Black Isle

Nach einer spektakulären Fahrt quer durch die fliederfarbenen Highlands (die Heide blüht schon) bei schönstem Sonnenschein, Überquerung von zwei summits, bis zu 20% Steigung und Gefälle, die Betty Boo brav gefahren ist, vollgepackt natürlich, sind wir nun in Rosemarkie direkt an der Küste gelandet, Blick auf’s Wasser, Strand, steinerollende Brecher und haben beschlossen, jetzt einfach mal fünf Tage Urlaub am Meer zu machen. Vielleicht sehen wir Delfine. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Bettys Kupplung die Bergüberquerung nicht gut vertragen hat und sie in die Werkstatt muss.

Betty Boo took us through the Highlands, with really spectacular views on roads with 20% steep hills up and down again. Now we’ll relax on the coast. We found a campsite directly by the water, a little sandy beach just in front of us. Maybe we can observe some dolphins here. More likely is that a car mechanic has to observe Betty Boo. Her clutch isn’t working properly after shifting the gears so much in the Highlands.

LEZ in London

Und dann kam ja noch ein Brief von Transport for London zu uns nach Hause, um uns darüber zu informieren, dass Betty Boo sich unerlaubterweise, d.h. nicht registriert, in Londons Niedrigemissionszone aufgehalten hat. Netterweise wurde, wohl weil wir Ausländer sind und das Nummernschild vorher nicht aufgefallen war, uns nur ein Verwarnungsbescheid zur Info ausgestellt. Falls wir aber noch mal mit dem Wagen die M25 Richtung London überqueren würden, würde dies £100 pro Tag kosten (und auch nur, wenn wir uns vorher registrieren lassen). Das war’s dann für Betty Boo mit London, sie ist halt kein Auto und entspricht leider so gar nicht dem Euro3-Standard.

Also Tipp an alle anderen: jede Art von Campervan ist nicht wirklich erwünscht in London. Fahrt immer schön drum herum, nur nicht die M25 überqueren.

5 Tage in Northumberland

Dort waren wir oberhalb des Strandes auf einem Campingplatz, unweit von Dunstenburgh Castle, welches auf vielen Fotos und Zeichnugen festgehalten wurde. Außerdem ging es einen Tag nach Newcastle, einen nach Berwick-upon-Tweed und Lindisfarne Island. Wir haben Kippers frisch aus dem Rauch aus Crasters berühmter Fischräucherei gegessen, zusammen mit neuen Kartoffeln und Sourcream – ein Gedicht! An einem Tag waren wir getrennt voneinander unterwegs: Kay blieb in den Dünen zum Zeichnen und Komponieren, Martina fuhr die ersten steilen Hügel entlang zu Cragside Hall, dem ersten Haus in England, das mit Wasserkraft betrieben wurde und so schon Mitte des 19. Jahrhunderts über Zentralheizung, Toilettenspülung, einem türkischen Bad, Fahrstühlen und elektrischer Beleuchtung innen und außen verfügte. 

Alles in allem ist Northumberland eine sehr zu empfehlende Ferienregion. Die coastal route führt immer an der Nordsee entlang. Leider mussten wir in strömendem Regen alles abbauen und zusammen packen. Das machte überhaupt keinen Spaß und war ein blöder Abschluss.

Five days in one of the UK’s top holiday regions: the Northumberland Coast. Our wonderful campground was sited almost near Dunstanburgh Castle and Craster – where we bought the famous and fabulous freshly smoked kippers. An exhausting trip to Newcastle and a visit at Berwick-upon-Tweed as well as on the Holy Island of Lindisfarne made our days in Northumbria worthwhile and just grrreat!!! 

