Eden Project, Cornwall

Die Fahrt geht von Dorset über Devon nach Cornwall, durch die Blackdown Hills, die Straße gesäumt von akkurat geschnittenen Hecken, oder sie führt durch laubgedeckte Grüntunnel hindurch. Es geht sehr steil bergan und mit atemberaubenden Blicken wieder talwärts.An manchen Stellen verengt sich die A30, die eher an unsere kleinen Landstraßen erinnert, auf eine Spur, weil die uralte Brücke über ein Flüsschen eben nur so schmal ist, dass ein Fahrzeug zur Zeit hinüber passt. Dann wieder wird sie zweispurig wie unsere A7 zuhause. 

Wir fahren oben herum um den Dartmoor National Park, anschließend quer durch das Bodmin Moor (ist kein Moor); immer die Hügel hoch auf der rechten Spur, da wir mehr PS unter’m Hintern haben als viele andere, anschließend die Hügel wieder herunter auf der linken Spur, Fuß vom Gas und eher über der Bremse schwebend, es könnte ja eine Polizeistreife am Wegesrand lauern und 120 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind bei dem Gefälle schnell erreicht.


Schließlich erreichen wir das Eden Project in der Nähe von St. Austell, ein gigantisches Renaturierungsprojekt, in dem vor ca. 18 Jahren eine aufgegebene Abbauhalde für Porzellanerde (china clay), 15 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen, in ein Paradies verwandelt werden sollte. 


Das ist geglückt, das fanden außer uns auch noch tausende andere, die mit uns da waren. In den beiden Kuppelgebäuden (Biomes) sind Pflanzen des Regenwalds (der größte Regenwald unter Dach) und mediterrane Pflanzen (die die Engländer in das richtige Urlaubsfeeling bringen sollen, es gibt dort auch praktischerweise gleich ein Restaurant) untergebracht. Der Regenwald ist klasse, besonders der Gang über den Baumwipfeln (dort wurde es den Engländern dann zu heiß). Die Regenpausen nutzen wir für Spaziergänge in den unterschiedlichsten thematischen Gärten, alles auf Nachhaltigkeit ausgelegt und mit informativen Tafeln bestückt. 


Unser B&B ist nebenan in Roche, ein winziges Örtchen ohne High Street. Dafür haben wir die untere Etage des Hauses für uns: Schlafzimmer, Esszimmer, Bad und Wintergarten, kein Scherz!!

Und in der Nähe ein Chippy: Abendessen!


Sherborne, West Dorset

Eher zufällig sind wir in diesem unglaublich schönen Kleinstädtchen gelandet, in dem viele Gebäude in einem gold-ockerfarbenen Stein erbaut sind, leuchtend in der Sonne, auch schön bei Nieselregen. 

Die Anzeige von Liza bei AirBnB sprach uns an. In der Nähe von Yeovil (jowill ausgesprochen) am River Yeo gelegen, der dort aber nur als kleines Rinnsal parallel zu den Eisenbahnschienen läuft, war Sherborne einst eine sehr bedeutende Stadt, nämlich die Hauptstadt des alten Königreichs Wessex. 


Sherborne Abbey wurde bereits im Jahr 705 gegründet. Das heutige Erscheinungsbild stammt mehr oder weniger aus dem 15. Jahrhundert.Dann gibt es gleich zwei Burgen, eine Ruine aus dem frühen 12. Jahrhundert und New Castle, begonnen als Sommerresidenz von Sir Walter Raleigh. Da er bei Hof leider in Ungnade fiel und im Tower landete, wurde das Anwesen an Sir John Digby verkauft, dessen Nachfahren das Haus so nach und nach durch Um- und Anbauten in ein Schloss verwandelten. Es ist immer noch in Besitz der Familie Digby. Wir haben es uns nicht angesehen, wir wollten lieber shoppen gehen auf der High Street, die hier Cheap Street heißt, weil man früher an Markttagen billig Dinge kaufen konnte. Es gibt hier nur unabhängige kleine Geschäfte und Restaurants und der ganze Ort verzichtet auf Neonreklame. 


