Am Camino Haderslev Næs (DK, August 2023)

Nicht, dass wir plötzlich wandern würden, aber nun wissen wir, welchen Schildern man folgen könnte. Wir sind schon öfter auf das Symbol des Caminos gestoßen (er läuft direkt an unserem Campingplatz entlang), wussten aber nicht, was es bedeutet.

Nun wissen wir es, denn wir haben einen Pilgerstempel in einer Kirche gefunden! Auf unserer nächsten Radtour besichtigen wir die Kirche in Vilstrup. An der sind wir nun schon häufiger mit Rad oder Auto auf dem Weg nach Haderslev vorbeigefahren. Im Eingangsbereich liegt der erwähnte Pilgerstempel.

Die Kirche selbst besteht wie die in Hoptrup aus einem romanischen Schiff mit gotischen Anbauten. Sie hatte bis zum Ende des 17. Jahrhunderts einen wesentlich höheren Turm, so um die 65 Meter hoch, womit die Kirche von weithin sichtbar gewesen ist. Doch nach einem Brand wurde der Turm nur so weit aufgebaut, wie man ihn heute kennt und mit einer Spitze aus Blei versehen.

Wie in jeder dänischen Kirche hängt auch hier ein Schiff im Schiff. Die „Margrethe“ stammt aus den 1930er Jahren und wurde der Kirche vom Erbauer anlässlich der Hochzeit mit seiner Frau, die aus Vilstrup stammte, geschenkt.

Anlässlich der Hochzeit trug die Braut wohl auch die silberne Brautkrone der Kirche (wird nicht ausgestellt) und nahm Platz auf der speziellen Brautbank von 1678. Jene steht rechts neben dem Altar im Chorraum.

Interessanterweise waren der Altar und die Orgel, beides von 1803, ursprünglich eine Einheit, die im Chor stand. Im Zuge der Renovierungsarbeiten 1939-40 wurde diese Einheit aufgelöst. Die Orgel mit den dazugehörigen Emporen wanderte auf die Westseite. Die hellen Felder enthielten früher Altargemälde.

Arbeitslose Bildschnitzer aus Kopenhagen erhielten den Auftrag, eine neue Altartafel zu schnitzen, in die dann fünf Gemälde des alten Altares eingesetzt wurden. Solche Einzelheiten machen neugierig, mit was die anderen Kirchen entlang des Pilgerweges wohl aufwarten.

Der Pilgerweg entstand aus einem Ideenworkshop im August 2013 heraus. Man suchte für die Bewohner und Touristinnen gleichermaßen nach unterschiedlichen Freizeitangeboten. Einige Menschen waren schon mal pilgern in Spanien, andere waren eher lokalhistorisch interessiert und wussten, wo die alten Kirchwege verliefen.

Vor allem sollte es eine Graswurzelbewegung sein, die die Menschen in den Dörfern zusammenbringt. So wurde aus der Idee einer Wanderroute über Haderslev Næs, der Landmasse zwischen dem Fjord und der Ostsee, recht schnell ein Verein, der den Pilgerweg schuf und unterhält. Der Weg verbindet die beiden Kirchen der Domgemeinde Hadersley und die sieben Dorfkirchen. Die Website schlägt für die insgesamt 106 km lange Route, die man wandern, aber auch mit dem Rad zurücklegen kann, neun Abschnitte vor, einige davon sehr kurz. Wenn man einige Abschnitte zusammenlegt, ist es genau das richtige für ein verlängertes Wochenende. Die Webseite caminohaderslev.dk hält alle Informationen bereit, die man benötigt, auf Dänisch und auf Deutsch. God tur, liebe Freunde!

Slivsø rundt, aber anders (DK, August 2023)

Den Slivsø in der Nähe des Campingplatzes haben wir schon vor zwei Jahren einmal mit dem Rad umrundet und dabei sehr nasse und matschige Füße bekommen. Hier kann man noch einmal nachlesen, was es mit der Geschichte auf sich hat.

Diesmal machen wir eine kleine Abendtour mit dem Rad. Es ist windstill und warm, schon eine kleine Sensation an sich in diesem Sommer.

Auf dem See rasten jetzt jede Menge Wildvögel.
Einige fliegen bereits weiter.
Auf der Westseite des Sees versammeln sich weiße Schwäne.

Der Weg am See herum ist angenehm zu fahren, es geht dem Sonnenuntergang entgegen.

