Vigo/ Spanien, cruise day 3 (Anthem, Oktober 2023)

Beim Frühstück begrüßen wir unsere Tischnachbarn mit einem fröhlichen „Good Morning!“. Sie werfen uns nur ein grimmiges „It‘s a terrible morning this morning!“ zu. Ja, die See war zugegebenermaßen etwas rau am Abend und in der Nacht, aber meine Armbänder wirken wirklich gut.

In Vigo nieselt es vor sich hin, allerdings bei freundlichen 23 Grad Celsius. Nachdem wir das Schiff und unsere Kabine von der Mole aus fotografiert haben, immerhin mit einem Regenbogen, ziehen wir uns doch Regenjacke bzw. -poncho über.

Zuerst suchen wir das Haus, auf dem ein riesiges Ei steht. Das habe ich vom Schiff aus gesehen und möchte es nun fotografieren. Leider ist das Licht uns nicht gesonnen, so schön wird das Foto nicht. Bei Sonnenschein wird es glitzern und funkeln. Was es mit dem Ei auf sich hat, haben wir leider nicht herausfinden können.

Dann laufen wir bergauf, um zum Kunstmuseum MARCO zu kommen. Wir waren schon zweimal dort und sind immer auf anderen Wegen dorthin gelangt. Auch diesmal finden wir einen neuen Weg mit Umwegen, die uns meist bergauf führten, bis wir einmal wieder auf der Rückseite des Gebäudes ankommen.

Die nassen Regenklamotten kommen mit dem Rucksack in ein Schließfach, und wir beginnen diesmal oben mit der Besichtigung. Zuerst schauen wir uns Bilder von Juan Giralt (Name der Ausstellung: 1940-2007) an, die uns beiden allerdings so gar nichts sagen. Wir gehen recht flott durch die Räume.

Dann geht es weiter zu Concha Martínez Barreto (Cando remata o dia ), die uns eher anspricht. Die Bilder sind toll gemalt und wirken auf den ersten Blick sehr lieblich. Wenn man dann etwas länger hinschaut, wirken sie sehr verstörend, entweder durch surreale Größenverhältnisse oder Kombinationen von Motiven, die nicht zusammen passen.

Für diese Fotoinstallation suchte sie 100 Buchcover, die Tage und Zahlen im Titel haben. Die Lücken in der Hängung sind Leerstellen der Zahlen, die sie (bisher) nicht gefunden hat.

Sehr spannend ist dann die Ausstellung in den Räumen im Erdgeschoss. Diese sind mit Werken von Lluís Lleó (Barcelona, 1961) gefüllt, die er seit seiner Rückkehr aus den USA 2017 angefertigt hat. Beeindruckend sind die Zeichnungen/Malereien auf nepalesischem Papier in großen Abmessungen oder die Kombination von Stein und Malerei (z.B. die zusammengenähten Steine). In einigen Werken arbeitet er absichtlich angebliche Fehler ein, die sich bei längerem Schauen als sehr intelligente Erweiterungen der Ebenen entpuppen.

Nach dem Besuch gehen wir, entgegen unserer Gewohnheit nicht mehr ins Café, sondern zügig zum Schiff zurück.

Der Dauernieselregen ist nicht gut zum Fotografieren und die 23 Grad wirken bei Regen auch nicht so warm. Zurück auf dem Schiff spielt der Poncho „Ghost in the Machine“ in der Duschkabine.

Wir essen einen späten Lunch (später merken wir, dass das nicht gut war) und ruhen uns dann auf der Kabine aus. Ab heute haben wir auch wieder einen festen Platz beim Abendessen. Da das Schiff nach der Abfahrt aus Vigo schon wieder mächtig schaukelt, binde ich meine Armbänder wieder um. Das ist auch ganz gut so. Das Abendessen ist wieder lecker, aber leider hatten wir mittags zu viel gegessen (s.o.) und der Zeitabstand zwischen den Mahlzeiten war einfach zu kurz.

Nach dem Essen machen wir noch einen kleinen Abstecher in die Library und sitzen dort noch etwas herum und lesen. Danach wollen wir eigentlich die Show ansehen, die eigentlich für heute geplante Aufführung von The Gift ist wegen des stürmischen Wetters schon durch einen Comedian ersetzt worden. Doch auch daraus wird nichts für uns. Auf dem Weg zum Theater schaukelt das Schiff schon so stark, dass wir lieber auf die Kabine gehen.

Dort schaffen wir es nur noch kurz, weiter zu lesen. Die Schaukelei ist so stark, dass sogar Kay sich wegen Unwohlseins hinlegen muss. Wir versuchen nur noch, dass wir vor dem Übergeben einschlafen.

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