Grüße aus Schottland

Ja, geschafft! Wir sind seit Freitag in Schottland, in Perth genauer gesagt und wieder auf einem Campingplatz des Camping and Caravanning Club. Und diesmal ist er so gut, dass wir eine ganze Woche bleiben werden. Langsam beginnt auch die Einsicht, dass dieses Leben kein Urlaub im eigentlichen Sinne ist, sondern unser normales Leben, wenn auch auf Zeit, sein wird. Und so verbringen wir die Zeit mit „Hausrenovierung“ (Vorzelt nachimprägnieren, eine weitere Kühlbox anschaffen, um eine mit Strom versorgen zu können, die Kabeltrommel so präparieren, damit auch der Steckdosenadapter drauf passt, Teppiche waschen); mit Nachdenken, ob wir unser Vorzelt mit einer mobilen Outdoorküche aufrüsten sollten; mit Ausruhen, damit das leichte Fieber und die Laryngitis, was Martina erwischt hat, auszukurieren (zu viel Regen beim Abbauen das letzte Mal und Temperaturen weit unter 10 Grad nachts); mit Shoppen in Gewerbegebieten (wir haben jetzt Gummistiefel, Martinas sind fuchsia-farben, war ein Angebot); mit Fotos beschriften (Ihr könnt Euch schon auf laaaaaange Diaabende freuen 😆) und so weiter. 

Heute ist das Wetter sehr schön und wir sind nach einem Rekonvaleszenzspaziergang auf Kinnoull Hill und wieder hinunter, durch die Branklyn Gardens und den Greyfriars Burial Ground im City Center von Perth gelandet und haben endlich wieder Wlan zum Bloggen und mit der Außenwelt in Kontakt zu treten.
Yeah, finally we reached Scotland and are staying in Perth for a week, relaxing, doing household things, re-prooving the awning (due to the really wet summer weather here), improving our kitchen with a new coolbox and our feet with new wellies. Today we explored the Kinnoull Woodlands, Branklyn Gardens and just now the Town Center of Perth.

In Yorkshire, 4.-9.8.15

Fünf Tage in Yorkshire
Der 4. August war Reisetag, es ging von Norwich nach Sheriff Hutton bei York durch das wunderschöne Lincolnshire. Unser Navi führte uns über Nebenstrecken durch einfach atemberaubend schöne Ecken. Die Fahrt durch Lincolnshire hat auch unsere Laune gerettet. Wir wollten auf dem Weg noch zwei Dinge anschauen: das erste hatte dienstags geschlossen, in Spalding haben wir die im Reiseführer hoch gelobten Festival Gardens gesucht und sind in einem Outlet-Center gelandet, in dessen Gartenmarkt die Verkäuferin gar nichts über die Gärten wusste. Nach etlichem Hin und Her fanden wir sie dann selbst, gleich hinter dem Shoppingcenter (Wie hohl kann man eigentlich sein, um dort zu arbeiten, ohne zu wissen, was sich 50 Meter weiter auf dem gleichen Gelände befindet!), wenig gepflegt und sehr enttäuschend. Aber wie bereits erwähnt, Lincolnshire ist super, hier eine kleine Auswahl von Ortsnamen: Usselby (stellvertretend für ungefähr 150 Orte mit der Endung -by), Holton cum Beckering, Normanby le Wold, Newton by Toft, Toft next Newton, zwischen den beiden letztgenannten liegt Newtoft!

Über die Humberbridge (wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, nur länger!) bei Kingston-upon -Hull ging es dann Richtung York. Einen Anruf des Campingplatzes während der Brückenüberquerung haben wir verpasst, leider, wie sich im weiteren Verlauf der Fahrt herausstellte. Bei der Ankunft auf dem Platz war keiner da, wir haben dann einfach unser Zelt aufgestellt, bei sehr viel Wind auf einem Plateau, Essen gekocht (Linsensuppe) und uns über alles mögliche geärgert. Und am nächsten Morgen stellte sich dann an der Rezeption heraus, dass wir auf dem falschen Campingplatz gelandet waren. Netterweise hat der Betreiber uns nichts berechnet. Also nach dem Frühstück schnell das Zelt abgebaut, alles lose ins Auto und 500m weiter die Straße hinunter. Der Betreiber in Norwich hatte für uns vorgebucht, allerdings auf seiner Clubsite. Wir waren aber den ADAC-Angaben gefolgt. Wer rechnet denn auch damit, dass mitten in der Pampa zwei Plätze von konkurrierenden Gruppierungen, dafür mit fast identischem Namen sind!!