Wir machen noch einen Abstecher zur Kirche in Hoptrup. Es ist schon zu spät, um sie von innen zu besichtigen. Das Licht der Abendsonne lässt alles wunderschön leuchten.

Und dort hinten, hinter dem Friedhof in dem roten Haus, da wohnt bestimmt eine Cousine von Pippi Langstrumpf.

Mit dem Bau der Kirche wurde bereits im Mittelalter begonnen, man vermutet das Ende des 13. Jahrhunderts als Baubeginn. So nach und nach erhielt die ursprünglich romanische Kirche insgesamt sechs gotische Anbauten:

… zwei Verlängerungen des Kirchenschiffs (1765), zwei Kreuzarme (1839), die Sakristei (1766) und ein Kirchenvorhaus (1766), netterweise alles schön mit den entsprechenden Jahreszahlen versehen.

Nachdem wir die Kirche umrundet haben, fahren wir durch das Dorf weiter und dann wieder über die Hügel zurück zum Campingplatz, den Slivsø unter und hinter uns lassend.

Eine schöne Abendrunde, inklusive Stopps waren wir eine Stunde unterwegs.

Strandvergnügen einmal anders (Vikær, DK, August 2023)

Nachdem der Westwind das Wasser weit aus der Diernæs-Bucht herausgetrieben hatte, kommt es jetzt so langsam wieder.

An den Spülsäumen rechts kann man erkennen, dass noch nicht wieder die alten Marken erreicht sind. Wir machen einen Spaziergang am Strand, unterhalb der Steilküste merkt man den Wind nicht sehr.

Der Ostwind treibt auch Feuerquallen in die Bucht. Da ist es doch gar schlimm, dass wir nicht die Temperaturen haben, die wir zum Schwimmen gut finden würden. Das Exemplar auf dem Foto ist wirklich sehr groß und abschreckend.

Hinter dem Gåsevig-Campingplatz kommt Abwechslung in den Strandabschnitt.

Den niedrigen Wasserstand der letzten Tage haben viele Spaziergänger:innen zum Steinmännchen bauen genutzt. Dieses Exemplar im Vordergrund sieht fast aus wie ein großer Vogel.

Kay beteiligt sich an der Aktion mit dem Bau weiterer Steinmännchen. Eine Herausforderung in Sachen Balance ist das Männchen auf dem Baumstamm.

Dann beginnt es leicht zu nieseln und wir machen uns auf den Rückweg. Über der Bucht sieht es noch ganz gut aus, während von Westen her der Wind kräftig auffrischt.

Sicherheitshalber suchen wir Schutz im Shelter, falls der Regen andauern sollte. Solche einfachen Übernachtungshütten finden sich sehr häufig in Dänemark und werden gern von (Rad-) Wanderern genutzt. Doch der Wind treibt nur die ans Ufer schwappenden Wellen mit Kraft wieder hinaus auf das Meer. Das ergibt ganz tolle Effekte auf der Wasseroberfläche, die an schillernde Stoffe erinnert.

Kurz darauf sieht der Himmel wieder bilderbuchmäßig aus.

Ein Besuch an der Nordsee: Holmsland Klit, Bjerregaard (DK, August 2023)

Das Sturmtief Zacharias zerrt an Bäumen und Büschen, an Vorzelten und an den Nerven. Die Wohnwagen und Camper werden von den starken Windböen durchgeschüttelt. Bei den Nachbarn reißen Seile bzw. brechen Zeltstangen. In der Diernæs Bucht herrscht „Ebbe“, da der Weststurm das Wasser hinausdrückt.

Eine der beiden Zufahrten zum Campingplatz ist gesperrt, da ein Baum über den Weg gestürzt ist.

Wir machen einen Ausflug nach Bjerregaard an die Nordsee, mal sehen, wie das Wetter dort aussieht. Wir besuchen Freunde, die dort im Sommerhaus ihren Sommer-Strand-Urlaub verbringen. Wahrscheinlich benutzen sie die Sauna und den Whirlpool öfter als eigentlich für den Sommer geplant. Wir fahren knapp zwei Stunden einmal quer durch Jütland, von der stark hügeligen Ostseite an die eher flache Nordsee-Seite. Im Auto läuft Musik statt des flatternden Dauertons des Vorzelts. Die Sonne scheint. Erinnerungen an unsere Autofahrten in Pennsylvania kommen hoch, die Landschaften ähneln sich.