Und dann kommen wir bei unserem Weg in die Ortsmitte immer an der Sherborne School vorbei. Hinter dem simplen Namen versteckt sich ein 1550 gegründetes Internat für Jungen, es gehört heute zu den besten des Landes und beherbergt ca. 600 Schüler, wenn nicht grad Sommerferien sind. Eine Plakette an der Außenwand besagt, dass Alan Turing, einer der einflussreichsten Theoretiker der Computerentwicklung und Informatik, der den Enigma-Code maßgeblich entschlüsselte, hier zur Schule gegangen ist.

Lizas Haus steht auf dem Boden des Refektoriums der Old School, ist aber neueren Datums, dafür mit den alten Steinen verkleidet. Man kommt durch einen kleinen Fussweg zur ihr, vorbei an dem alten Schulgebäude, das in vier Wohnungen bzw. Häuser umgewandelt wurde. Abends waren wir im Half Moon Inn, vorne Pub, hinten Restaurant; es gab lecker Essen: Beef and Ale Pie bzw. Bacon and Cheddar Burger.


Montacute House, Somerset

Sommer in Südengland fühlt sich manchmal an wie Sommer in Schottland, nur nicht ganz so kühl und der Regen fällt in patches, Schauer, die zuverlässig bald wieder aufhören. Gut, dass wir uns sowieso gern die Häuser des National Trusts ansehen. Diesmal wählten wir ein Anwesen aus der Tudorzeit aus, die um 1600 erbaute Sommerresidenz eines erfolgreichen 30jährigen Anwalts aus London (ja, so etwas gab es damals schon), der dann von James I auch noch geadelt wurde.

Dieses Manor House wurde nur in den drei Sommermonaten bewohnt, immer mit vielen geladenen Gästen, die alle der schlechten, stinkenden Luft in London entflohen. Da es abseits von allem lag, wurden auch gleich eine eigene Meierei, eine Brauerei, eine Bäckerei und eine Wäscherei mit gebaut. Diese Gebäude haben die Zeit nicht überlebt. Dort befinden sich heute das Café und der Tea Room, gut für uns! Nach einer Führung rund um Haus und Hof benötigten wir eine kleine Stärkung in Form von cream tea.


Das Haus selbst war damals ein extrem modernes Haus mit sehr viel Licht durch die vielen Fenster, die alle aus Glas waren. Das zeigte den Besuchern sofort, dass der Besitzer sehr wohlhabend war, denn Glasscheiben waren damals eine sehr neue Erfindung. Wenn Menschen in ein neues Anwesen umzogen, nahmen sie alle Glasscheiben mit. Da es sich um bleigefasstes Glas handelte, waren die einzelnen Scheiben ja nicht groß und deshalb leicht zu verpacken: einfach aus den Bleistreifen herauslösen (geht wohl ganz leicht) und im neuen Haus passend zu den neuen Ausmaßen wieder zusammen setzen lassen.


Auch vor 400 Jahren schon wollten sich die Gäste im Sommer am liebsten im Freien aufhalten, ein bisschen lustwandeln, Krokett spielen, Bogen schießen und jagen. Aber auch damals schon muss der englische Sommer sehr unbeständig gewesen sein. Im Obergeschoss gibt es einen durchgehenden Raum, eine ca. 60 Meter Galerie, in der bei Regen gespielt und umhergegangen wurde.

Bed and Breakfast in Sherborne

Von Hampshire aus nach Dorset fährt man auf der A303 durch eine sehr hügelige Landschaft. Der Rückreiseverkehr Richtung Londoner Einzugsgebiet war enorm, aber auch uns erwischte mehrmals ein Stau in unserer Fahrtrichtung. Bevor wir überhaupt auf die A303 kamen, ging es über Land, z. B. Richtung The Wallops. Diese entpuppten sich als die Dörfchen Wallop und, ein bisschen bergauf, Over Wallop. Kurz danach ließen wir Palastine links liegen. 


Wir sind fest davon überzeugt, dass der Stau an Stonehenge vorbei nur zustande kam, weil alle Fotos machen wollten. Die Chance nutzen wir dann auch.
12 Meilen vor Sherbourne hieß es dann ‚ab durch die Hecke‘; von der zweispurigen A303 ohne Abbiegespur in einer 90-Grad-Kurve nach links auf eine schmale Straße, die links und rechts von drei Meter hohen, akkurat geschnittenen Hecken gesäumt war. Unser Auto passte gerade mitten durch.