Da dann wieder aufgebaut und kurz eingerichtet, nach York gefahren (total bescheuerte Idee, in die Innenstadt hinein mit dem Auto zu fahren, war aber notwendig), dann wieder raus, einkaufen und dann ab nach Castle Howard. Ein beeindruckendes Gelände, vor allem die Gärten und Parks; auch das Schloss, die Besichtigung ist aber zügig zu schaffen. 
Am nächsten Tag stand York selbst auf dem Programm, diesmal aber per P&R, nur 12 km vom Campground entfernt, und von dort mit dem Bus in die Innenstadt. Das ging schnell, war nicht teuer und das Auto stand sicher auf einem bewachten Parkplatz für umsonst. Das Sightseeing-Programm war sehr dicht, da wir uns den Yorkpass gekauft hatten und Dessen Angebot musste dann auch „abgewohnt“ werden, damit sich die Investition rechnet! 

  • York Minster, den beeindruckenden optischen Höhepunkt von York, auf den Resten eines römischen Forts stehend,
  • Altstadtbummel inklusive Shambles,
  • Besteigung des Clifford Tower, um einen Ausblick über die Stadt zu bekommen, 
  • Rundfahrt mit dem Ausflugsboot, 
  • Jorvik Viking Centre, multimedial sehr schön aufbereitet, so dass man einen guten Eindruck von den Erkenntnissen der Ausgrabungen dort an Ort und Stelle bekam.

Und dann waren wir platt! Noch ein kleines Stückchen auf der Stadtmauer entlang gelaufen und dann den nächsten Bus zurück genommen. 
Am Freitag ging es entspannter zu: wir machten eine Fahrt mit der North Yorkshire Moors Railway von Pickering nach Whitby, quer durch den Nationalpark an die Küste, insgesamt 29 km, für die die alte Dampflok fast zwei Stunden brauchte, Umkopplungen und Aufenthalte eingerechnet. Betty Boo durfte in der Zeit direkt an einem Forellenangelsee auf uns warten. Die Eisenbahnfahrt war entspannend und ging durch eine beeindruckend schöne Landschaft. Am Ende kamen wir in Whitby an, eine nette Badestadt am Meer, interessanterweise keine Pier mit den typischen Amüsements (die waren alle an der Straße zum Strand), sondern eine Flutbarriere ins Meer hinein, auf die wir gehen konnten. Die andere Seite der Flussmündung wird dominiert von der Kirche und einer Abteiruine, die Bram Stoker als Vorbild für sein Buch Dracula diente. Die 199 Stufen hinauf haben wir für die Fotomotive auch noch geschafft, bevor es dann zurück ging.

Am nächsten Tag stand der Haushalt mal im Vordergrund. Wir blieben auf dem Campingplatz (die Plätze vom Camping and Caravaning Club sind sehr empfehlenswert, der nächste ist schon gebucht!), um Wäsche zu waschen und uns auszuruhen. Zur Belohnung kam dann abends der Fish’n’Chips-Wagen auf den Platz und die Küche konnte auch Pause machen. Die nächsten Tage werden wir dann weiter im Norden sein.
Five days in Yorkshire, fully packed with sightseeing: a day in York with climbing on towers, going under the surface and riding a boat; a journey with a historic steam railway from Pickering to Whitby through the North Yorkshire Moors National Park and a visit of Castle Howard in an Area of Outstanding Beauty! We needed the last day staying on the campsite to rest and doing the laundry.

Fünf Tage in East Anglia

Diese fünf Tage waren dicht gespickt mit Sightseeing und anderen interessanten Erlebnissen.Von London aus ging es zunächst über Walton-on-the-Naze (achteckiger Leuchtturm) und Sudbury nach Lavenham, eine Tudor-Stadt, in der extrem viele Gebäude aus der Zeit erhalten geblieben sind. Wir haben relativ kurz die Guildhall besucht, eines der imposantesten Tudorgebäude im Ort, in dem der National Trust eine sehr, sehr gut gemachte Ausstellung zur Geschichte des Ortes unterhält. Da wären wir gern länger geblieben, aber der Campingplatz in Norwich rief. Lavenham ist definitiv einen Abstecher wert.