Im Ferienhausgebiet angekommen peitscht ein Regenschauer über uns weg, von dem wir am Aussteigen gehindert werden.

Dann gibt es Kaffee und Kuchen, bevor die hohe Dünenkette, die uns vom Meer trennt, überquert wird.

Das Foto gibt es nicht wieder, aber der stürmische Westwind treibt den feinen Dünensand mit einer irren Geschwindigkeit gegen und über uns hinweg.

Ohne Sonnenbrille (die Kinder nutzen einfach ihre Tauchbrillen), Kapuzen und Tücher über Mund und Nase ist ein Spaziergang nicht möglich. Der Sand landet trotzdem im Mund, angenehm ist etwas anderes.

Wir waren schon oft hier, bei jedem Wetter, aber dass wir mit fast geschlossenen Augen und rückwärts (!) die Düne zum Meer hin hinabsteigen müssen, das haben wir in all den Jahren noch nie erlebt.

Der Blick Richtung Norden zeigt, dass die Sonne auch hier scheint, nur gehen wir nach Süden.

Der Spaziergang wird, je länger er dauert, auch nicht angenehmer. Zunächst ist es nur die Gischt, die unsere Kleidung nässt, den Rest übernimmt schließlich ein weiterer Regenschauer. Wir votieren für den nächsten Aufstieg, der Wind im Rücken übernimmt einen Teil der Anstrengung.

Den Nachmittag lassen wir gemütlich im Schutz des Sommerhauses ausklingen, bevor wir uns wieder auf die Fahrt quer durch Jütland machen. Überall sieht es wie frisch gewaschen aus, bis uns kurz vor Haderslev dann doch wieder der Regen erwischt.

Turmbesteigung in Haderslev (DK, August 2023)

Im Sommer kann man an bestimmten Sonntagen den roten, das ist der ältere der beiden Wassertürme (der neuere ist der weiße), besteigen. Das wollen wir am letzten der möglichen Termine machen.

Der 1924 gebaute und ein Jahr später in Betrieb genommene Turm wird wegen seiner roten Ziegelsteine „der rote Wasserturm“ genannt. Er hat, immerhin bis 1991, die Stadt Haderslev mit Trinkwasser versorgt.

Im Innern führt eine Holztreppe in die Höhe. Die einzelnen Etagen des Turmes haben einen Betonboden, das macht den Aufstieg auch für Menschen mit moderater Höhenangst möglich, wenn man nicht auf die Idee kommt, zwischendurch mal durch das „Treppenhaus“ zu gucken.

Die letzten 50 der insgesamt 141 Stufen gehen als Wendeltreppe im Innern des alten Wassertanks weiter. Hier gibt es nur ein Seil und die Wand zum Festhalten.

Von oben hat man einen schönen Rundumblick über Haderslev und Umgebung:

Seit 1980 ist der Wasserturm auch das Wahrzeichen des Kløften Festivals. Die Lichtdekoration hängt das Jahr über am Turm, leuchtet aber wohl nur im Juni, wenn das Musikfestival stattfindet.

Superfrucht am Wegesrand (DK, August 2023)

Die Wetterlage ändert sich hier an der Ostsee Süddänemarks wirklich schnell. Die ersten Brombeeren sind reif und warten auf uns. Die ersten konnten wir schon vor einer guten Woche probieren.

Nun warten wir auf trockenes Wetter, das auch prompt wieder da ist, inklusive Sonnenschein. Los geht’s, ab an die Hecken.

Es sieht so aus, als wären vor uns schon Pflücker:innen aktiv gewesen. Aber es kommt doch nach kurzer Zeit eine erkleckliche Menge in unserer Sammeldose zusammen.

Es ist genug, um unseren Tagesbedarf an Mangan (wichtig für Knochen und Bindegewebe) und Magnesium (wichtig für Muskel- und Nervenfunktion) zumindest an diesem Tag zu decken. Wir können uns wieder auf den Rückweg zum Wohnwagen machen.

Kurz darauf sind die Brombeeren, befreit von sichtbarem Grün, schon im Topf. Das eine oder andere winzig kleine Tierchen wird wohl noch mitgekocht. Das ist der blutbildenden Funktion der Brombeeren sicherlich nicht abträglich.

