig, das Personal ist sehr freundlich. Letztendlich ist seit Ankunft am Terminal gerade mal eine Stunde vergangen. Kleine Spur von chaotischen Zuständen am oft als Pannenflughafen geschimpften BER. Das wifi funktioniert stabil, wir buchen unsere Koffer schon mal für den Rückflug und können nun sorgenloser auf den Urlaub blicken. Das Boarding in den Airbus A320 neo verzögert sich dann, da das Transportband für die Koffer nicht mehr laufen möchte. Maintenance bekommt das Problem in den Griff, und der Flieger hebt 15 Minuten später ab als geplant.
Plays cabin crew ist modisch jung gekleidet in grauen Sweatshirts, weißen T-Shirts (die Männer) bzw. roten bodenlangen Daunenjacken und roten Kleidern (die Frauen). Snacks und Getränke gibt es während des Fluges nach Reykjavik nur gegen Bezahlung mit Kreditkarte. Viele haben sich Wasser (wir auch, wir haben unsere Wasserflaschen wieder gefüllt) und Porridge oder Brötchen (das dann doch nicht) für den gut dreistündigen Flug im Flughafen besorgt. Die Airline schafft es tatsächlich, die Verspätung beim Abflug nicht nur wieder aufzuholen, sondern kommt auch zehn Minuten vor der Ankunftszeit in Keflavik auf Island an. Die Landung ist wegen der starken Seitenwinde sehr holprig. Und dann beginnt das nordländische Abenteuer: wegen der starken Winde (bis zu 125 Stundenkilometer schnell) kann auf unserer Seite die Außentür der Kabine nicht geöffnet werden, auf der anderen Seite kann der „Rüssel“ mit der Gangway nicht ausgefahren werden.
Wir bleiben sitzen und schaukeln im Wind, als wenn wir uns auf einer Nussschale im Ozean befinden würden. Es wird einem fast ein bisschen seekrank. Nach einiger Zeit des Wartens darf uns die cabin crew aufgrund unserer „shitty situation“ (O-Ton der Stewardess) ein nicht-alkoholisches Getränk und einen Snack ausgeben. Zwischenzeitlich trudeln Mails ein, dass unser Anschlussflug sich auch verzögert. Kein Wunder, er steht ja neben uns und ist in derselben Lage, nur dass dort die Passagiere noch nicht drin sitzen.
Nach geschlagenen viereinhalb Stunden legt der Sturm eine Verschnaufpause ein, und wir können endlich über eine Treppe „an Land“, obwohl wir dort ja schon die ganze Zeit stehen. Wie geht es wohl weiter?



















































