In Sherborne übernachten wir zwei Nächte bei Liza in einem wunderschönen Zimmer mit eigenen Innenhof (Sonne, nun musst du frühabends doch mal scheinen!!). Die Ausstattung ist großartig, und morgen gibt es geräucherten Lachs und Rührei zum Frühstück! Sehr zu empfehlen, das Quartier!!!

… und immer wieder Mottisfont, Hampshire

Auf nach Dorset im Südwesten gelegen, aber davor noch ein Stopp in Hampshire! Wenn man dafür in Essex aufbricht, hat man zur Auswahl: auf der M25 (The Orbital) vier- bis fünfspurig oben herum um London oder vier- bis fünfspurig unten herum um London zu fahren. Wir entschieden uns für oben herum, mit uns noch viele andere. Um den Flughafen Heathrow herum verdichtete sich der Verkehr, aber das war bald wieder vorbei. Die M3 brachte uns weiter ins Land hinein, bis unser Navigationsgerät wieder seine ungeahnten Fähigkeiten ausspielte: seine schnellsten Strecken führten mal wieder über B-Straßen mit vier Ziffern, kleinere Straßen gibt es auf den Straßenkarten nicht. Der Unterschied zu den schottischen single roads besteht nur darin, dass die Engländer auf die entsprechenden Hinweisschilder verzichten. Aber das Navi behielt Recht: nahezu kein Gegenverkehr, also schnellste Route. 

Wir statteten einem unserer Lieblingsherrensitze des National Trust, Mottisfont Abbey, einen Besuch ab. Berühmt für seinen Rosengarten, kamen wir auch diesmal nicht in den Genuss der vollen Blüte, nach Herbst und Frühjahr erwischten wir diesmal den Spätsommer. Aber das war nicht schlimm, es ist dort zu jeder Jahreszeit wunderschön. 


Uns interessierte vor allem die Kunstausstellung, diesmal waren Entwürfe und Illustrationen von Axel Scheffler zu sehen, ein Paradies für Kinder!

Hier seht ihr warum:

Shakespeare’s Twelfth Night oder Was Ihr wollt

Eine der lustigsten Komödien, die Shakespeare geschrieben hat, erwartete uns. Und dann war es auch noch die letzte Vorstellung des Stücks in dieser Saison! Zweieiige Zwillinge stranden getrennt voneinander in fremden Gefilden, jeweils voneinander denkend, der andere wäre ertrunken. Mädchen verkleidet sich zur Sicherheit als Mann, wird Liebesbote, verliebt sich in Auftraggeber, wird wiederum geliebt von angebeteter Dame des Auftraggebers. Als der Zwilling dann in die Stadt kommt, ist das Chaos perfect. Nebenbei treiben die notorischen Diener, versoffenen Verwandten und anderes Personal miteinander groben Unfug.

Die Vorstellung war (wieder einmal/ wie immer) ein absolutes Vergnügen. Trotz des für uns stellenweise schwierig zu verstehenden Textes halfen die schauspielerischen Qualitäten aller DarstellerInnen über solche Hürden hinweg.  Immer wieder ein ganz besonderes Ereignis! Wie schön, dass wir es in dieser Summer of Love benannten Saison noch zweimal mehr genießen werden können.

London for free

London ist bekanntlich eine extrem teure Stadt für Urlauber, auch wenn das britische Pfund derzeit einen sehr tiefen Stand erreicht hat (gut für uns). Trotzdem bleiben die Eintrittspreise für die Touristenattraktionen gesalzen. Aber wenn man sich weg vom Zentrum bewegt, gibt es auch interessante Dinge, die man sich for free ansehen kann, z.B. Kenwood House in Hampstead. Das werden wir uns ein andern mal ansehen, es ist riesig.

Wir sind diesmal ins East End nach Hoxton (Borough of Hackney) gefahren, um uns dort das Geffrye Museum of the Home anzusehen,  Es zeigt in 11  showrooms die Entwicklung des Wohnraums von 1630 bis in die Neuzeit am Beispiel der langsam entstehenden Mittelschicht, bei uns das Bürgertum, auf englisch als middling sort bezeichnet. Man wusste halt zunächst nicht, was das werden sollte, diese Menschen, die weder zum Adel gehörten noch zu den Arbeitern.