Nach ungefähr zehn Minuten Kochzeit sind wohl auch alle eventuellen Spuren eines Fuchsbandwurms abgetötet. Die Beeren selbst sind recht fruchtig (sie enthalten auch noch reichlich Vitamin C und Kalzium), etwas Rohrzucker und Ahornsirup zum Abrunden des Geschmacks sind notwendig.

Das Ergebnis, als Soße auf Pfannkuchen, ist ein Gedicht! Das Enkelkind möchte am liebsten „alle hundert Pfannkuchen“ alleine verspeisen. So viele werden es dann leider doch nicht.

Sintflut im Vorzelt (DK, August 2023)

Was wir bisher an Regen während der Sommerferien erlebt haben, zerrte schon etwas an den Nerven. Das waren aber nur Fingerübungen des Wettergottes, wie wir seit gestern wissen. Den Tag über fiel weniger Niederschlag als die Vorhersage angegeben hatte. Wir überlegten kurz, doch noch zu grillen, blieben aber bei der Entscheidung für Hotdogs zum Abendessen. Dafür mussten nur die Brötchen und das Wasser für die Würstchen in der Küche warm gemacht werden.

Das letzte Stückchen des kurzen Weges mussten wir schon schneller laufen, da die ersten Tropfen fielen. Kaum waren wir in der Küche, da schüttete es wie aus Eimern herunter. Das Hüpfkissen vor dem Gebäude umgab eine zwanzig Zentimeter dicke hellgraue ‚Aura‘, nicht vom Dunst, sondern von den Wassertropfen, die aufschlugen, wieder abprallen und erneut aufschlugen. Wir hatten keine Chance, zurück zum Wohnwagen zu kommen, ohne bis auf die Haut nass zu werden. Kurzerhand lieh ich mir einen Schirm von den anderen in der Küche aus, um unseren Schirm aus dem Wohnwagen zu holen. Kurz darauf waren Brötchen und Würstchen aufgewärmt und wir brachten alles zurück ins Vorzelt.

Wir wollen gerade mit unserem Festmahl beginnen, als die Sturzbäche mitten durch unser Vorzelt flossen. Der Boden war gesättigt, und nun stieg das Wasser hoch.

Gerade mal zwei Stunden später sah der Himmel wieder friedlich aus als wäre nichts gewesen.

Und noch zwei Stunden weiter konnten wir den schönsten Sonnenuntergang fotografieren.

Flensburg: Ausflugstipps für Regentage (D, August 2023)

Wir machen einen Ausflug nach Flensburg, ein Freund von uns eröffnet dort heute eine Ausstellung seiner Fotografien. Es ist trocken, als wir losfahren, doch nur Sekunden später öffnet der Himmel alle Schleusen. Um den Schlagbaum des Campingplatzes zu öffnen, muss leider das Fenster geöffnet werden. Obwohl ich so schnell meinen Arm herausstrecke, wie es nur möglich ist, danach ist tatsächlich alles im Auto nass. Kurz darauf hört es wieder komplett auf zu regnen. Nur die Wolkenformationen bleiben imposant.

In Flensburg finden wir unseren Wunschparkplatz und machen uns auf den Weg in die Innenstadt.

Wir können so gerade eben noch in den Eingang einer Kirche flüchten, als es wieder wie aus Eimern schüttet. Das Wasser fließt sturzbachartig den Heiliggeistgang hinunter.

Kay hat seine Regenjacke im Wohnwagen vergessen, ich habe eine an und einen Schirm dabei. Unser erster Weg führt uns zu einem Secondhand-Laden, wo Kay tatsächlich eine passende Regenjacke findet und ich prompt meinen Regenschirm vergesse. Als es wieder zu nieseln beginnt, bemerke ich meinen Fehler. Also noch einmal zurück. Nachdem wir dann alle Ausrüstungsgegenstände für Regen zusammenhaben, kommt bis zur Rückkehr auf den Campingplatz kein einziger Tropfen mehr herunter.

Vor der Vernissage spazieren wir noch durch die Norderstraße bis zum Nordertor.

Genau daneben befindet sich die äußerst besuchenswerte Phänomenta, heute mit Eintrittsstopp, da zu viele Menschen eine Abwechslung vom Regen suchen. Im Nordertor kann man sich übrigens trauen lassen.

Die Norderstraße ist überregional bekannt ist wegen ihrer Schuhe, die zu Hunderten über Leinen hängen, die zwischen den Häusern gespannt sind. Wenn die Last zu schwer wird, stürzen die Schuhe auch mal ab. Ernsthaft verletzt wurde durch die Schuh-Attacke aber noch niemand.