   
 
In Norwich gab es einige Probleme, den Campingplatz zu finden, da die direkte Zufahrtsstraße gesperrt war und man nur von der Richtung aus die Beschilderung sehen konnte. Die Einheimischen an der Tankstelle in der Nähe hatten auch noch nie etwas von einem Campingplatz in der Nähe gehört – funny! Irgendwann hatten wir ihn gefunden, den Camping and Caravanning Club, betrieben von einem außerordentlich hilfsbereiten und freundlichen Ehepaar. Wir bekamen auf Nachfrage sogar noch einen Platz mit Stromanschluss, obwohl es eigentlich keinen mehr gab. Nach Zelt aufbauen und alles einrichten gab es um 22.30 Uhr frischgekochtes Essen (Tomaten-Linsen-Suppe mit frischem Koriander). Das erste Mal auf dem Gaskocher gekocht, gewöhnungsbedürftig, aber es geht. Und wenn eine Suppenkelle nicht Bestandteil des Gepäcks ist, dann muss man die Suppe einfach dicker kochen 😄.

Norwich selbst ist einen Besuch wert, abgesehen davon, dass man gut shoppen kann. Wir haben nun eine neue Bodumkanne zum Kaffeekochen. Der Glasbehälter der alten Kanne stand wohl während der Fahrt zu sehr unter Spannung und war gesprungen. Passend zu Betty Boo ist sie jetzt blau. Eigentlich wollten wir nur einen Ersatzglasbehälter haben, aber die neue Kanne war £3 billiger als der Ersatzbehälter. Sehenswert waren auch der Markt, das Castle, die Royal Arcade und die Kathedrale. Dort hatten wir das Glück, einer Durchlaufprobe des Chors zu lauschen.

Ein Ausflug führte uns mit Betty Boo Richtung Norden nach Aylesham, um dort Blickling Hall zu besichtigen. Das Innere war anlässlich des 75. Jahrestages der Übereignung an den National Trust durch Lord Lothian (der überhaupt erst politisch ermöglicht hat, dass große Country Houses (Adelssitze) dem National Trust übereignet werden konnten, um z.B. Erbschaftssteuern zu sparen) umgestaltet und wir machten eine Zeitreise in die Zeit um 1935. Alle Räume waren so ausgestattet, als wenn der Lord gerade das Zimmer verlassen hätte und gleich wiederkommen würde. Das war ziemlich cool, man fühlte sich fast als Besucher, wir durften sogar in der Großen Halle auf den Sofas sitzen und so kurz das Gefühl haben, Teil des Ganzen zu sein. Abgesehen davon waren die unterschiedlichen Gärten ein Traum! Dann ging es weiter Richtung Norden, an die Steilküste nach Cromer. Dort war es erst einmal nicht so einfach, direkt ans Wasser zu kommen. Den Strand konnte man die ganze Zeit sehen, mit Menschen darauf, klein wie Spielzeugfigürchen, so weit oben waren wir, bzw. so hoch waren die cliffs. Über Treppen bzw. slopes kam man doch hinunter. Zwischen Massen von Flintsteinen in allen Größen (zwei kommen mit auf die Reise) war schöner feiner Sand. Von dort aus war auch die Höhe der Steilküste gut zu erkennen.

Ein weiterer Ausflug führte quer durch Norfolk nach Oxburgh Hall, einem Schloss, entstanden bereits in der Tudorzeit. Nach Besichtigung und Picknick im Garten bei allerschönstem Sonnenschein ging es weiter durch die Fens, querdurch über kleine Holperstraßen, am River Ouse entlang und durch sonntäglich verschlafene Orte nach Ely. Wir wollten die Kathedrale besichtigen (lohnenswert) und kamen mitten in den Evensongs an. Da Ely schon in Cambridgeshire liegt, war die Rückfahrt entspechend länger, ging aber durch schöne Landschaften. Das Fahren auf der linken Seite geht inzwischen sehr gut, bleibt aber anstrengend.

Früher als erwartet haben wir auch das britische Gesundheitssystem kennengelernt. Und das, nachdem wir das letzte halbe Jahr in Deutschland auch damit verbracht haben, alle möglichen Ärzte vorsorgetechnisch aufzusuchen. Kay fiel eine seiner Kronen heraus. Aber wir sind ja in der Zivilisation unterwegs und nun hat er, ausgerechnet an seinem Geburtstag, einen Termin beim Zahnarzt. Wie gut, dass es Internet gibt und dass wir beide eine britische SIM-Karte in unseren Telefonen haben mit ziemlich viel Downloadvolumen zum Recherchieren auch solcher Dinge.

Das Zahnarzttreffen war unproblematisch, die Krone sitzt wieder dort, wo sie sitzen soll und der Preis betrug, wie schon bei der Terminabmachung angekündigt, £65. Dann gab’s Geburtstagstee und ~pastries im Café des Sainsbury Centre for Visual Arts (das Museum selbst war leider geschlossen, Montag!), nachdem wir um den See auf dem Unigelände spaziert sind.

Nun stehen für den letzten Tag in Norwich noch Ölwechsel, Post abholen und fish’n’chips zum Abendessen (heute bleibt die Küche kalt 😄) auf dem Programm, bevor es morgen weiter Richtung Norden geht. Der nächste Stopp wird York und Umgebung sein.
Five days in East Anglia: we visited the Guildhall in Lavenham, had great times in Blickling Hall and Oxburgh Hall, drove to Cromer, attended Evensongs in Ely Cathedral, strolled through Norwich, listened to a choir rehearsal in the Cathedral, Kay had an appointment with a dentist and the campgound was really nice.


  

Eastbury Manor und Betty Boo

Nun wissen wir auch, wir wir zwischendurch mal an unsere Post kommen, poste restante ist das Stichwort. Es geht ja nicht immer alles per Email und Telefon zu klären.Am Dienstag ging’s back in time in die Tudor-Zeit. Wir besuchten Eastbury Manor House in Barking, einem Teil von London. Und wir sind mit unserem Bus hingefahren, aufregend. Aber es geht immer besser mit dem Fahren auf der anderen Seite. Das Gebäude ist sehr imposant und über die Jahre hinweg in großen Teilen intakt geblieben. Unmöbliert, dafür aber mit vielen Info-Tafeln, die das Leben in dem Haus gut illustrieren konnten. Im ehemaligen Küchengarten gab es dann Tee mit Schokoladenkuchen und scone plus jam and clotted cream

Abends wurde dann auf den neuen Namen des Busses angestoßen, die Taufpatin Cathy hat sich entschieden, das Auto heißt nun Betty Boo.
Visited Eastbury Manor House in Barking today. And the bus got it’s final name: Betty Boo!

  

Golf, Galerie, Globe

Vergangenen Dienstag haben wir viel Neues erlebt und kennengelernt. Vormittags waren wir mit Paul im Hainault Forest Golf Club auf der Driving Range. Der ist open for the public und so haben wir Schläger ausgeliehen und uns einen Korb mit zunächst 80 Bällen gekauft, den wir durch drei geteilt haben (als der leer war, kam noch ein Korb dazu). Paul zeigte uns in Grundzügen die Haltung des Schlägers und des Körpers und dann ging es los. Und es machte sehr viel Spaß, vor allem auch Kay, der davor eher als Golfhasser bekannt war und nun von all seinen Vorurteilen lassen musste. (Lieben Gruß an Uta!) Anschließend ging es mit dem schwarzen Taxi zum Lunch in die City in traditionelles Speiselokal der working people mitten in London, südlich der Themse, quasi direkt hinter der Tate Modern. Die Öffnungszeiten sind von 6-15 Uhr, es gibt Frühstück und Mittagessen dort, und zwar mit bodenständigen Gerichten in großen Portionen zu kleinem Geld, auf Bänken an Resopaltischen sitzend. Anschließend besuchten wir, wie eigentlich immer, wenn wir in London sind, die Tate Modern und auch wieder, wie immer, bis sie schlossen. Dann musste noch die Verpflegung für den Theaterabend erledigt werden, sandwiches, crisps, chocolate bars, cappuccino, dann reihten wir uns in die Schlange der Wartenden eingereiht und gegessen. Die Aufführung von Measure for Measure war (inzwischen können wir sagen: wie immer) herausragend gut. Obwohl wir das Stück diesmal nicht im Vorwege gelesen hatten , konnten wir das meiste Dank der Regie und der tollen SchauspielerInnen gut verstehen. Shakespeare hat es einfach verstanden, gute Stücke für das Publikum zu schreiben. Diesmal hatten wir sogar das Glück, dass ein Teil der Publikumsunterhaltung vor dem eigentlichen Stück genau dort statt fand, wo wir immer stehen und auch diesmal standen. Direkt an der Stelle, an der Kay stand, sollte ein Mensch von einer Gruppe Böser zusammen geschlagen werden. Damit ihm dabei nichts passiert, wurde Kay von einer Hure gut und unter vollem Körpereinsatz „abgeschirmt“. Ihm wurde sogar angeboten, auch noch einmal drauf zu schlagen, aber das wollte er dem armen Kerl dann doch nicht antun. Nach fast drei Stunden gingen wir beseelt und glücklich, aber mit müden Füßen vom Stehen zur U-Bahn zurück.

