Wildes Campen …

… ist in Schottland erlaubt. Das wussten wir bereits. Aber das wir das doch noch in Anspruch nehmen würden. Nun also der totale Kontrast zum Zirkuswagen des Hostels: das erste Mal seit sieben Wochen ist der gewünschte Campingplatz ausgebucht, weil deren Grasplätze zu feucht sind. Aber freundliche Menschen wiesen uns den Weg zu einem Strandplatz in der Nähe. Nun also eine Nacht am Strand, wildromantisch; und morgen dann zum Campingplatz in Poolewe.

 
Wild camping on the beach near Poolewe. Awesome! 

Highlands und Internet

Auf den Campsites und in den Hostels ist es echt schwierig bis gar nicht möglich, ins Internet zu gehen. Aber hier, in the middle of nowhere, da gibt’s volle Pulle Empfang. Schade, dass wir hier grad auf der Durchreise sind, Richtung Westen. Mal sehen, was die berühmten schottischen midgets so umtreibt.

  

Wärme und festes Dach

Zur Abwechslung und auch, weil wir es so gerne mal wieder warm haben wollten, sind wir für zwei Übernachtungen in einem Hostel. Dafür haben wir uns ein ganz besonderes ausgesucht. Besucht mal deren Website und schaut es an: sleeperzzz.com. Wir wohnen in dem Showman’s Waggon, einem Zirkuswagen mit soooo viel Platz und einer Heizung drin. Dusche, Toilette und Küche sind nebenan im Eisenbahmwagen der 1. Klasse.

  
Staying in a hostel for a change with lots of space and heating inside. Yeah, what an improvement. We’re sleeping in a Showman’s Waggon. Have a look on their website, see link above in the German text.

Das Wetter rund um den Moray Firth und Ceiligh

Das Wetter hier am Moray Firth ist schon was besonderes: es ändert sich schneller als man die passenden Klamotten herausgesucht und angezogen hat. Nach den wirklich sintflutartigen Regenfällen letztens haben wir nun ständig Glück: es gibt zwar Schauer ab und an, aber wir halten uns immer genau dann innen auf.

Am Donnerstag haben wir Kunst in vollen Zügen genossen, auf dem Nairn Book & Arts Festival: Ausstellungen von lokalen, noch unbekannten bis hin zu überregional bekannten MalerInnen und GrafikerInnen, über Textilkunst und Fotografien, Beteiligung der lokalen Schulen hin zu Dichterlesungen. Super! Und abends waren wir dann auf unserem ersten Ceiligh. Auch hier gab es ein vielfältiges Programm: eine fünfköpfige Band spielte zum Tanz auf, ein Quartett spielte und sang irokeltische Folkmusik, ein Duo sang gälische Lieder, ein Solokünstler sang lustige Lieder zur Gitarre, Highland Dancer und Bagpiper zeigten ihr Können. Fast alle waren in ihren allerbesten Jahren und voller Inbrunst dabei. Außer uns war noch ein deutsches Paar anwesend und wir wurden als besondere Gäste ausdrücklich aufgefordert, gemeinsam mit den Einheimischen zu tanzen. „No problem, it’s very easy, we’ll show you!“ Und schon ging es los, mit sehr viel Spaß dabei. Ein Tanz hieß strip the willow. Die Paartänze haben wir den Einheimischen überlassen, das waren zu spezielle Schrittfolgen bei den Walzern und Polkas. Und dann gab’s auch noch eine Verlosung mit Schokolade, Wein, Whiskey etc. Und tatsächlich, eines unserer Lose wurde gezogen. Den Gewinn seht ihr auf dem Foto.

  
We attended Nairn Book & Art Festival last Thursday with lots of Fine Arts, Poetry, Graphics, Fotography and Textile Art, everything really interesting, some exponates just great!

And our first Ceiligh in the evening with local traditional music and dances, Highland Dancers and Bagpipers. We even danced along with the locals and won a price in the raffle, see photo.

Regen, Regen, oh, noch mehr Regen

Mann in de Tünn! Wie kann nur so viel Regen auf einmal herunter kommen. Heute sind wir fast ertrunken, vom Zeltdach tropft es nach innen, der Regenschirm lässt das Wasser an den Schanierstellen des Gestells durch, der Campground gleicht einer finnischen Seenlandschaft und campen im Wald ist eine sehr dreckige Angelegenheit.

Dafür wird Betty Boo von innen immer kuscheliger, s. Foto. Noch halten wir es aus.

   
 Rain was pouring down heavily and constantly on us today. Even inside the tent and under our umbrella the water dripped down. But we improved Betty’s floor with a carpet matching her colour.

Golf spielen in Schottland 

Liebe Uta (und alle anderen, die es interessiert), hier sind die versprochenen Fotos! Heute waren wir Golf spielen auf einem echten, offiziellen 9-Loch-Platz. Und das als absolute Anfänger mit ‚keine Ahnung von gar nix‘. Auf dem Gelände von Cawdor Castle (bei Inverness) darf man das: Ticket lösen, eigene Schläger dabei haben oder ausleihen (was wir gemacht haben), Bälle waren dabei und ab die Post. Keine spezielle Einweisung, nur „enjoy“. Es war wirklich unterhaltsam, spazieren gehen mit Anstrengung und Frust, wenn der Ball ins Nirgendwo flog. Und wir waren so langsam, der arme Mann, der hinter uns war. Glücklicherweise war sehr wenig Betrieb auf dem Platz.

   
   
Played golf today on a 9-hole-course in Cawdor Castle. Never did it before and didn’t know much about what to do on the green. But it was fun, even if we couldn’t find every ball again we hit into the nowhere. 

Sonntags in Inverness

Was kann man dann wohl gut machen? Auf jeden Fall nicht ins Museum o.ä. gehen, denn die haben hier nicht nur montags, sondern auch sonntags geschlossen. Aber shoppen geht richtig gut!! Wir haben auf dem Weg nach Nairn mehrere retail center unsicher gemacht: zwei Outdoor-Läden, ein Baumarkt, ein Sonderpostenmarkt und Aldi waren unsere Ziele. Nun haben wir den dritten Hammer innerhalb von sechs Wochen zum Heringe einschlagen gekauft, diesmal ein Latthammer mit Schaft und Kopf aus einem Stück Stahl geschmiedet. Der muss nun aber mal halten! Martina muss nicht mehr frieren dank einer Fleece-Fell-Jacke „inspired by the great British weather“ und „built for British weather  since 1954″, wie die Etiketten verraten. Und dann haben wir „Zuwachs“ bekommen: ein „Babyzelt“ als Vorbereitung für den einsamen Norden, damit das große Vorzelt in der Dachbox bleiben kann und Tisch, Stühle und was da sonst so drin rumsteht, nachts ein Dach über dem Kopf hat. Ist schnell aufgebaut, denn es ist ein Pop-up-Zelt. Feine Sache. Auf dem Foto ist es zur Probe aufgestellt.

Und nun sind wir in Nairn, auf der anderen Seite des Moray Firth in einem Wald. Aber in einer halben Stunde zu Fuß ist der Strand erreicht, und was für einer!

   
    
 Sunday shopping in Inverness, the museums are closed not only on Mondays, but on Sundays, too. But several retail centres were an alternative: the hard rocks under the gras standing pitches killed our second mallot as well, so we bought a proper claw hammer. Martina got a really warm British made outdoor jacket, so no more freezing evenings in the tent. And our belongings like chairs, table etc. got a tent for their own, in case the big awning won’t be put up.

Now we are in Nairn on the other side of the Moray Firth. Just look at this fabulous beach!

Morgen geht’s weiter …

… mit einem besonderen Gruß nach Schleswig-Holstein, wo am Montag das neue Schuljahr beginnt, diesmal ohne uns! Wir haben uns eine Woche an der Rosemarkie Bay erholt und machen uns morgen auf den Weg, um weiterhin den schottischen Norden zu erkunden, der grobe Plan führt uns bis in den nordwestlichen Zipfel des mainlands. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt und wann wir dort ankommen werden. Heute gab es vintage and classic cars mit Volksfest und drums and pipes direkt im Ort (Fortrose).

   

   
Relaxing by the sea with vintage cars and local music today. Still on the Black Isle, but leaving tomorrow to see more from the Scottish mainland.

Grillen im Herbst

Heute wieder ein Mix aus (weniger) Sonne und (mehr) Regen und das bei 14 Grad (nachts ist es nur zwei Grad kälter). Aber macht nichts, heute wurde der Grill eingeweiht, und es gab geräucherten Lachs vom wet fish van, der zu uns auf den Campingplatz kam. Dazu Kartoffeln und Maiskolben, zum Dessert in der Glut gegarte Banane mit Honig. Hektoliter heißen Tee den ganzen Tag, so bleibt zumindest die Körpertemperatur annähernd da, wo sie sein soll!

   
   

Not far away from freezing cold, but time for a BBQ: see the results above!

Wunder geschehen …

… auch wenn es Menschen heutzutage schwer fällt, sie zu erkennen.

Die sonntägliche Fahrt durch die wunderschönen Highlands endete dann mit einem Schreck und mehreren Wundern: Als wir in Rosemarkie auf der campsite ankamen, gab die Gangschaltung auf. Mit aller Gewalt gelang es Kay noch einmal, den Rückwärtsgang reinzuhauen und einzuparken. Wir fertig, Auto fertig, erstmal Ende. Großer Frust und vertagen auf Montag! Die örtliche Werkstatt sah sich dann allerdings nicht in der Lage, den T4 zu reparieren. Der Frust vergrößerte sich schlagartig. Da half es auch wenig, dass jedenfalls das Gebührenaufladen der britischen SIM-Karten problemlos klappte. Nachmittags dann die deutsche SIM-Karte wieder eingelegt und bei schwierigem Empfang ein Telefonat mit dem ADAC in München geführt. Die haben dann den zuständigen AA in Inverness beauftragt und uns versichert, die Hotelkosten bis €85 pro Person und Nacht zu übernehmen. Wir mussten ja irgendwo übernachten, wenn unser Zuhause, wir leben ja in unserem Bus, plötzlich nicht mehr erreichbar ist, weil es in irgendeiner Werkstatt steht. Also per Internet und iPhone (mit weiterhin unzureichendem Netz!!!) schon mal auf die Suche nach Hotel und/ oder B&B gemacht. Das Nordseeöl und die Hochsaison, auch wenn man von der wettertechnisch so gar nichts merkt, treiben hier die Preise genau dahin: Zimmer ab £240. Noch mehr Frust! Aber prophylaktisch haben wir schon mal den Koffer gepackt. Dann eine lange Wartezeit, in der man so gar nichts mit sich und der Welt anfangen mag. Nach 2,5 Stunden kam ein Engel in Gestalt eines Mechanikers von Ross‘ Garage und stellte fest, dass die Bremsflüssigkeit weg ist. Beim T4 (bei unserem Baujahr) werden Kupplung und Bremsen in einem System mit Hydraulikflüssigkeit versorgt und die war schlicht nicht mehr im dafür zuständigen Tank. Nun also die Wunder:

1. Dass wir es lebendig durch die Highlands geschafft haben – es hätte ebenso gut auch einfach die Bremse ausfallen können. Bei dem z.T. 20%igen Gefälle und den scharfen Kuven mag man sich die Konsequenzen nicht einmal vorstellen.

2. Dass der AA-Mann alles vor Ort reparieren konnte und das mit vollem körperlichen Einsatz und unter tatkräftiger Hilfe von Campingplatznachbarn, die sowohl beim Übersetzten (broad Scottish to Scottish English) halfen, als auch Auffahrrampen etc. zum Aufbocken des Busses organisierten. 

3. Den ganzen Tag hatte es immer wieder geregnet. Recht ergiebig mitunter… Aber während der 1 1/2 stündigen Reparatur war hier in der Bucht trockenes und windstilles Wetter, während es ringsherum regnete. Als alles getan war (System entlüften, Flüssigkeit nachfüllen, Systeme in Funktion bringen, alles wieder zusammenbauen…), erschien über der Bucht, direkt vor uns, ein Regenbogen. Deutlicher konnte das Zeichen doch wohl nicht ausfallen, dass da jemand die schützenden Hände um uns herum gehalten hatte!!

Anschliessend gab es für alle Beteiligten heißen Tee, eine kurze Probefahrt über den Platz und wir und Betty Boo waren das Gesprächsthema Nr. 1 auf der campsite. Alle erkundigten sich danach mit großer Anteilnahme und Geschichten von anderen Katastrophen.