Sicherheitshalber spannt man inzwischen Drahtseile, die dann auch wieder sehr schnell von hochgeschleuderten Schuhpaaren verziert werden.

Wer die Augen nicht nur in der Luft hat, entdeckt an dem einen und anderen Haus eine Katze, alle unterschiedlich:

Am Nordertor haben die Katzen dann endgültig die Herrschaft über die Stadt erlangt; hier zieren sie anstelle der Löwen das Flensburger Stadtwappen.

Doch nun wird es Zeit für die Ausstellungseröffnung in der Dansk Centralbibliotek.

Hier stellt Holger Ceglars noch bis zum 26.08. neue Landschaftsaufnahmen aus dem Norden Schleswig-Holsteins mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und Perspektiven aus.

Die sehr sehenswerte Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Bibliothek zu besuchen, falls jemand noch einen Ausflugstipp für weitere Regentage sucht.

ein typischer dänischer Sommer (DK, Juli 2023)

Regen, Regen mit Sonne, Sonne mit Regen oder einfach auch mal nur Sonnenschein, so sieht laut Auskunft Einheimischer ein ganz normaler Sommer in Dänemark wohl aus. Wir erleben hier jede Variation.

Die Getreidefelder könnten inzwischen durchaus geerntet werden, das Korn ist reif. Doch der Regen immer wieder zwischendurch macht die Böden zu weich für die schweren Erntemaschinen. Anschließend müsste das Korn aufwendig und teuer getrocknet werden. Bei den heutigen Energiepreisen ist es zu verstehen, dass die Landwirte sich davor scheuen.

Wir nutzen das gute Wetter zu einem Spaziergang durch Diernæs Strand. Am Wegesrand liegen bunte Steine mit aufmunternden Worten, wahrscheinlich das Werk von Ferienkindern während der Regenzeiten.

Auf dem Platz gegenüber hat der Wagen schlapp gemacht, natürlich passend am Abreisetag. Die Pannenhilfe kommt nach Stunden des Wartens. Wie gut, dass das Häuschen nebenan nur zum Lagern von Dingen genutzt wird.

So gibt es an dem ersten Tag seit längerem, an dem einfach nur die Sonne scheint, Schatten und eine kleine Terrasse zum Sitzen. Alles andere ist ja schon verpackt. Die Pannenhilfe bekommt das Auto wieder zum Laufen, ohne dass es abgeschleppt werden muss.

Regen, Regen, drus‘ … (DK, Juli 2023)

… Wi sitt hier warm in Hus‘! Ach nee, Klaus Groth, der norddeutsche, plattdeutsch schreibende Dichter, kannte noch keine Wohnwagen. Dort sitzen wir trocken, aber so richtig warm wird uns nur unter der heißen Dusche. Um uns herum, wie überall in Nordeuropa, entlädt sich das Tiefdruckgebiet „Unai“, während es im Süden des Kontinents auf den Inseln brennt.

Dann doch lieber Regen, es gibt ja Regenbekleidung. Pfützen sind sowieso ein wunderbares Spielzeug. Die Sandwege auf dem Campingplatz verwandeln sich im Laufe des Tages in ‚Wasserstraßen‘.

Auf dem Spielplatz sammelt sich Wasser in Töpfen, Förmchen und Pfannen. Das muss gesammelt werden, um daraus eine ‚warme‘ Suppe zu kochen, mit harten Äpfeln, die durch den Wind vor ihrer Zeit vom Baum gefallen sind.

Der Wind drückt den Regen so langsam durch die Kleidung und wir stolpern durch die Pfützenlandschaft zurück zum Wohnwagen. Das Vorzelt wird mit nassen Klamotten vollgehängt. Von unten drückt sich das Wasser langsam aber sicher durch den Teppich. Wir beschäftigen uns drinnen im Wohnwagen mit Brettspielen, Malsachen und Vorlesebüchern, während um uns herum die Welt langsam untergeht.

Nach vierundzwanzig Stunden Dauerregen geben sich die Wolken immer noch imposant, lassen aber nicht mehr unter sich. Auf dem Spielplatz scheint wieder die Sonne und verursacht bei den geduldig ausharrenden Großeltern einen unerwarteten Sonnenbrand.