Busy day today: went to the driving range in the morning, had lunch in the city, went to the Tate Modern in the afternoon and visited Shakespeare’s Globe in the evening, attending a marvellous performance of ‚Measure for Measure‘.

   

 

National Gallery, London

Sonntag, ein Regentag, wie geschaffen für einen Museumsbesuch. Nach Frühstück mit bacon rolls sind wir gestartet, Richtung Trafalgar Square. Von Paul bekamen wir den Hinweis, unter einem Bogen des Admirality Arch nach Nelsons extra Nase Ausschau zu halten. Diese wurde im Zuge des Baus von Nelson’s Column angefertigt, eine extra Nase, falls die andere beim Zusammenbau der Statue zu Schaden gekommen wäre. Ist sie aber nicht und so hatte man eine Nase übrig. Die hat man dann in den Triumphbogen integriert, und zwar in der Höhe, dass die Reiter auf ihren Pferden sie beim Durchreiten berühren konnten, was angeblich Glück bringen sollte. Beim Suchen der Nase trafen wir einen älteren Herrn auf der gleichen Mission. Er erzählte uns dazu, dass in einer Geschichte von Gogol sich eine Nase selbstständig macht und Staatsrat in St. Petersburg wird. Diese Geschichte hat Schostakowitsch zu einer Oper verarbeitet. Anschließend ging es in die National Gallery, um all die bekannten und weniger bekannten alten Meister der verschiedenen Epochen anzuschauen und ein Wiedersehen mit den Lieblingsbildern zu feiern. Unterbrochen wurde dies durch den Besuch einer tollen Sonderausstellung Soundscapes und des Restaurants. Für die Soundscapes hat das Museum sechs Musiker eingeladen, sich ihr Lieblingswerk aus den Sammlungen auszusuchen und dazu ein Stück Musik zu komponieren. In die Musiker und deren Entwicklung der Kompositionen wurde mittels eines Films eingeführt, bevor man dann in kleinen Gruppen in die schwarz ausgeschlagenen Räume gelassen wurde. Jeder Künstler hatte einen eigenen Raum, der von den anderen schallisoliert war, in dem das Bild hing und die Musik in Dauerschleife lief. Das war ein einzigartiges und sehr abwechslungsreiches Erlebnis. Am besten gefiel uns die Komposition ‚Ultramarine‚ von Jamie xx, einem 25jährigen britischen, preisgekrönten DJ, die von Rysselberghes ‚Küstenlinie‘ inspiriert war. Danach war eine Kaffeepause angesagt, die dann aber in Tee und Schokoladenkuchen bzw. Scone mündete. Und als das Museum um 18 Uhr schloss, müssten wir leider wieder gehen.

Wer noch bis Anfang September in London sein wird, sollte sich die Soundscapes nicht entgehen lassen, nationalgallery.org.uk/soundscapes

   
 Rainy days in London are good days for visiting a museum. Not that new idea, hundreds of tourists and language school kids had the same. Before heading towards the National Gallery, we were looking for Nelson’s spare nose. It’s on one wall of Admirality Arch. The story is that they produced a spare nose for Nelson’s statue on top of the column, in case the first nose would break. Which it didn’t do, so they put the nose onto the wall. The cavalery could touch the nose for luck while riding through the Arch. After that we saw all the great pieces of Art in the Gallery and visited the Soundscapes exhibition, where musicians and sound artists were invited to choose a painting and respond musically to it. Just great!