Ursprünglich war die Anlage eines von vielen Armenhäusern an einer der Haupteinfallstrassen nach London, gestiftet von einen vermögenden Mann, Vorsitzender einer Handwerkergilde. Damals unterhielten viele Gilden Armenhäuser für ihre pensionierten Arbeiter, damit die sich ein Dächlein über dem Kopf leisten konnten. Sie bekamen dazu eine kleine Pension, um Essen zu kaufen, ein paar Sack Kohle zum Heizen und jedes Jahr ein neues Hemd oder Kleid, je nach Geschlecht. Mit 56 Jahren wurde man pensioniert und konnte dann, wenn man viel Glück hatte, in ein Zimmer in diesen Gebäuden ziehen, ohne Klo oder Küche (gekocht wurfe im Raum über dem offenen Feuer). Mit weniger Glück wohnte man im Slum oder landete gleich im Arbeitshaus.

Mam musste allerdings etliche Regeln beachten, unter anderem die Sperrstunde (19 Uhr im Winter, 21 Uhr im Sommer), im vorderen Garten keine Wäsche auslegen und jeden Tag zweimal in der hauseigenen Kapelle den Gottesdienst besuchen.

Außer den showrooms gab es jede Menge Erläuterungen (z.B. über the mystery and science of huswiferie), ein schönes Café und einen Garten, im dem die einzelnen ‚Parzellen‘ ebenfalls in den unterschiedlichen Stilen der Jahrhunderte angelegt waren. Insgesamt ein sehr lohnenswerter Aufenthaltsort, vor allem auch, weil zwischendurch ein ordentliches Gewitter herunter kam.

Hampstead Walk

Heute ging es „in die Berge“ – nach Hampstead, dem höchsten Punkt in London. Im 18. Jahrhundert wurde der kleine verschlafene Ort zu einem populären Kurort, um der sehr schlechten Luft der eng bebauten Stadt zu entfliehen. Wir haben uns mithilfe des Reiseführers ‚London‘s Hidden Walks’ auf die Spuren von vergangenem Wellnessresort, Architektur und heutigem Reichtum begeben. Der Ort selbst hat sich innerhalb von 300 Jahren von einem kleinen Dorf mit gerade mal 600 Einwohnern weitab der Stadt zu einem der teuersten Stadtteile Londons gemausert.
Die Fahrt dorthinein der U-Bahn stellt immer noch eine kleine Weltreise dar, zuerst vom östlichen Stadtrand in die Innenstadt, um dann wieder an den nördlichen Stadtrand zu fahren, insgesamt eine gute Stunde für eine Fahrt. Im Bahnhof von Hampstead angekommen, durften wir die Treppe hoch an die Oberfläche nur im Notfall benutzen, im Normalfall sind die geräumigen Aufzüge das zu wählende Transportmittel. Gut, dass es keinen Notfall gab, denn die enge Wendeltreppe hatte 320 Stufen!!

Der Spaziergang, knapp 8 km lang, führte uns zunächst durch den alten Ortskern mit schönen Stadthäusern, in denen schon immer viele Intellektuelle, Maler, Dichter für einige Zeit wohnten, um ihre Gesundheit in der guten Luft oder mithilfe des eisenhaltigen Wassers aus den Quellen aufzupäppeln. Auch Karl Marx entfloh der Enge seiner Behausung in Soho (eine Wohnung direkt in Hampstead konnte er sich nicht leisten) und machte mit seiner Familie fast jeden Sonntag einen Ausflug nach Hampstead Heath und grillte schon mal eine Kalbskeule zum Picknick auf der Heide. Auch Architekten zog die Gegend an, man kann eine Menge Häuser bewundern. Einige sind skurril, wie das, dessen Dach wie ein Segelschiff geformt ist, damals von einem Marineoffizier bewohnt, der zum Geburtstag des Königs und anlässlich glorreich geschlagener Seeschlachten von seinen Dachterrassen aus Kanonen abfeuerte. Das Haus samt Bewohner diente dem Autor der Mary-Poppins-Bücher als Vorlage für Admiral Boom. Wir sahen moderne Neubauten, die sich sehr gut in das Gesamtgefüge der Straßenzüge einfügten und riesige alte Villen, von denen eine zur Zeit dem Regisseur Ripley Scott gehört. Oder aber das Familienhaus des ungarisch-stämmigen Architekten Ernö Goldfinger, der schon 1936 ein Haus plante und baute, das immer noch sehr modern wirkt und vor allem innen durch eine sehr durchdachte Aufteilung überzeugt. 


Auch hier war das Fotografieren verboten, da etliche Kunstwerke immer noch dem Copyright unterliegen (die Goldfingers sammelten zeitgenössische Kunst, die dort im Haus immer noch zu sehen ist). Wer trotzdem etwas sehen möchte, klicke hier: Goldfinger’s House

Wem der Name bekannt vorkommt: es wird gesagt, dass Mr. Goldfinger, der Architekt, Ian Fleming, dem Autoren, als Vorlage diente für seinen Goldfinger im gleichnamigen James-Bond-Roman.

Aber auch Relikte aus früheren Jahrhunderten gab es noch zu sehen, wie z.B. die Zelle der Gemeinde, in der bis 1829 noch Übeltäter eingesperrt wurden, bevor dann die erste Polizeiwache gebaut wurde. Inzwischen ebenfalls Teil einer Wohnung, aber von außen hübsch gemacht, sodass Martina diesmal hinter Gittern zu sehen ist.

Oder aber die alte Viehtränke, von denen etwas 800 in London aufgestellt waren. Diese hier konnte pro Tag 1200 Pferde mit Wasser versorgen (und die Anwohner gleich mit).

Friendly people

Was uns auch ausnehmend gut gefällt in den anglo-amerikanischen Ländern, und was wir in Deutschland wirklich sehr vermissen, wie wir jetzt wieder bemerken, ist die Freundlichkeit der Menschen im Kontakt mit anderen und ihre ausgeprägte Fähigkeit zum smalltalk. Überall, ob es an der Kasse im Supermarkt ist, oder in den Geschäften, wo wir unseren Kaffee holen, oder in den Museen, überall haben die Menschen Zeit, sich mit uns zu unterhalten. Und die kleine Unterhaltung geht stets über „How are you“ und „Enjoy your day“ hinaus und hilft dabei auch, die soziale Distanz zwischen den Gesprächspartnern zu überbrücken. Wir verlassen die Geschäfte mit einem Lächeln auf den Lippen, fühlen uns gut und haben wirklich einen schönen Tag! 

Tate Modern, London

Unser anderes normales Leben enthält viel Kunst und Kultur und vor allem Zeit dafür. Heute ging es den ganzen Tag in unser Lieblingsmuseum in London, in die Tate Modern, am Südufer der Themse gelegen. 

London ist extra-voll mit Touristen, da auch die Engländer im Moment Sommerferien haben. Damit keine weiteren Terrorattacken, wie zuletzt auf der Westminster Bridge, der London Bridge und Borough Market geschehen können, gibt es inzwischen überall an den Eingängen Taschenkontrollen. Auch einige der vielen Zugänge zu den Gebäuden sind gesperrt. Das verzögert natürlich den Zugang zu Museen und Veranstaltungsorten. Die Fußgänger-Zugänge zu den Brücken sind mit Panzersperren aus Beton für Fahrzeuge gesperrt. Ob das das Sicherheitsgefühl des einzelnen wirklich erhöht, können wir nicht sagen. Uns schränken die Vorsichtsmaßnahmen eher in unserer Bewegungsfreiheit ein.

Nun aber das Positive: die Tate Modern zeigt zur Zeit eine große Sonderausstellung mit Werken aus allen Perioden von Alberto Giacometti. Kurze Zusammenfassung – großartig!! Leider war dort das Fotografieren nicht erlaubt. Wer also ein bisschen sehen möchten, klicke bitte hier Giacometti on display in the Tate. Ansonsten ist ja allein schon das Gebäude sehenswert. Inzwischen sind auch die alten unterirdischen Tanks (The Tanks) zu Ausstellungshallen umgebaut und etabliert.


Die Tubinenhalle sieht leer aus (bevölkert von vielen Besuchern zum relaxen), wird aber bespielt mit akustischen Werken von Bruce Nauman. Während man die Treppe hinauf- oder hinabläuft, hört man eine Männerstimme sehr eindringlich stets nur das eine Wort sprechen: „Think!“ 

Und dann noch die interessanten Sachen auf dem Weg:


Ein Mensch namens Danny (our boy) wurde heute in der Southwark Cathedral beerdigt. So sehen die Bestattungswagen hier aus.

Und Geld verdienen kann man auch als armer Poet: